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99 philosophische Rätsel
 
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99 philosophische Rätsel [Taschenbuch]

Martin Cohen , Dirk Oetzmann
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wenn jemand erklären würde, alle Bewohner Kretas seien Lügner, wäre das zwar ziemlich dreist, aber ansonsten nicht sonderlich bemerkenswert. Ist es aber ein Kreter selbst, der dies behauptet, entsteht eines jener Paradoxa, die Philosophen so sehr lieben, weil die Gesetze der Logik in Frage gestellt scheinen und man sich stundenlang darüber den Kopf zerbrechen kann.

Wer Gefallen findet an solchen Gedankenspielen und kniffligen Rätsel ist mit Martin Cohens Buch wirklich gut bedient und kann sich am bekannten "Gefangenen-Dilemma" die Zähne ausbeißen oder sich in die scheinbar ausweglose Lage des "Friseurs vom Hindukusch" hineinversetzen, der laut strengem Befehl des Herrschers allen Untertanen die Haare zu schneiden hat, wobei sich aber niemand selbst einen Haarschnitt verpassen darf. Wer Rätsel wie dieses Barbierproblem für eine Kleinigkeit hält, erfährt von Cohen, dass selbst ein Großdenker wie Bertrand Russell "wochenlang kaum essen und schlafen konnte", weil er an dessen Lösung herumtüftelte.

Mit den Lösungen ist das überhaupt so eine Sache. Zwar nimmt der Lösungsteil fast die Hälfte des Buches ein, heißt aber wohlweislich nicht "Lösungsteil", sondern "Erörterungen". Denn ebenso wie in der Philosophie das Zweifeln und Fragen wichtiger ist als die Antworten, haben auch philosophische Rätsel eher selten eine konkrete Lösung -- sie dienen vielmehr als anschauliche Einführung in ein Problemfeld, eine Fragestellung.

Und weil dem so ist, kann man 99 philosophische Rätsel durchaus als eine Art Einführung betrachten, die "die ganze Schatztruhe philosophischen Denkens" vor einem öffnet -- weil neben der Logik noch ganz andere Bereiche der Philosophie wie Ethik, Erkenntnistheorie oder Religion mithilfe der Rätsel erschlossen werden. Auf recht witzige Weise erklärt Cohen Grundbegriffe der Philosophie, stellt wichtige Denker vor und macht Lust, diese Schatztruhe noch genauer zu inspizieren. Der Friseur vom Hindukusch übrigens floh angesichts seines Dilemmas in die Berge und hielt sich dort 20 Jahre lang versteckt. --Christian Stahl

Pressestimmen

10.05.2001 / Die Weltwoche: Typisch britisch "Kluger Humor statt erdrückende Gelehrsamkeit."

01.09.2001 / Psychologie heute: Hubers Kuh... und weitere Rätsel "Dies ist ein Buch für sternenklare Nächte, die zu Gedankenexperimenten anregen."

01.05.2002 / Bild der Wissenschaft: Philosophische Schmankerl "Eine ideale Ein- und Verführung in die Philosophie."

Kurzbeschreibung

Philosophen lieben Rätsel. Schon bei den alten Griechen war es eine Art Sport, verblüffend einfache Fragen zu stellen, um sich dann wochenlang die Köpfe heiß zu reden. Mit 99 erstaunlichen Rätseln und Paradoxa entführt Sie Martin Cohen in die Welt der Philosophie. Und am Ende des Buches verrät er, wie frühere Philosophen die Rätsel gelöst haben- und sich immer wieder die Zähne ausbissen.

Der Verlag über das Buch

Rätselhafte Philosophie Eine unterhaltsame Anleitung zum Denken

Philosophen lieben Rätsel. Schon bei den alten Griechen galt es als eine Art Sport, verblüffend einfache Fragen zu stellen, um sich dann wochenlang die Köpfe darüber zu zerbrechen. Denn nicht zuletzt sind Rätsel eine spielerische Anleitung zum Philosophieren.

In seinem Buch 99 philosophische Rätsel öffnet Autor Martin Cohen die ganze Schatztruhe philosophischen Denkens. In kurzweiligen Erzählungen und lebensnahen Anekdoten bringt er philosophisch relevante Fragestellungen anschaulich auf den Punkt. Er verzichtet auf Fachausdrücke - ohne dass dadurch wichtige Theorien oder Fragestellungen ignoriert würden.

Ist Schnee weiß? Was ist Liebe? Ist Zeit umkehrbar? Was ist Gerechtigkeit? 99 Fragen zu Logik und Erkenntnistheorie, Ethik und Religion, Physik und künstlerischer Intelligenz erklären auf äußerst unterhaltsame Weise die Grundlagen der Philosophie und führen in die Welt berühmter Denker ein.

