Es ist mutig genug, sich an die Rock- und Popperlen heranzumachen um akustische Souljazz-Versionen daraus zu entwickeln. Es gibt viele, die dabei scheiterten.
tok tok tok, alias Tokunbo Akinro und Morten Klein, haben mit "50 ways to leave your lover" ein für alle Mal gezeigt, wie man etwas Neues aus einem wunderbaren Song herausholen kann, ohne das ursprüngliche Stück zu verunstalten.
Im Gegenteil, sie schaffen etwas, was bei der Prominenz der Vorlage schier unmöglich erscheint: Sie vertiefen und verbessern hier die Stücke, sodass man zu vergessen beginnt, welche Version nun eigentlich das Original war.
Die Arrangements des Saxophonisten Morten Klein machen's möglich.
Welch eine emotionale Kraft lässt einen erbeben beim Hören von"Sometimes I feel like a motherless child" oder Gilbert O'Sullivans "alone again". Hier stehen die leiseren Töne im Vordergrund.
Schon auf der ersten Platte verliebt man sich unweigerlich in die bildschöne Sängerin mit der unverwechselbar rauchig-warmen Stimme.
Mit Stevie Wonders "I wish" und Paul Simons "50 ways to leave your lover" kehrt der Groove in die Platte ein.
Auch die sensationellen "Mouth Drums", bei denen Morten Klein das Originalschlagzeug des damaligen Paul Simon Drumers "Steve Gadd" täuschend echt nachahmt, lässt die Fussspitze hüpfen, bis man sich nicht mehr auf den Plätzen halten kann.
Sogar vor dem AC/DC Rockklassiker "The Jack" machen tok tok tok nicht halt, zu Glück für uns Hörer.
Zusammen mit den congenialen Mitmusikern am Fender Rhodes und Kontrabass, zauberten tok tok tok 1999 diesen zeitlosen und im übrigen generationsübergreifenden CD-Brillianten aus dem Hut.
Keine Ahnung, wie sie das gemacht haben, jedenfalls geschah das Jahre bevor jemand den Namen Norah Jones kannte.
Ich werde die Platte gleich nochmal in den CD Player legen, hmmmmm.