Das Buch "87 Tage Blau" von Peter Schanz wird von dem Autor John von Düffel, der das Vorwort beisteuert, eine "Alphabetisierung des Blau" genannt. So wie das Alphabet sich aus 26 Buchstaben zusammensetzt, lässt sich auch das Blau des Meeres nicht durch nur einen Farbton bestimmen. In Peter Schanz' "Logbuch einer Erdumrundung in Text und Fotografien" findet man von den meterhohen Wellen der Biskaya über das tiefe Dunkelblau des Pazifiks bis hin zum eher grünlichen Blau des Wassers im ägyptischen Hafen Port Said keine zwei Blautöne, die sich komplett gleichen.
Auf seiner Reise rund um die Welt als so genannter "supernumerary", also als überzähliger und damit eigentlich unnützer Passagier eines Frachtschiffes, hat der Autor aber nicht nur fotografiert, sondern auch die spektakulären und alltäglichen Ereignisse an Bord wie in einem Tagebuch notiert. Zu jedem der 87 Bilder, die das Aussehen des Meeres an dem entsprechenden Tag der Fahrt dokumentieren, gibt es einen kurzen Text, der die jeweiligen Erlebnisse, die neuen Erkenntnisse, die Gedanken und Ängste des Reisenden wiedergibt: Die Sorgen während des Sturms, der jeden Samstag wiederkehrende Eintopf, die Vorfreude der Crew-Mitglieder auf die billigen Frauen in Jakarta, die fliegenden Fische, die er gesehen hat, die Wale, die er immer wieder verpasst hat, und die Sonnenuntergänge, die auch nach 87 Tagen Fahrt gen Westen noch beeindruckend sind. Meist teilen sich zwei Bilder mit dazugehörigem Text eine Seite, mitunter ist aber auch für ein Bild und seinen Text eine ganze Doppelseite reserviert.
"87 Tage Blau" nähert sich dem Thema Meer von einer völlig neuen Seite und eignet sich daher besonders als Geschenk für alle von Fernweh und der Sehnsucht nach dem Ozean Geplagten, das in der Art wahrscheinlich noch niemand besitzt!