Der Roman ist mit den plakativen Worten "Expeditionen in die Provinz" überschrieben... aber was finden wir dort und - vielleicht noch wichtiger - wie finden wir da wieder heraus? Wenn man sich selbst als Leser am liebsten von dem, was die Autorin mit Provinz bezeichnet, in seinem eigenen Leben distanziert, fühlt man sich in den ersten Kapiteln des Buches eher unwohl. Berichtete Episoden, genauso wie die benutzte bzw. wiedergegebene Sprache, wirken schroff, vielleicht auch ordinär. Trotzdem findet man, umso weiter man in die Erzählung eindringt, auch ganz andere Seiten. Die Hauptpersonen entwickeln eine ganz andere Gestalt - eine Persönlichkeit, die dem schon im Titel erwähnten "Berlin" (wozu brauchen wir diesen Verweis?) gar nicht mehr so sehr zu widersprechen scheint. Man könnte fast sagen, es ergibt sich gegen Ende eine "schöne" Geschichte - wenn da nicht der Schluss wäre... wie ein Abgrund vielleicht.