Die Schublade meines Players ist immer noch ganz klebrig vom Heldenpathos, das aus allen Ritzen der DVD triefte.
Auf der Seite des Südens die guten, tapferen aber unerfahrenen Studenten, auf der Seite des Nordens die bösen, ideologisch geprägten, hochgerüsteten, mordgierigen, verschlagenen roten Horden. Es wird kaum ein Klischee ausgelassen. In amerikanischen Filmen über die Kämpfe in Europa gegen die Deutschen im 2. Weltkrieg werden diese so dargestellt, wie in "71" die Kommunisten, und solche Filme wurden dann hier auch noch als "Meisterwerke" bejubelt.
Warum also sollen die Südkoreaner nicht auch ihr "Private Ryan" drehen dürfen?
Bevor die Jungs in Zeitlupe, von zahllosen Kugeln durchsiebt, den unvermeidlichen Heldentod sterben müssen, hat fast jeder von ihnen noch gefühlte 100 Feinde niedergemäht.
Auch wenn es diese armen Studentenfreiwilligen tatsächlich gegeben hat, dürften sich die Kämpfe wohl kaum so abgespielt haben, wie sie hier gezeigt werden.
Die Aussage, dass hier viele junge Menschen auf beiden Seiten sinnlos verheizt werden, kommt in den teils drastischen Bildern natürlich auch rüber, wird aber durch das übertriebene Pathos geschmälert.
Die Kampfszenen sind sehr aufwändig und brauchen den Vergleich mit US-Produktionen nicht zu scheuen.
Darüber, dass die Panzer der "Roten" von Shermans und neueren Modellen dargestellt wurden, kann man hinwegsehen.
Insgesamt hat mir "Brotherhood" als Film über den Koreakrieg aber besser gefallen.