Was für eine geile Platte, wenn ich das hier mal so ungeschützt bemerken darf: Ein grandioses, mir bis dato völlig unbekanntes holländisches Metropole Orchestra (das sich selbst ganz unbescheiden als "The world's largest professional pop and jazz orchestra" bezeichnet), trifft auf einen hier in der Form seines Lebens aufspielenden John Scofield, der auch gleich sieben von neun Stücken dieser Produktion geschrieben hat - die beiden übrigen stammen vom Meisterarrangeur Vince Mendoza, der dem Ganzen ein perfekt sitzendes Klanggewand auf den Leib geschneidert hat. Und während Mendozas Arrangements sonst eher von dunklen Farben und weichen, warmen Tönen geprägt sind, die sich sanft um die Stücke wickeln (und sie manchmal auch im Wohlklang ersticken), bleibt bei dieser (nach der Zahl der Orchestermusiker plus Scofield und Mendoza schlicht "54" betitelten) CD genügend Freiraum für Ecken und Kanten, den vor allem Scofield mit seinem - genau: eckigen und kantigen, dabei grandios unverwechselbaren - Spiel zu nutzen weiß. Wirklich erstaunlich aber ist vor allem, wie sich das alles zu einem homogenen, vom ersten Takt an mitreißenden Ganzen fügt, in dem alles "seinen Platz" hat und doch so wirkt, als sei es gerade eben erst spontan entstanden. (Im Vertrauen: Selbst die Boxen Ihrer Stereoanlage würden da gern mit den Hüften wippen, wenn sie welche hätten.)