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8 1/2 Millionen [Gebundene Ausgabe]

Tom McCarthy , Astrid Sommer
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
  • Verlag: Diaphanes (12. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 303734055X
  • ISBN-13: 978-3037340554
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 422.044 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Tom McCarthy
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Einer der wichtigsten englischen Romane der letzten zehn Jahre.« (Zadie Smith, New York Review of Books, November 2008)»Eine beißende post-existentialistische Parabel.« (Joyce Carol Oates, 2007)

Kurzbeschreibung

Tom McCarthys Debüt, das die New York Times "eine Philosophie in Romanform" nannte, handelt von den Tücken der Faktizität und den Manövern der Materie, die unsere Imagination formt. Der Autor vollbringt das Kunststück, die großen alten Fragen nach Wunsch und Wirklichkeit, Realität und Fiktion mit absurdem Sprachwitz neu zu inszenieren, intelligent und präzise bis zum wahnwitzigen Finale. Hat man sich einmal von seiner Logik gefangen nehmen lassen, ist kein Entkommen: Wirklichkeit will wiederholt sein.Ein Unfall: Etwas fällt vom Himmel, jemand wird getroffen. Aus dem Koma erwacht, ist er um seine Vergangenheit ärmer und um eine Abfindung von 8 1/2 Millionen Pfund reicher - unter einer leicht zu erfüllenden Auflage: Stillschweigen zu bewahren über das Ereignis, an das er sich ohnehin nicht erinnert. Was jedoch nicht einfach erkauft werden kann, ist die Rückkehr in die Normalität. Zwar wachsen die Knochen wieder zusammen und das Laufen, Sprechen und Hantieren mit Dingen kann neu erlernt werden, aber nichts ist mehr selbstverständlich. Alles fühlt sich unecht an. Second hand. Dann - ein Vorfall. In einem fremden Badezimmer überkommt ihn beim Anblick eines Sprungs in der Wand plötzlich ein immenses Glücksgefühl: Da war einmal ein identischer Sprung in einer Badezimmerwand und um ihn herum hatte es einen Alltag gegeben, eine Wohnung, einen Ausblick, Gerüche, Klänge. Vor allem aber das Gefühl, lebendig zu sein. Fortan verwendet der namenlose Ich-Erzähler alles darauf, sich dieses Leben und dieses Alltagsgefühl zurückzuholen: Er sucht und kauft ein Haus oder vielmehr einen ganzen Straßenzug, investiert und engagiert, zeichnet Diagramme, plant Abläufe und lässt eine Unzahl von Personen aufmarschieren, um die aufsässige Wirklichkeit seinen Vorstellungen anzupassen: als Realität zum An- und Ausschalten, Vor- und Zurückspulen, in Endlosschleife, und all dies nur um jenes kurzen Prickelns der Authentizität willen. Doch es ist nie genug, der Stoff macht süchtig, der Realisierungszwang gerät außer Kontrolle ...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Second-hand 13. September 2009
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn wir gehen, laufen, springen, den Arm heben, jemandem zuwinken, den Kopf drehen oder auch nur stehen, sind das ganz selbstverständliche Dinge, über die sich ein gesunder Mensch keine Gedanken macht. Doch hinter den Bewegungen, die wir Tag für Tag ungezählte Male verrichten, steckt ein ausgefeiltes System aus Knochen, Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen in Zusammenarbeit mit unserem Gehirn. So sind zum Beispiel bei einem einzigen Schritt nach vorn 75 Manöver beteiligt.

Aber wie fühlen sich Menschen, die eine neuronale Schädigung erlitten haben, denen diese Selbstverständlichkeiten nicht mehr natürlich sind? Für den dreißigjährigen Protagonist von "8 1/2 Millionen", dem Debütroman von Tom McCarthy, für den der 1969 geborene britische Schriftsteller und Künstler 2008 den "Believer Book Award" erhielt, sind solche Bewegungsabläufe alles andere als normal. Nach einem Unfall - "Etwas fiel vom Himmel, damit hatte es zu tun. Technologie. Teile, Bruchstücke." - muss der namenlose Ich-Erzähler
in einer Therapie diese für einen gesunden Menschen völlig unspektakulären Handlungsabläufe in mühsamer Arbeit neu erlernen.

McCarthys Protagonist gelingt zwar die Rekonvaleszenz, aber fortan muss er über jede Bewegung, die er macht, nachdenken. "Kein Tun ohne Verstehen, das war die Hinterlassenschaft des Unfalls - eine immerwährende Umleitung." Da helfen auch die titelgebenden 8,5 Millionen Pfund Entschädigung nicht, die sein Anwalt für ihn bei der gegnerischen Partei herausschlägt. Denn diese "Umleitungen", diese gedanklich vergegenwärtigten Handlungen empfindet der traumatisierte Londoner als unecht, unnatürlich, nicht authentisch, als bloße Duplikate. Sie sind für ihn nur noch "second hand". Das Gefühl unmittelbarer Echtheit stellt sich für ihn im Alltag nicht ein. Bis er - ausgelöst durch einen Riss in der Wand des Badezimmers eines Bekannten - ein Déjà-vu-Erlebnis erfährt. Er erinnert sich an den gefühlten authentischsten Moment seines Lebens. Vor seinem inneren Auge taucht bruchstückhaft ein Mietshaus auf, mit eben diesem Riss in der Wand. Visuelle, akustische und olfaktorische Erinnerungen durchströmen seinen Geist und erzeugen ein wohliges Kribbeln in seinem Körper.

