Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Es kommt auf die Erwartungen an, 26. November 2008
wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen kann, spaltet das Buch die Leserschaft. Die Enttäuschten sind Jules-Verne-Fans, die Begeisterten sind Helge-Timmerberg-Fans. Zugegebenermaßen hat das Buch mit der Reise des Phileas Fogg nur am Rande zu tun. Das liegt aber auch daran, dass Mr. Fogg eine literarische Figur ist und Jules Verne die Reise selbst nicht gemacht hat. Man kann sich also nicht auf die Suche nach Originalschauplätzen begeben. Timmerberg stellt dies aber auch gleich zu Beginn seines Buches klar. Also interpretiert Helge Timmerberg die Reise sehr frei. Der Leser, der Timmerberg mag, und dem Reisen auch eine philosophische Komponente abgewinnt, kommt voll auf seine Kosten. Allerdings muss man wissen, dass Timmerberg als Person nicht ganz stubenrein ist. Von Sex, Drugs und Esoterik darf man sich also nicht abgestoßen fühlen. Wer gern über Reisen, Rauchen, GoGo-Girls und Diktatoren liest, wird nicht enttäuscht. Wer eine Nach-Reise des Jules Verne Abenteuers sucht, kann nur enttäuscht sein. Meinen Geschmack hat das Buch voll getroffen. Armchair-Travelling für Backpacker und andere eher alternative Touristen. Einen Punkt Abzug für den zugegebenermaßen dreisten Marketing-Gag mit dem Titel.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der Weg ist das Ziel, 18. November 2008
Helge Timmerberg startet zu einer Reise, die er eigentlich gar nicht antreten will. Aber sein Vorhaben, Jules Verne auf seinen berühmten "In 80 Tagen um die Welt" in moderner Art zu folgen, ist nun einmal geplant und so zieht er los. Doch ein bisschen besser hätte er sich schon informieren sollen, denn gleich in Venedig stößt er auf ungewohnte Menschenmassen - es ist nämlich Karneval und ausser ihm befinden sich noch Tausende Touristen mehr in der Stadt, die ihm auf einmal so unsympathisch ist. Überhaupt hat sich vieles verändert auf der Welt, die er so gerne bereist und deren Völker er so geliebt hat. Widerwillig,trotzig,suchend, dies sind die begleitende Eigenschaften auf dieser, seiner vorerst letzten Reise und ebenso fühlte ich mich beim Lesen dann leider auch. Der Einband suggeriert Abenteuer, ebenso wie die im Buch enthaltenen historischen Bilder und Karten - nur leider findet keines solches statt. Dennoch berichtet Timmerberg so sympathisch und zwanglos von dieser Reise und seinen Gefühlen, dass ich das Buch dann trotzdem gerne gelesen und auch oft laut aufgelacht habe, weil der Autor so erschreckend ehrlich ist und man ihm manche Situation so gut nachfühlen kann. "Der Weg ist das Ziel" sollten diese 20 Kapitel eigentlich heißen, denn mit "In 80 Tagen um die Welt", der Nachahmung des berühmten Romans, hat er das Thema vielleicht ein bisschen verfehlt! Fazit: Ein Buch für Timmerberg-Fans, kein Ratgeber für Weltenbummler oder Roman für Abenteuerliebhaber!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine Auftragsarbeit - schade, man merkt's, 8. Mai 2010
Dieses Buch kann nicht verstecken, was es ist: eine Auftragsarbeit. "Ich muss Stories für das Buch finden, hab' aber keine Lust dazu. Bin nämlich ausgepowert" das ist auf 3/4 der Seiten zu spüren. Auf diesen "80 Tagen um die Welt" geht für Timmerberg erst in Mexiko City die Sonne auf, aber das ist viel zu spät, weil es eine der letzen Stories auf der Tour ist. Vorher muss man als Leser durch zuviel daher gejammerte Reisedepression - ohne erkennbaren Tiefgang, ohne Spannung, ohne Lust. Einzig die Tokyo-Story berührt wirklich mit ihrer größtenteils tristen Atmosphäre und bleibt in Erinnerung. Eigentlich bin ich Timmerberg-Fan. Er kann schreiben, er hat (normalerweise) Spannendes aus der Welt zu berichten und er ist kein Mainstream-Typ. Doch hier wirkt Timmerberg nicht authentisch, sondern als ob er sich selbst imitiert. Und auch wenn er unterwegs von seinen inneren, seinen seelischen Leidenszuständen berichtet, es kommt keine wirkliche Leidenschaft rüber. Die Regel "Eine Kopie ist nie so gut wie das Original" bewahrheitet sich also auch bei Selbst-Nachahmern. In diesem Fall ist sie leider nicht mal halb so gut. Wer Timmerberg authentisch, als Original mit echter journalistisch-literarischer Klasse kennenlernen möchte, dem seien folgende drei Bücher empfohlen, die allesamt fünf Sterne verdienen: Shiva Moon: Eine Reise durch IndienTiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegsDer Jesus vom Sexshop: Stories von unterwegsFazit: Schade, das sind 80 unoriginelle Tage der Schwermut. Einfach lustlos. Timmerbergs kann es besser, haarscharf noch 3 Sterne.
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