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9 Songs
 
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9 Songs

Kieran O'Brien , Margo Stilley , Michael Winterbottom    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (59 Kundenrezensionen)

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Rezensionen

Story

Matt ist Brite, Kälteforscher und gerade auf einer wissenschaftlichen Exkursion in der Antarktis unterwegs. Seine Gedanken sind jedoch gefangen von seiner Begegnung mit der hemmungslosen jungen Amerikanerin Lisa, die er in London getroffen hat. Und mit der er neben zahlreichen Konzertbesuchen vor allem den guten, leidenschaftlichen und vielseitigen Sex erfahren und genossen hat, der nicht bei jedem Zufallsaufriss zu erwarten ist.

Matt hat die attraktive 21jährige in der Brixton Academy während eines Auftrittes einer Brit-Rock-Truppe kennen gelernt. Auf seinem Weg über die Eiswüste vertraut er seinen Erinnerungen an, dass er, wenn er an Lisa zurückdenkt, sich weder an ihre Arbeit, ihre Kleidung, noch an das, was sie tat oder sagte, erinnerte. Sondern nur an ihren Geruch und die Berührung ihrer Haut mit der seinen. Und all die selbstverständlichen Variationen, in denen sie einander liegend, stehend oder kniend bespielten. „Fick mich!“, nicht „liebe mich“, aber: noch mal! Und: nochmal, bestimmte den Rhythmus ihres Zusammenseins.

Matt und Lisa werden einen Sommer miteinander verbringen. Ihre Nähe ist der Sex, den beide lustvoll genießen und keine Möglichkeit des Experimentes, keine Stellung, keine Variante auslassen. Sie treiben es im Bett, in der Küche, in der Badewanne, mit verbundenen Augen, mit leichten Schlägen und leichtem Schmerz als Stimulation der Lust. Und immer wieder gehen Matt und Lisa zusammen in die Konzerte angesagter britischer Pop- und Rocktruppen, koksen, kiffen, ficken ... und reden wenig. Das aber wäre auch unnötig, da es die Worte sind, die immer alles zerstören.

Der Alltag von Matt und Lisa spielt sich in Matts Wohnung ab. Bis zum Schluss darf er ihr Apartment nicht sehen. Sie, die in vielen Ländern viele Liebhaber hatte, die hemmungslos, hübsch, verrückt und ein wenig egoistisch ist, dem eigenen Genuss vielleicht ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenkt, schafft auch Distanz. Nur einmal verlassen die beiden im Tageslicht ihre Höhle. Diesmal geht es nicht zu einem Konzert, sondern ans Meer. Hier fühlt sich Matt zu einem Geständnis seiner Liebe bemüßigt. Danach ist der Zenit überschritten. Der Ton, den Lisa mitunter anschlägt, wird gereizter. An ihrer Hingabe und kreativen Freude bei der Suche nach körperlicher Erfüllung, ändert das nichts. Dennoch. Etwas ist geschehen ... und ein Ende kündigt sich an. Auf Matt wartet das ewige Eis der Antarktis, doch von Lisa verliert sich jede Spur ...

Movieman.de

Michael Winterbottoms Film soll man wohl am ehesten als gewagtes Experiment betrachten. Das heißt, wenn man gutmütig sein will. Will man es nicht, könnte man auch auf den Punkt kommen. Der Film ist ein Porno, nur dass er sich nicht einmal den Anschein einer Geschichte gibt. Vielmehr gibt es Gepoppe unterschiedlicher Art in Verbindung mit Konzertausschnitten und bedeutungsschwangeren Flügen über die eisige Einöde der Antarktis. Im Grunde fragt man sich, für wen dieser Film gemacht wurde. Leute, die an einer Geschichte — und sei sie noch so minimal — interessiert sind, wird hier nichts geboten, und Pornofans kommen auch nicht auf ihre Kosten, da Winterbottom zwar viel zeigt, aber auch unheimlich kalt dabei bleibt und beim voyeuristischen Publikum keine rechte Freude aufkommen lässt. Fazit: Seltsames Experiment, das Schwierigkeiten haben wird, sein Publikum zu finden.

Moviemans Kommentar zur DVD: Eine technisch durchschnittliche DVD. Die Extras sind einigermaßen interessant, der Film selbst wohl absolute Geschmackssache.

