Kann man sich vorstellen, Ruth-Maria Kubitschek, Senta Berger, Katja Riemann, Hannelore Elsner und Cosma Shiva Hagen in einem Film zu sehen? Nun, zumindest hören darf man sie in dem 2002 erschienenen sehr französischen Film "8 Frauen".
Unübersehbar dafür die schönsten Blüten des französischen Kinos:
- das Stiefmütterchen Mamy (Danielle Darrieux, 85), Marcels Mutter
- die gelbe Orchidee Gaby (Catherine Deneuve, 59), Marcels Gattin
- die Balgfrucht Augustine (Isabelle Huppert, 49), Gabys Schwester
- die weiße Orchidee Louise (Emmanuelle Béart, 39), das Zimmermädchen
- die rote Rose Pierrette (Fanny Ardant, 53), Marcels Schwester
- die rosa Rose Suzon (Virginie Ledyen, 26), Gabys ältere Tochter
- das Gänseblümchen Catherine (Ludivine Sagnier, 23), Gabys jüngere Tochter
- die Sonnenblume "Madame Chanel" (Firmine Richard, 55), das Kindermächen
Autor und Regisseur François Ozon mischte nach der Romanvorlage "Huit femmes" von Robert Thomas einen späten Edgar Wallace mit einem Musikspiel von leichter Hand und ließ die Damen ihre komödiantischen Talente ausspielen. Wenn es gelingt, zu entspannen, steht einem ein unterhaltsamer Filmabend bevor, dem - wer hätte es anders erwartet - Madame Huppert mal wieder die zickige Krone aufsetzt.
Das Töchterchen kommt zu Besuch und findet den Vater in seinem Zimmer mit einem Messer im Rücken. Nach außen ist man abgeschlossen, das Telefon funktioniert ebenso wenig wie das Auto, und so "ermitteln" die Damen "jede gegen jede". Nichts bleibt, wie es scheint, wenn sich die giftigen, bissigen und verletzten Frauen gegenseitig, oft "im dritten Grad", verhören und die Abgründe ihrer Seelen zu Tage treten.
Außer der etwas steifen Leiche spielt kein Vertreter des starken Geschlechts mit. Für einen ordentlichen Schuss Erotik sorgt Emmanuelle Béart mit der kongenialen Stimme der nicht minder aufregenden Nina Hoss, manche Gesangsdarbietungen sind durchaus hörenswert (m.E. insbesondere die von Frau Huppert) und die spannende Story hat durchaus ihren Reiz durch überraschende Wendungen und einen gelungenen Schluss, der hier selbstverständlich nicht verraten wird.
Nicht nur vom Buch her orientiert sich der Film an der "guten, alten Zeit", in der die Hausmädchen noch schwarz glänzten, die Damen in Samt und Seide auftraten, der Schnee vor dem Fenster rieselte und Glasperlen und Blumen im Titel die Erwartung auf sorgenfreie Stunden weckten.
Das Publikum mochte es - 8 Frauen war, sicher auch wegen der vielen bekannten Namen, ein Kassenerfolg.
Im Original 111 Minuten im Format 1,85:1 auf 35 mm Film, DTS
Gesehen in Deutsch, 106 Minuten im Format 1,85:1 in SD
film-jury 4* A0464 23.1.2011eg 8A 1E Genre: Musical | Komödie | Krimi | Mystery
Emmanuelle Béart (* 14. August 1963 in Gassin, Département Var)
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1991 -* A0000 Die schöne Querulantin
....... R: Jacques Rivette D: Michel Piccoli, Jane Birkin, Emmanuelle Béart
1995 4* A0685
L' Enfer [UK Import]
....... R: Claude Chabrol D: Emmanuelle Béart, François Cluzet
2002 4* A0464
8 Frauen....... R: François Ozon D: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Fanny Ardant
....... D: Emmanuelle Béart, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier
2003 4* A0687
Nathalie - Wen liebst du heute Nacht?....... R: Anne Fontaine D: Fanny Ardant, Emmanuelle Béart, Gérard Depardieu
2006 4* A0159
A Crime....... R: Manuel Pradal D: Harvey Keitel, Emmanuelle Béart