Ich lese recht gerne Bücher, die eine alternative Sichtweise auf die Geschichte vertreten. Ich denke, dass die offizielle Geschichtsschreibung einiges verschweigt, auch dass es möglich sein muss, über bestimmte Aspekte der Geschichte zu spekulieren, aber was der Autor hier liefert, ist wirklich teilweise haarsträubend. So etwas wie ein roter Faden ist nicht erkennbar. Ein wirres Durcheinander wirrerer Gedanken. Freimaurer, Außerirdische, letzte Schlachten und der Antichrist, alles soll miteinander zu tun haben. Was, das verrät der Autor leider nicht. Der Schreibstil ist gelinde gesagt primitiv. Solide Recherchen hat es nicht gegeben. Einige Beispiele: Auf Seite 5 ist von 'NASA-Leiter' Maurice Chateleine die Rede, der über UFOs bei der Apollo-11-Mission berichtet haben soll. In Wahrheit heißt der Gute Maurice Chatelain, war nie NASA-Leiter, nicht einmal NASA-Mitarbeiter, sondern arbeitete für eine externe Firma. Der erwähnte Bericht ist schon vor Jahren als dreiste Fälschung entlarvt worden. Unter anderem wird dort von drei Astronauten auf der Mondoberfläche gesprochen, obwohl es nur zwei Astronauten waren. Der Autor hinterfragt kein Indiz nach seiner Echtheit. Alles, was ihm in den Kram passt, wird irgendwie verwurstelt, zu einer Theorie, die sein eigenes Geheimnis bleibt. Auf den Seiten 76 und 77 erwähnt er die Schilderung einer Kernexplosion, die im indischen Mahabharata überliefert sein soll. Ich kenne die entsprechende Mahabharata-Stelle des Mausala Parva aus zwei exakten englischen Übersetzungen, in der nichts dergleichen zu finden ist. Der Text ist eine Erfindung, die seit den 1970er Jahren durch die Sciencefiction-Literatur geistert. Nach Meinung des Autors war die Arche Noah ein Raumschiff (S. 101). Klar, Raumschiffe haben schon immer auf dem Wasser geschwommen. Die auf Seite 21 präsentierten, verschwommenen wahrnehmbaren UFOs sind auf den Originalaufnahmen klar als Wassertropfen auf dem Kameraobjektiv erkennbar. Desweiteren gibt der Autor zu bedenken, dass der nette Tommy, ein außerirdisches Wesen, in Erich von Däniken gefahren sein könnte. Beweis ist Erichs Schwurbelroman, den niemand sonst ernst nimmt. Ach ja, die Bundeslade könnte eine Zeitmaschine gewesen sein. Der alttestamentarische Elia soll mit Johannes dem Täufer identisch sein. Ich war ja schon dankbar, dass er nicht der zeitreisende Elvis war. Man könnte hundert ähnliche Beispiele nennen. Das Buch ist eine schlecht geschriebene Phantasterei, die nicht der geringsten Prüfung standhält.