Bild: Auf digitalem Video gedreht, gibt es ein paar Probleme, die sich nicht verleugnen lassen. Immer wieder mal sind Doppelkonturen erkennbar, die auf einen Schärfefilter schließen lassen. Das Bild selbst wirkt kalt und unnahbar, genauso wie der Film. Die Farben sind allesamt viel zu ausgelaugt, aber das ist sicherlich Absicht. Ebenso wie der viel zu steile Kontrast, der helle Flächen schon beinahe schmerzend weiß erscheinen lässt (00:05:27). Die Konzertszenen sind dafür extrem dunkel, was wohl aber auch in der Natur eines solchen Konzerts liegt. Die Schärfe ist nur ok, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Die Kompression ist in Ordnung. Insgesamt wirkt das Bild ein wenig schäbig, doch auch hier gilt: das passt zum Film.

Ton: Die Stereospur kann man getrost vergessen. Nicht, weil sie etwa schlecht wäre, sondern weil der Film als das was er ist - ein überlanger Musikclip - mit der 5.1-Spur besser daherkommt. Die Konzertmusik ist sehr schön auf dei Surrounds gelegt und sorgt für einige Stimmung, werden doch alle Kanäle ausgenutzt, inklusive des Basses, der aber recht dezent daherkommt. Die Dialoge sind klar und gut verständlich. Eine hohe Dynamik oder Ortbarkeit ist dabei zwar nicht auszumachen, aber darauf kommt es bei diesem Film wohl auch kaum an.

Extras: Neben dem Trailer gibt es drei Interviews mit dem Regisseur und den beiden Darstellern, die einigermaßen interessant sind, da die drei verständlicherweise eine andere Perspektive diesen Film betreffend haben. Hier werden ein paar Antworten auf Fragen offeriert, die der Zuschauer hat, eine (negative) Meinung, die man sich gebildet hat, wird davon aber kaum relativiert werden. --movieman.de

VideoMarkt

Der britische Kälteforscher Matt rekapituliert während einer Antarktisreise seine Zeit mit der Amerikanerin Lisa: Sie besuchten zusammen in London Konzerte und liebten sich anschließend leidenschaftlich. Was dazu führte, dass der Engländer sein Herz an die mysteriöse junge Frau verlor. Doch Lisa war anders, mochte die Abwechslung, das Leben und die Männer im Allgemeinen. So kam es zum Zerwürfnis zwischen den beiden. Die Trennung folgte, Lisa ging in die USA zurück. Was Matt bleibt sind nur Erinnerungen.

Video.de

Michael Winterbottom, zuletzt mit "Code 46" auf futuristischen Pfaden unterwegs, lotet in seinem bislang wagemutigsten Werk eine Liebesbeziehung an Hand der Stadien der körperlichen Intimitäten aus. Dabei scheut er vor keiner Einstellung zurück, zeigt die - nicht gestellten - Liebesakte in vollem Umfang und driftet dennoch nie in die Pornografie ab. Vielmehr gelingt es ihm auch Dank der sensibel aufspielenden Protagonisten Kieran O'Brien und Margot Stilley eine poetische Grundstimmung zu evozieren. Ein spannendes Experiment.

Blickpunkt: Film

Mit einem Team aus nur drei Personen und einer DV-Kamera, Minibudget und ohne Drehbuch realisierte Michael Winterbottom den vermutlich sexuell explizitesten Film eines etablierten britischen Regisseurs: In mit großer Sensibilität beobachten realistischen Szenen lässt Winterbottom den Sex zwischen seinen improvisierenden Schauspielern nicht simulieren und beobachtet diesen aus nächster Nähe 65 Minuten lang im Wechsel mit Auftritten hipper Gitarrenrockbands in Londoner Konzerthallen.

