Tom(Joseph Gordon-Levitt) braucht geschlagene 500 Tage mit seiner Freundin Summer(Zooey Deschanel), um das zu kapieren. Wie uns Regiseur Marc Webb durch diese 500 Tage schickt, das ist erfrischend anders, unterhaltsam, witzig, traurig, kreativ und spannend. -500 Days of Summer- ist eine nicht alltägliche Liebesgeschichte, die völlig gegen den Trend erzählt wird. Das Ergebnis sind 95 Minuten feinster Unterhaltung.
Tom wollte eigentlich Architekt werden, aber jetzt sitzt er in einem Grußkartenverlag als Karten-Designer. Als die Sekretärin Summer in der Firma anfängt, ist es um Tom geschehen. Er verliebt sich Hals über Kopf in Summer. Die lässt ihn auch an sich heran, aber sie sagt ihm von Anfang an: Ich will dich als Freund! Ich will keine feste Beziehung! Aber es ist verdammt schwer, eine Frau wie Summer nur als Freund zu betrachten. So kommt es, wie es kommen muss. Summer und Tom werden ein Paar...denkt Tom jedenfalls. Da weiß er allerdings noch nicht, dass er dem "Summer-Effekt" hoffnungslos erlegen ist. Wie es mit dieser völlig chaotischen Liebesgeschichte dann weitergeht, das erzählt Webb in wunderbaren Bildern.
Wenn ein Film mit einem Vorspann im Zeitraffer, unterlegt von der Musik der genialen Regina Spektor, und einem gnadenlos guten Erzähler beginnt, dann hat er mich schon auf seine Seite gezogen. Wenn dann der Regiseur noch die Gefühle der Protagonisten in perfekte Nahaufnahmen, verspielt gezeichnete Hintergründe, colle schwarz/weiß Einspieler und herrliche Wechsel von Fiktion und Wirklichkeit verpackt, dann bin ich nicht mehr zu halten. Um das Ganze dann noch auf die Spitze zu treiben, wäre ein Soundtrack mit Musik von Regina Spektor, The Smith, Hall & Oates, Carla Bruni, Feist, Black Lips, Spoon und Simon and Garfunkel nicht schlecht. Ja, auch den gibt es. Dazu kombiniert Marc Webb Old-School Elemente, wie das Einblenden zweier Handlungsebenen, mit neuesten Filmtechniken. So kommt -500 Days of Summer- dem Kramen in einer Kiste mit heiß geliebten, alten Fotografien gleich. Man weiß nicht, was man finden wird, aber es ist extrem spannend.
Die Idee, wahllos in den 500 Tagen der Beziehung Summer/Tom hin und her zu springen, funktioniert ohne wenn und aber. Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel verpassen den Figuren Tom und Summer genau die Authentizität, die sie brauchen. Die Nebenrollen sind ebenfalls passend besetzt.
-500 Days of Summer- ist eine herrlich-verrückte Geschichte über Glück und Leid, die Liebe und das Leben, und über das Schicksal und den Zufall. Da zuschauen zu dürfen, macht einfach nur Spaß. Von mir gibt es dafür die bedingungslose Empfehlung zum Anschauen.
Ach ja...eines hätte ich fast noch vergessen: Die Sequenz, in der Marc Webb seinen Helden Tom zu den Klängen von Hall & Oates "You make my dreams come true" durch die Straßen tanzen lässt, waren für mich, die bisher "besten Filmminuten" des Jahres 2010. Mal sehen, ob das noch getoppt werden kann.