Es ist mir absolut schleierhaft, wie man diesem Roman mehr als zwei Sterne geben kann; der Schreibstil entspricht eher einem Book on Demand aus der Feder eines Abiturienten (Bsp.: "Was mochte Eugene erlebt haben, falls er noch lebte? AAAAHHHHH! Audrey schrie, so laut sie konnte."). Verstaubter Mummenschanz aus 100 Jahren Gruselroman wird lieblos aufgewärmt, die Protagonisten entspringen direkt der Scherenschnitt-Schublade, der Plot strotzt nur so von Logiklöchern und eine unmotiviertere und unglaubwürdigere Narrative (die auch noch ständig durch trivialwissenschaftliche Einschübe unterbrochen wird) habe ich wohl noch nie gelesen. Wieso der Teufel die Leute auf eine Schnitzeljagd schickt, bleibt sein Geheimnis, wahrscheinlich ist ihm langweilig... Wenn diese sogenannten Wissenschaftsjournalisten dann noch Pseudowissen zitieren und ohne Not ernsthaft behaupten, jeder Psychologe wisse, dass geistig Behinderte einen 6. Sinn besässen, haben sie bei mir jegliche Glaubwürdigkeit verspielt (ich BIN Psychologe!).
Und was an der Auflösung so überraschend sein soll ist mir auch nicht klar (Tipp: wird bereits im Titel verraten!). Das Ende selbst wiederum ist Hosianna-Kitsch pur. Da ist mir Dan Brown, der nun wirklich auch kein Shakespeare ist, zigmal lieber!