Eins vorweg: Das bis dato letzte Werk von Mercyful Fate ist ein absoluter Hammer. Eine bessere Kombination von brachialer Härte, guten Songs und stimmungsvollen Texten habe ich noch nicht gehört. Auch die ganz "Großen" (Maiden, Metallica, Priest...) können meiner Meinung nach diese CD nicht toppen. Die Songs sind wie immer bei MF ausgeklügelt, aber diesmal nicht so lang - vor allem im Vergleich zum Vorgänger "Dead again". Nur wenige Songs kratzen an der 5-Minuten-Marke, die meisten liegen um die 4. Aber auf die Länge kommt es ja bekanntlich nicht an :-)
Auch wenn sich die Jungs auf dieser CD von den 12/8-Takten verabschiedet haben, die in den Anfangstagen eines ihrer Markenzeichen waren, so spart das Album nicht an guten Grooves und treibenden Riffs. Hank Sherman, der bisher für die komplexeren Songs mit häufigen Tempowechseln zuständig war, haute hier einige ultraharte Dampfhämmer raus, allen voran das geile "Last Rites"; aber auch der King zeigt sich kompositorisch von seiner besten und härtesten Seite. "Church of St. Anne" und die hitverdächtigen "Sold my soul" und "Buried Alive" sind Midtempostampfer, "Burn in hell" ist dagegen perfekter Speedmetal. Die härteste Nummer stammt allerdings von Sherman: "Insane" hätte mit anderen Vocals auf jeder Slayerplatte eine gute Figur gemacht. An die einzige von Mike Wead - dem Denner-Ersatzmann - geschriebene Nummer ("9") musste ich mich zuerst gewöhnen, mittlerweile finde ich sie absolut stark. Düsterer, atmosphärischer Doom mit einem wie gewohnt okultem Text der Sonderklasse.
Verdammt schade, dass MF nach diesem Highlight aus finanziellen Gründen keine Platte mehr aufnehmen konnten. Da kriegt man mal hautnah mit, was die ganze Downloaderei und Schwarzbrennerei der Musikszene antut. Auch wenn Metalheads sicher noch zu den ehrlichsten Käufern gehören, so müssen wir doch die Verbrechen der anderen mit ausbaden.
Unterm Strich:
Absolute KAUFempfehlung für alle, die mit traditionellem Metal was anfangen können!