Kurzbeschreibung
Während die Beatles, die Stones und Hippies mit langen Haaren von sich reden machen, die Tokioter Universität wegen der Studentenunruhen schließt und der Vietnamkrieg die Welt in Atem hält, beschäftigt den siebzehnjährigen Ken vor allem die traurige Tatsache, daß er noch Jungfrau ist. Um endlich die engelsgleiche Kazuko auf sich aufmerksam zu machen, inszeniert er die erste Schülerrevolte von Kyushu, schwingt sich auf zum Daniel Cohn-Bendit des Komitees zur Verbarrikadierung der Schule, organisiert mehrere aufgeregte Hühner für ein von ihm ins Leben gerufenes Kunstevent-Festival - und ist seinem Ziel am Heiligabend 1969 zum Greifen nah.
Ein Kultbuch in Japan und den USA ist dieser schwungvolle, schräge Roman von den Nöten des Erwachsenwerdens in der japanischen Provinz.
Ein Kultbuch in Japan und den USA ist dieser schwungvolle, schräge Roman von den Nöten des Erwachsenwerdens in der japanischen Provinz.
Über den Autor
Ryu Murakami wurde 1952 in Sasebo bei Nagasaki geboren. Er ist einer der einflussreichsten zeitgenössischen japanischen Schriftsteller, gleichzeitig Drehbuchautor und Regisseur (u.a. Tokyo Decadence). Für seinen Romanerstling Blaue Lilien auf transparenter Haut erhielt er den renommierten Akutagawa-Preis.
Excerpted from 69. by Ryu Murakami. Copyright © 0. Reprinted by permission. All rights reserved
1969 waren wir siebzehn. Und wir hatten immer noch unsere Jungfernhaut. In diesem Alter noch Jungfrau zu sein, ist nicht unbedingt etwas, auf das man unbedingt stolz oder über das man unbedingt beschämt sein konnte, aber es war doch etwas, was auf unserer Seele lag. Neunzehnhundertneunundsechzig war das Jahr, in dem die Studentenunruhen die Tokyoter Universität schlossen. Die Beatles brachten das White Album, Yellow Submarine und Abbey Road raus, die Rolling Stones machten ihre größte Single, "Honky Tonk Women", und Leute bekannt als Hippies trugen ihre Haare lang und redeten von Liebe und Frieden. In Paris trat De Gaulle zurück. Der Krieg in Vietnam ging weiter. Oberschul-Mädchen benutzten Binden, keine Tampons. So eine Sorte Jahr war das Jahr 1969, als ich mein drittes und letztes Jahr auf der Oberschule begann. Ich ging auf eine weiterführende Schule in einer kleinen Stadt mit einer amerikanischen Militärbasis im westlichen Teil von Kyushu. Weil ich in einem naturwissenschaftlichen Kurs war, waren nur sieben Mädchen in meiner Klasse. Sieben war immer noch besser als gar keine, so wie das in meinen ersten zwei Jahren gewesen war, aber die meisten Mädchen, die Naturwissenschaft belegen, sind meistens Pleiten, und es tut mir Leid zu sagen, dass fünf von sieben genau solche Pleiten waren. Eine der übrigen zwei hatte ein Gesicht wie eine Babypuppe und war aber an nichts anderem interessiert als Matheformeln und englischen Vokabellisten. Babypuppes Vater hatte ein Sägewerk, und wir lästerten, dass man ein Stemmeisen brauchte, um in sie reinzukommen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.