Die Titelseite wird zunächst verwundern: "Visit Palestine" steht dort vor dem Hintergrund von Orangen, sattem Grün, landwirtschaftlichen Gebäuden und Getreidefeldern. Das Bildmaterial für diesen achten Terminplaner der Jüdischen Verlagsanstalt Berlin geht auf die dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zurück und entstammt dem Museum der deutschsprachigen Juden bei Naharija. Die Kultur der ausgewanderten und nach Palästina geflüchteten Jeckes wird übrigens auch bei den Berliner Jüdischen Kulturtagen im September 2008 im Zentrum stehen.
Wie schon die sieben Kalender zuvor sind Herausgeberin (Annette Böckler, London) und das auch 2008/09 wieder beteiligte Centrum Judaicum Berlin um eine freundlich-klare Gestaltung und einen hohen Gebrauchswert bemüht gewesen: Wochenabschnitte nach liberaler und orthodoxer Tradition, Prophetenlesungen, Zeitangaben zum Kerzenzünden und zur Hawdala, knappe lexikalische Erläuterungen zu Festen und Bräuchen, darüber hinaus Sinnsprüche zum Beginn jeder Woche und stichwortartige Erinnerungen an Ereignisse und Persönlichkeiten. Vor dem umfangreichen Adressenteil für Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es eine bis 2017 reichende Übersicht der jüdischen Fest- und Feiertage, eine Aufstellung der Schulferien - allerdings nur für Deutschland. Es folgen zwei Seiten mit wichtigen Gebeten.
Der Kalender beginnt im September 2008 mit dem jüdischen Monat Elul 5768 und endet Ende Dezember 2009 und reicht damit sogar bis ins jüdische Jahre 5770.
Zwei Kritikpunkte: Die Angaben im Adressenteil sollten nicht nur immer nur ergänzt, sondern gelegentlich auch überprüft werden. Einige sind überholt. Und: Die Redaktion sollte darauf achten, konsequent alle deutschsprachigen Länder im Blick zu haben.
Ansonsten gilt auch dieses Mal: Dieser Terminplaner "Durch das jüdische Jahr" ist voll alltagstauglich und ein Vergnügen durchzublättern. Er passt in jede Handtasche, und da sollte er auch hinein.