John Waters dürfte so manchem ein Begriff sein. "A Dirty Shame" ist zweifelsohne geschmacklos, pervers, freakig- also einfach genial. Wer auf grauenhafte Hollywoodschnulzen ala Spielbergsche SEicht-"Filme" steht, der sollte das Weite suchen und sich ins nächste Multiplex-Kino verdrücken. Der ehemalige Underground-Filmer Waters kehrt nach "Cecil B. Demented" mit diesem Film erneut ein Stück zu seinen Anfängen zurück und macht großartige Filme jenseits des biederen Hollywood-Einheitsbreis. Einmal mehr ist einer seiner Filme voll von Sex und Anrüchigem. Was passiert wenn man einen Schlag auf den Kopf bekommt - ganz klar, man wird nymphoman. Und so kommt es dann auch, dass sich ein ehrbares Viertel der US-Stadt Baltimore (Übrigens Waters Heimat, wo er all seine Filme drehte) in ein einziges Sündenbabel verwandelt, wo sich alle wild durcheinander auf der Straße vergnügen. Das ganze, natürlich satirisch dargestellt, ein bissiger Seitenhieb auf die neue Keuschheit in der Ära George W. Bush. Muss man gesehen haben, am besten in Gesellschaft mit viel Partylaune. Wie ein Bekannter von mir kommentierte: "Was für ein abgefahrener Scheißfilm"