Auf diesem Album sind einige der schönsten Queen-Songs aller Zeiten vertreten. "A day a the races" glänzte schon damals durch die absolut herausragende Songqualität. Nicht ein Titel würde ich als "schwächer" bezeichnen. Rein subjektiv gesehen sehe ich es noch "vor" "A day at the Races", aber das ist nur meine persönliche Meinung. Nie zuvor und nie wieder danach gab es etwas Vergleichbares. Die Leichtigkeit der Interpretation, die kompromißlose Umsetzung "orchestraler wie opernhafter Elemente" begründete seinerzeit den weltweiten Durchbruch von Queen.
Auch wenn es immer wieder Versuche gegeben hat, "Klassik" und "Populäre Musik" miteinander zu verbinden, bei Queen wurde daraus etwas Neues, Einzigartiges mit hohem Wiederkennungswert. Wie souverän hier die unterschiedlichsten Stilrichtungen miteinander verschmelzen ist atemberaubend. "Somebody to love" ist einfach Genialität pur, "White Man" und "Tie your mother down" sowie "Teo Toriatte" sind Geniestreiche einer Band, die aus 4 hochkarätigen, unkonventionellen und freidenkenden Musikern bestand und ihre Visionen mit diesem Album auf allerhöchstem Niveau umsetzten. Für mich persönlich sind diese beiden Alben die erste Quintessenz, die sogenannten "Klassiker" die bis heute unerreicht geblieben sind. Freddie's Stimme ist auf einem absoluten Über-Niveau und ich glaube, das diese beiden Alben "für die Ewigkeit" sind...
Bescheidenheit ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr...
"A Day at the Races" wird ja gerne als "Schwesteralbum" von "A night at the opera" beschrieben. Nun, ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, aber dennoch entscheiden sich die beiden Alben auch wesentlich voneinander; Von Brian May seinerzeit als "Großreinemachen" bezeichnet handelt es sich bei diesem Album um Titel, die halt noch vorrätig waren und die man dann zu einem wirklich sehr ambitionierten Nachfolgealbum von "ANATO" miteinader verwendet hat. Ich möchte dieses Album immer noch etwas mehr als das Vorgängeralbum, zumals die Produktion schon auf Schallplatte sehr differenziert und mit einem hohen Dynamikumfang rüber kam. Freddie singt hier wirklich ganz atemberaubende "Koloratueren" und das erneute Remastering unterstreicht das alles noch einmal deutlich. Auch wenn solche "Klangunterschiede" wirklich nur dann hörbar werden, wenn man die Möglichkeit hat, das auf der heimischen Anlage hören zu können. Vermutlich bin ich nicht "Hi-Fi-Freak" genug, um das abschießend beurteilen zu können, aber ich denke, der Aufwand hat sich gelohnt...
Die "Deluxe-Edition" der ersten 5 Queen Alben bietet ein hervorragendes Remastering, die Booklets wurden um einige Fotos erweitert, es wurden keine zusätzlichen Kommentare der Band mit eingefügt. Die Bonus-Titel sind teilweise sehr interessant, trotzdem hätte man mehr erwartet. Vermutlich wollte man die bislang nicht veröffentlichten Titel für eine spätere "Box" reservieren, so ist das Ganze zwar nett anzusehen, aber das, was man als Fan der Gruppe schon so lange erwartet bieten auch diese "Deluxe-Versionen" leider nicht.
Auf "A day at the races" gibt es als Bonus den "Backing Track" Tie your mother down, also quasi instrumental, dann "Somebody to love" live at Milton Keynes 1982, You take my breath away (live Hyde Park 1976), Good old fashiones loverboy (TOTP Juli 1977 in Mono) und Teo Torriatte als HD Mix. Alles sehr hörenswert, und wie bei "A night at the Opera" wirklich klangtechnisch hervorragend remastert. Aber über einen "unbekannten" Song hätte ich mir auch sehr gefreut...
Daher denke ich, werden wir auch in Zukunft noch mehrere Male mit "remasterten" Originalalben beglückt werden, das Archiv bleibt vorerst in weiten Teilen geschlossen und ich war dann "ALles in Allen" doch etwas ernüchtert...
Ja, man kann sagen, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wenn ich mir zum 5. mal ein und das gleiche Queen Album kaufe, dann doch nur deshalb, um in den Genuß unveröffentlichter Aufnahmen zu kommen. Was man hier bekommt sind Abwandlungen und andere Versionen bereits erschienener Titel und da die Booklets quasi unverändert geblieben sind, allerdings um einige wenige Fotos ergänzt, bleibt zu hoffen, das es mit dem großen "Gesamtwerk" dann doch noch etwas wird. Die Musik verdient 5 Sterne, für den "Nutwert" hätte ich lediglich 3 vergeben...