Produktinformation
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Nachdem auf der letzten Scheibe Sünder ohne Zügel unterkühlte, klinische Sounds und nicht sonderlich gelungene Rammstein-Anleihen für leichte Irritationen sorgten, präsentieren sich die sieben Multikulti-Metaller auf 7 wieder gewohnt organisch und eigenständig. Bei zwei, drei Nummern übertreibt man es zwar mit kitschigen Gesangsmelodien und albernen Texten, ansonsten wird aber durchgehend hochwertige Kost aufgefahren.
Neben reinrassigen Mittelalter-Songs inszeniert man filigrane Balladen und gnadenlos groovende Riff-Attacken, die sich größtenteils schon beim ersten Durchgang tief in die Gehörgänge fräsen und dort hitverdächtige Ohrwurmmelodien absondern. Traditionelle Instrumente wie Dudelsack, Harfe oder Drehleier sind stärker in die Songs integriert als auf Sünder ohne Zügel und verleihen 7 jenes zeitlose, stilübergreifende Flair, das man zuletzt etwas vermisste. --Michael Rensen
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1."Erdbeermund": Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Song, der mir erst nach ein paar Mal anhören angefangen hat zu gefallen. Der Text, stammend von dem im 15. Jhdt. lebenden Franzosen Francois Villon, ist typisch für In Extremo und wurde sehr gut ausgewählt. Melodisch mag es anfangs etwas zu wild erscheinen, wird aber mit der Zeit bestimmt gefallen!
2."Sefardim": Eine schnelle Ballade über die Geburt Abrahams ganz im mittelalterlichen Stile. Nichts wirklich aussergewöhnliches und auch nicht unbedingt einer der besten Songs auf der Platte.
3."Ave Maria": Ein sowohl textlich als auch melodisch anspruchsvoller Song über Maria, die vom Engel Gabriel über die Geburt ihres Kindes erfährt. Zwar wird hier ebenfalls nicht mit hartem Gitarrensound gespart wie bei "Sefardim", jedoch wirkt das ganze einfach melodischer und man kommt schneller und besser in den Song hinein.
4."Mein Kind": Schon als ich dieses Lied das erste Mal hörte, dachte ich nur "Wow". Alleine der wunderbare und musikalisch großartig gelungene Chorus des Songs lässt einen nicht mehr los und erzeugt gemeinsam mit dem wirklich tollen Text eine wohlige Gänsehaut. Der Dudelsack verleiht dem Ganzen noch das gewisse Etwas.
Alles in allem der für mich beste Song des Albums!
5."Sagrada Trobar": Über dieses Lied gibts nicht viel zu sagen. Nichts aussergewöhnliches, keinerlei Besonderheiten in Bezug auf Text oder Melodie. Ein nur mittelmäßiger Song.
6."Küss Mich": Die Single-Auskoppelung der Platte. Sehr melodisch und mit einem eingehenden Text wird dieser Song sicherlich vielen gleich auf Anhieb gut gefallen, wenn sie ihn nicht ohnehin schon längst kennen.
7."Davert-Tanz": Ein wirklich hörenswertes Stück! Ohne Lyrics (mit Ausnahme der einleitenden Worte) verstehen In Extremo hier ohne E-Gitarre, Schlagzeug und Bass, nur mit den gewohnten, mittelalterlichen Instrumenten, ein rythmisches, schnelles und belebendes Instrumentalwerk hinzulegen. Gelungene Abwechslung!
8."Melancholie": Wie schon der Titel sagt, ein sehr ruhiges, melancholisches Lied. Der Text stammt von dem Franzosen Eustache Deschamps aus dem 13. Jhdt. und wird auch teilweise vom Letzten Einhorn, dem Sänger In Extremos, in Französisch gesungen.
9."Albtraum": Frank Wedekinds Text "Der Tantenmörder" wurde von In Extremo für diesen Song verwendet. Und die Umsetzung dieses Gedichtes von 1905 kann man als durchaus gelungen bezeichnen! Die tiefe, rauhe Stimme des Letzten Einhorns gibt dem ohnehin schon erschütternden Text noch die gewisse Essenz Agressivität hinzu und wird durch die brachial klingende E-Gitarre noch kräftig unterstützt. Gratulation!
10."Pferdesegen": In Sachen Melodie ziemlich gewöhnungsbedürftig. Einziges Highlight ist hier der Dudelsack, der sich ziemlich hervorhebt.
11."Nymphenzeit": Ursprünglich aus dem 9. Jhdt. stammend, verstehen es die sieben Mannen diesen Song in ihren eigenen, besonderen Stil zu verwandeln. Ein typischer In Extremo Song, mit toller Mixtur aus Lyrics, Mittelalter- und Metalsound!
12."Madre Deus": Ähnlich den Liedern "Sefardim" und "Sagrada Trobar" kann man diesen Song im Mittelfeld einordnen.
13."Segel Setzen": Nach "Mein Kind" und "Küss Mich" der dritte Song dieses Albums, dessen Text ausschließlich von In Extremo selbst geschrieben wurde..und das merkt man sofort! Das letzte Lied der Platte ist vielleicht das textliche Highlight. Auch die Instrumente harmonieren hier sehr gut, wobei es nicht so harmonisch wie etwa "Mein Kind" klingt.
Trotzdem ein gelungenes Finalstück!
Zusammenfassend kann man sagen, dass "7" ein durchaus würdiger Nachfolger von "Sünder ohne Zügel" ist, wobei das zuletzt genannte Vorgängeralbum doch noch eine Spur höher anzusetzen ist (deshalb auch die "nur" 4 Sterne).
Wer In Extremo noch nicht so gut kennt, sollte vielleicht einmal probehören..echte Fans und Kenner kommen um das neue Album aber nicht herum!
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