'Was ist falsch daran, Sex im Kino zu zeigen?' fragte sich Michael Winterbottom und drehte einen Film, der sich genau darauf, auf das Zeigen von Sex, konzentriert. Die britische Yellowpress verlieh dem filmischen Experiment prompt das Prädikat 'schmutzigster Film aller Zeiten', wobei 'Nine Songs' jedoch nicht schmutziger ist als Sex zwischen Verliebten sein kann und Winterbottoms Blick natürlich mitnichten an Pornographie interessiert ist. Tatsache ist, dass er die im Vordergrund stehenden Sexszenen nicht simulieren, sondern von seinen beeindruckend intensiv und natürlich agierenden Schauspielern, Newcomerin Margo Stilley und Kieran O'Brian aus '24 Hour Party People', unter authentischen Bedingungen improvisieren lässt und in expliziten Nahaufnahmen filmt. Sex wird zur Metapher für die Beziehung des Paares - und Winterbottoms wie immer höchst sensibles Gespür entdeckt in dem körperlichen Verhältnis verschiedene Stadien der Beziehung. Dazwischen spiegeln sich diese in den Besuchen von Konzerten angesagter britischer Acts wie Franz Ferdinand, Black Rebel Motorcycle Club, Super Furry Animals, Dandy Warhols und Primal Scream sowie Winterbottoms Haus- und Hofkomponist Michael Nyman wider.
Das Experiment beginnt mit dem Moment, in dem sich Hauptdarsteller und Erzähler, der britische Kälteforscher Matt, bei einem Flug über die Antarktis an sein erstes Treffen mit Lisa erinnert. Die Bilder ihres ersten gemeinsamen Konzertbesuchs werden im Wechsel mit dem Sex danach in Matts Wohnung geschnitten. Bei diesem wie bei den darauf folgenden Treffen gibt es kaum Dialog, abgesehen von flüchtigen Gesprächen im Badezimmer, beim Essen, im Bett. Man erfährt nichts weiter über den Background der Figuren als Matts Job und Lisas Nationalität, dass sie viele Lover aus vielen Ländern hatte und nur für eine kurze Weile in England bleiben wird. Matt beschreibt sie einmal im Off-Kommentar als '21 - schön, egoistisch, sorglos und verrückt'. In der Mitte des Films unternehmen beide einen Kurztrip ans Meer, Matt badet nackt, macht Lisa ein Liebesgeständnis. Zurück in London zeigt die Beziehung Risse, es gibt einen ersten und einzigen Streit, eine Versöhnung, die Trennung, als Lisa in die Staaten zurückkehrt - simpel, pragmatisch, berührend.
Ganz langsam nähert sich der Regisseur, der hier erstmals auch selbst schnitt, den nie redundanten, mit ständig wechselndem Licht und aus wechselnder Perspektive mit der Handkamera gefilmten Szenen und tastet sich wie seine Protagonisten an immer kompromisslosere Einstellungen heran, zeigt die Partner in ihren intimsten Momenten und schafft eine erstaunliche Nähe zu den eigentlich anonymen Figuren.
Falsch ist an den hier gezeigten Sexszenen jedenfalls gar nichts - interessant ist allemal, wie Winterbottom seinen Film, der von den Voraussetzungen her pornographischer Natur ist, vielmehr auf eine poetische als voyeuristische Ebene bringt. Experiment gelungen - wobei vermutlich Altersfreigabe und Filmlänge die Auswertung selbst im Arthousesektor erschweren dürften. deg.

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Filmisches Experiment von Michael Winterbottom, der ein junges Paar in London bei Konzertbesuchen und vor allem beim Sex zeigt.

Kurzbeschreibung

Während einer Antarktisreise rekapituliert der britische Kälteforscher Matt seine Zeit mit der Amerikanerin Lisa: Sie besuchten zusammen in London Konzerte und liebten sich anschließend leidenschaftlich. Was dazu führte, dass der Engländer sein Herz an die mysteriöse junge Frau verlor. Doch Lisa war anders, mochte die Abwechslung, das Leben und die Männer im Allgemeinen. So kam es zum Zerwürfnis zwischen den beiden. Die Trennung folgte, Lisa ging in die USA zurück. Was Matt bleibt, sind Erinnerungen.

Produktbeschreibungen

Die amerikanische Studentin Lisa, die sich fr ein Jahr in London aufhlt, lernt Matt bei einem Rockkonzert kennen. Die beiden verlieben sich - und sie erleben hocherotische und zrtliche Stunden voller Leidenschaft und Sex. In Michael Winterbottoms neuem sehr explizitem Film folgt die Kamera schonungslos und ohne Zensur den beiden Protagonisten auf dem Weg ihrer intensiven und lustvollen Beziehung. Acht Bands und neun Songs begleiten diese auergewhnliche Liebe mit elektrisierenden und kraftvollen Live-Perfomances von Black Rebel Motorcycle Club, The Von Bondies, Elbow, Primal Scream, The Dandy Warhols, Super Furry Animals, Franz Ferdinand und Michael Nyman.
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