In 99 F lässt Frédéric Beigbeder den Leser durch die Person des desillusionieten Werbefachmanns Octave in die schillernde aber unerbittliche Welt der Werbung eintauchen, eine Welt in der Zynismus und Menschenverachtung vorherrschen.
Die Werbung, so die Quintessenz des Romans, beherrscht nicht nur die Menschen, beeinflusst ihre Gewohnheiten und kontrolliert ihre Gedanken, sondern sie zerstört ihn. Nur durch Zynismus, Sex, Gewalt und Drogenkonsum ist es der Hauptfigur, die sich und seinen Berufstand verachtet, möglich, in dieser Welt zu bestehen, bis eines Tages ....
99 F ist eine schonungslose Kritik an der Werbeindustrie, deren Menschenverachtung der Autor aus eigner Erfahrung - er war selbst jahelang in einer Werbeagentur angestellt - nur zu gut kennt. Mittels vieler kleiner Insider-Details aus dem Werbealltag, vermittelt der Autor seine Abscheu; nicht durch das Mittel der Übertreibung, sondern durch einen schonungslosen Realismus.
Realismus und Gewalt kennzeichnen auch die Sprache des Romans: der Wortschatz ist roh, pejorativ, defätistisch und sexistisch.
Der Leser wird die Offenheit des Autors zu schätzen wissen ... Alles in allem ein sehr lohnenwertes Buch.