Mit Hilfe seiner immensen Abfindung beginnt er die Realität nach seinen Vorstellungen zu gestalten: zuerst die monströse Rekonstruktion des Gebäudes, "damit ich wieder das Gefühl haben konnte, echt zu sein, wirklich.", dann die sequenzielle und fortwährende Nachstellung bestimmter Handlungen, die er je nach Gusto verlangsamen, verändern, anhalten oder wiederholen lässt, um die richtige Bewegung zu verinnerlichen. Aber zunehmend verlagert er diese Wiederherstellung seiner Authentizität ins reelle Leben, wo sie immer abstrusere, schizophrenere, ja morbidere Formen annimmt und letztendlich zu einer ans Wahnhafte grenzenden Obsession wird.

McCarthys Duktus, der sensibel von Astrid Sommer ins Deutsche übertragen wurde, zeichnet sich durch eine unfassliche Präzision und Kälte aus, offenbart aber alles andere als ein langweiliges Romankonstrukt. Trotz der minutiösen Beschreibung und Analyse der surrealen Ideenumsetzung des neurotischen Kontrollfreaks, gelingt ihm ein unglaublich fesselndes, aberwitziges, aber gleichzeitig auch philosophisch durchwobenes Buch, das die Fragen der menschlichen Identität aufgreift und hinterfragt. Es geht um Zufriedenheit und Entfremdung, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des menschlichen Daseins, um Schönheit und Gewalt, um Erinnerung und Bewusstsein und nicht zuletzt um Rezeption und Produktion von Kunst und Künstlichkeit selbst. Vielleicht ist unser Leben gar nur eine Simulation?

Fazit:
In "8 1/2 Millionen", seinem Erstling, lässt der britische Autor Tom McCarthy seinen durch einen Unfall traumatisierten Ich-Erzähler auf die Suche nach der verlorenen Authentizität gehen, die sich zu einer zunehmenden Epiphanie - einer Erscheinung oder Selbstoffenbarung einer Gottheit vor den Menschen - ausweitet. Ein großartiges, ein unbedingt lesenswertes Buch!
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Format:Gebundene Ausgabe
Nach seinem Unfall ist nichts mehr wie es einmal war. Durch die Abfindung von 8 1/2 Millionen Pfund zwar all seine finanziellen Sorgen los, findet der namenlose Ich-Erzähler aber nicht wirklich zurück ins Leben. Nichts ist mehr selbstverständlich. Autor Tom McCarthy lässt seinen Helden jedoch nicht allein und verhilft ihm mit viel Sprach- und Wahnwitz zu einem neuen Leben: Dank eines Risses in einer fremden Wand kommen die Erinnerungen zurück - ansatzweise. Denn so ganz will sich das Bild nicht zusammenfügen. Und so beginnt er nach und nach sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten: Er sucht ein Haus, dass zu dem Riss passt, plant Abläufe, rekrutiert Schauspieler, die seinen Anweisungen folgen und schafft eine - seine - Realität. Eine zum An- und Ausschalten. Und er hat als einziger die Kontrolle darüber. Bis er sie verliert. Aber wie auch der Rest des Buches, folgt auch das Ende der britischen Tradition.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Stefan
Format:Gebundene Ausgabe
Als Erstlingsroman hat 8 1/2 Millionen auf mich einen gemischten Eindruck hinterlassen.

Tom McCarthy schafft es mit grosser Präzision, wie ich sie selten erlebt habe, alltägliche und banale Dinge zu beschreiben. Manche Szenen wurden mir sehr plastisch. Es war, als sei ich dabei.
Einzelne Erfahrungen, die von aussen betrachtet - wie gesagt- banal und alltäglich sind, erhalten im subjektiven Erlebnis eine immense Bedeutung und Ästhetik. Es fällt mir schwer zu sagen, was daran so faszinierend ist, es ist eine Art Verliebtsein in den Moment, in die Sequenz.
Witzig und erfrischend wirkte für mich auch der leicht kindlich sture Umgang des Protagonisten mit seinen Mitmenschen. Eine Figur zur Identifikation ist sie nicht. Er ist ein philosophisches Menschenwesen. Und die Geschichte an sich ist ein komisches, konstruiertes Experiment (ich stelle mir die Berge gebratener Leber vor und die armen Katzen und den Frust der Mitarbeiter).

Abgesehen von der Welt in diesem Buch fand ich Geschichte teilweise haarsträubend merkwürdig. Mein Vater, der es zuerst gelesen hatte, beurteilte es als "krank". Er ist ja in einer Form als Traumatisierter, weshalb es als unbefangener Dritter teilweise schwer nachzuvollziehen ist.

Mein Fazit: wer es liest, lässt sich auf ein Experiment, das scheitern, aber auch gelingen kann.
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