In 50 kurzen Essays von 3 bis 5 Seiten Länge werden bedeutende Römer dargestellt. Das Ganze in chronologischer Reihenfolge, also beginnend mit Äneas und Romulus über bedeutende Gestalten der Republik (u.a. Scipio, Fabius Maximus, Sulla, Caesar) bis hin zu den Kaisern (wie Augustus, Nero, Titus, Konstantin, Justinian). Neben den Politikern kommen aber die anderen großen Römer wie die Schriftsteller Horaz oder Apuleius, der Architekt Vitruv, die Historiker Tacitus und Flavius Josephus nicht zu kurz. Auch Personen, die einem nicht spontan in den Sinn kommen, wie der Philosoph Boethius oder der Pädagoge Quintilian werden behandelt. Zu jeder Person gibt es außerdem noch eine Seite mit einer Kurzbiografie und Verweisen auf weiterführende Literatur, Filme, Hörbücher oder Opern. Dazu jede Menge von Illustrationen.
WER IST DER AUTOR?
Sven Rausch, Jahrgang 1974, ist Lehrbeauftragter am Institut für Klassische Altertumskunde in Kiel.
WIE IST ES GEMACHT?
Wer meint, dass die Althistoriker staubtrockene, weltferne Stubengelehrte sind, wird hier auf angenehme Weise enttäuscht. Rausch kann bildhaft und gut erzählen und findet bei jeder der von ihm ausgewählten Personen einen prägnanten Einstieg in seinen Essay. Zudem bemüht er sich, wann immer es bei der mageren Quellenlage möglich ist, auch die Rolle der Frauen darzustellen. So sucht man die Sozialrevolutionäre der Republik, die Gracchen im Inhaltsverzeichnis vergeblich, da ihr Leben in einem Artikel über ihre Mutter Cornelia mit behandelt wird. Sehr gelungen gerade in den Kapiteln über die Spätantike sind auch die Bezüge zur Gegenwart, wenn z.B. darauf hingewiesen wird, wie sehr der Konflikt zwischen Serben (lateinisch, westliches Christentum) und Kroaten (griechisch, orthodoxes Christentum) auf der Teilung zwischen Ost- und Westrom beruht. Man kann sich, wie aus einer Pralinenschachtel, einzelne dieser Portraits heraussuchen und genießen. Ich habe dieses Buch hintereinander weg verschlungen und so eine fesselnd geschriebene, biografische Geschichte Roms von den Anfängen bis zu seinem Ende serviert bekommen.
DER ERSTE SATZ:
Wir leben in einer Zeit, in der immer wieder von einem "Kampf er Kulturen" die Rede ist.