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Es ist ein Tagebuch des Vietnamkriegs, ungeschminkt und ungeschnitten. Der Held des Films bleibt dem Zuschauer weitgehend verborgen, denn schließlich befindet er sich hinter der Kamera. In diesem eng abgesteckten Umfeld entwickelt sich die Handlung von 84 Charlie Mopic, einem Drama über das Leben und Sterben amerikanischer Soldaten in einem Krieg, der noch heute traumatische Erinnerungen hervorruft. Auch wenn die Handlung fiktiv ist, weiß der Zuschauer, dass sich diese Szenen auch im wahren Leben abgespielt haben. Dass es ebenso gut wahr sein könnte, was sich hier ereignet. Die Aufnahmen vonMoPic (Byron James) – der Name leitet sich aus Motion Picture her - hätten auch aus dem echten Vietnamkrieg sein können, schließlich lautet sein Auftrag, einen Lehrfilm zu drehen, der noch mehr junge Männer in die Mühlen der Kriegsmaschinerie ziehen soll. So macht er sich mit einer Gruppe Soldaten auf in den Dschungel, um hinter den feindlichen Linien einen Aufklärungsauftrag zu dokumentieren. An ihrer Spitze ein frisch ernannter Lieutenant. Die Jungs nennen sich Easy, Pretty Boy oder Hammer und ihnen wird erst später schmerzlich bewusst werden, dass dies alles hier, dieser ganze Krieg, leider kein Spiel, sondern blutiger Ernst ist.
Regisseur Patrick Sheane Duncan setzt voll auf die reduzierte, eigentlich passive und distanzierte Art, mit der die Armee Lehrfilme an der Front drehen ließ. So kann der Trupp zunächst eine Vietcongstellung einnehmen, die Jungs sind euphorisch und siegesgewiss. Später soll sie ihr Glück verlassen und alles wartet nur auf den rettenden Hubschrauber, der sie aus dieser grünen Hölle befreien kann. Zumindest die Aufnahmen werden ihren Weg in amerikanische Hände finden, doch was ist aus den Protagonisten geworden?
Die Arbeit der MoPics, mobiler Kameratrupps, die zwischen den Fronten für interne Berichterstattung und Propagandamaterial zu sorgen hatten, wird hier erstmals ins Zentrum des Geschehens gerückt. Anders als in Good Morning Vietnam mit Robin Williams als durchgedrehtem Radiomoderator, gibt es hier keine erlösenden Momente und die Spannung des Films wird bis ins Unermessliche gesteigert. Denn nicht nur die Soldaten bekommen langsam ihre Zweifel, ob irgendwer lebend aus diesem Horrorszenario heraus kommt. Für die ungewöhnliche Art, mit der sich 84 Charlie MoPic dem Thema Vietnamkrieg nähert, wurde er für den Independent Spirit Award und den Jury-Preis des Sundance Festivals nominiert.
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