Als Hilfestellung bietet das Buch einen umfangreichen Diskussions- und Erörterungsteil, der dem Leser den "kritischen Blick" erleichtert und zudem die Möglichkeit gibt, die philosophischen Fragen auf ganz unterschiedliche Weise anzugehen.

Wie auch immer man sich diesem Werk nähern mag: Wer mitdenkt, ist auf dem besten Wege, selbst Philosoph zu werden.

Der Autor

Martin Cohen ist Herausgeber der Zeitschrift The Philosopher. Er unterrichtet Philosophie am College St. Mark and St. John der Universität Plymouth.

Über den Autor

Martin Cohen ist Herausgeber der Zeitschrift The Philosopher. Er unterrichtet Philosophie am College of St. Mark and St. John der Universität Plymouth.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Problem des Protagoras Euathlos wurde von Protagoras zum Anwalt ausgebildet. Man traf eine großzügige Vereinbarung, nach der Euathlos nicht für sein Studium bezahlen muss, bis und sofern er seinen ersten Fall gewinnt. Zum Ärger von Protagoras, der viel Zeit für die Ausbildung seines Schülers aufgewendet hatte, entscheidet dieser sich jedoch, Musiker zu werden und die Robe an den Nagel zu hängen. Protagoras verlangt daraufhin, dass Euathlos ihn für seine Ausbildung bezahlt. Euathlos aber weigert sich, und so geht Protagoras vor Gericht. So wie Protagoras die Dinge sieht, muss Euathlos, wenn er den Prozess verliert, seine Schulden an ihn zurückzahlen. Aber auch wenn Euathlos gewinnt, muss er bezahlen, da er ja dann seinen ersten Prozess gewonnen hat. Euathlos sieht die Sache etwas anders. Wenn ich verliere, so denkt er, habe ich meinen ersten Prozess verloren und muss, wie der Vertrag es vorsieht, keinen Pfennig bezahlen. Wenn ich jedoch gewinne, darf Protagoras nicht mehr auf dem Vertrag beharren, sodass ich ebenfalls nicht zahlen muss. Nun können nicht beide Recht haben. Wer aber begeht den Denkfehler? Erörterung Dies ist in jeder Hinsicht ein "klassisches" Problem, wie es die alten Griechen besonders gern hatten. Es gibt hier keinen "Trick", jedenfalls hat bis jetzt noch niemand einen entdeckt. Das Paradoxe daran ist, dass beide Argumentationsketten korrekt zu sein scheinen, aber zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen führen. Weder Euathlos noch Protagoras begehen einen Denkfehler, aber trotzdem können nicht beide Recht haben. Damit wird die Logik an sich in Frage gestellt, die doch die Basis für den Großteil unseres Denkens ist. Deshalb hielten die Griechen solche Probleme für besonders interessant.

Auszug aus 99 philosophische Rätsel. von Martin Cohen. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Problem des Protagoras

Euathlos wurde von Protagoras zum Anwalt ausgebildet. Man traf eine großzügige Vereinbarung, nach der Euathlos nicht für sein Studium bezahlen muss, bis und sofern er seinen ersten Fall gewinnt.
Zum Ärger von Protagoras, der viel Zeit für die Ausbildung seines Schülers aufgewendet hatte, entscheidet dieser sich jedoch, Musiker zu werden und die Robe an den Nagel zu hängen. Protagoras verlangt daraufhin, dass Euathlos ihn für seine Ausbildung bezahlt. Euathlos aber weigert sich, und so geht Protagoras vor Gericht.

So wie Protagoras die Dinge sieht, muss Euathlos, wenn er den Prozess verliert, seine Schulden an ihn zurückzahlen. Aber auch wenn Euathlos gewinnt, muss er bezahlen, da er ja dann seinen ersten Prozess gewonnen hat.

Euathlos sieht die Sache etwas anders. Wenn ich verliere, so denkt er, habe ich meinen ersten Prozess verloren und muss, wie der Vertrag es vorsieht, keinen Pfennig bezahlen. Wenn ich jedoch gewinne, darf Protagoras nicht mehr auf dem Vertrag beharren, sodass ich ebenfalls nicht zahlen muss.

Nun können nicht beide Recht haben. Wer aber begeht den Denkfehler?

Erörterung

Dies ist in jeder Hinsicht ein "klassisches" Problem, wie es die alten Griechen besonders gern hatten. Es gibt hier keinen "Trick", jedenfalls hat bis jetzt noch niemand einen entdeckt.
Das Paradoxe daran ist, dass beide Argumentationsketten korrekt zu sein scheinen, aber zu gegensätzlichen Schlussfolgerungen führen. Weder Euathlos noch Protagoras begehen einen Denkfehler, aber trotzdem können nicht beide Recht haben. Damit wird die Logik an sich in Frage gestellt, die doch die Basis für den Großteil unseres Denkens ist. Deshalb hielten die Griechen solche Probleme für besonders interessant.

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