Was können wir wissen? Wie sollen wir leben? Was sind Wesen und Sinn des Lebens? Wer sich mit Fragen wie diesen beschäftigt, steckt schon mitten drin in der Philosophie, der "Liebe zur Weisheit". Philosophische Fragen sind heute aktueller denn je und auch wer sich mit Geschichte und Literatur beschäftigt, stößt immer wieder auf bestimmte Namen von Philosophen. Viele von ihnen haben ihre Epoche entscheidend geprägt, doch was waren eigentlich ihre Kerngedanken?
Hilfe im Dschungel der unterschiedlichen philosophischen Denker bietet der Band "50 Klassiker-Philosophen" von Edmund Jacoby, 2010 bereits in der 8. Auflage im Gerstenberg-Verlag erschienen. Die 50 wichtigsten Philosophen werden hier in einzelnen Kapiteln auf jeweils 4 bis 12 Seiten vorgestellt mitsamt ihren Erkenntnissen zur Ethik, Logik und Erkenntnistheorie.
Das Buch beginnt mit der griechischen Antike: Thales von Milet, Parmenides, Sokrates, Platon, Aristoteles, Epikur, Zenon und Plotin werden einzelne Kapitel gewidmet, in denen gelegentlich noch weitere Philosophen genannt werden, sofern sie einer ähnlichen Richtung angehören. Auch östliche Philosophen, wie Buddha und Konfuzius bekommen eigene Kapitel, bevor der letzte Philosoph der Antike, Augustinus, behandelt wird. Vom Mittelalter werden Abaelard, Averroes, Thomas von Aquin und Cusanus berücksichtigt, es folgen Renaissance, Barock und Aufklärung mit Machiavelli, Bacon, Hobbes, Descartes, Locke, Spinoza, Leibniz, Berkeley, Voltaire, Hume, Rousseau, Diderot, Smith und Kant. Auch die neueren Epochen wie Romantik, 19. und 20. Jahrhundert sind mit allen wichtigen Philosophen vertreten, die hier nicht alle aufgezählt werden können.
Die einzelnen Kapitel sind sehr übersichtlich aufbereitet: Hintergrundinfos sind durch eigene Kästchen hervorgehoben und jedes Kapitel endet mit einer abschließenden Zusammenfassung, "Leben und Werk" betitelt, in der auch weiterführende Literatur und CD-Hinweise sowie Tipps zur Besichtigung gegeben werden. Besonders schön: Das gesamte Buch ist durchgehend illustriert, vielfältige Abbildungen von Porträts, Skulpturen, Gemälden, Tempeln, Erstdrucken, in den späteren Kapiteln auch Fotos, lockern den Text nicht nur auf, sondern sind für sich genommen äußerst informativ.
Wer also schnell einen Überblick gewinnen will zur Philosophie eines Aristoteles, eines Kant oder zum Existenzialismus eines Jean-Paul Sartre, der bekommt jeweils gut zusammengefasste Artikel über die wichtigsten Gedanken und die Wirkungen der einzelnen Philosophen. Und genau darin liegt die Stärke des Buches: Kompaktes Wissen im handlichen Format, ansprechend aufbereitet und gut lesbar, dazu noch hochwertig verarbeitet (Fadenheftung). Ich würde es besonders auch Schülern und Studenten der Literatur- und Kulturwissenschaften empfehlen, da sie hier wichtiges Grundlagenwissen vermittelt bekommen. Das Buch hat einen hohen Nutzwert und vermittelt viel Freude beim Stöbern und Entdecken. Deshalb 5 Sterne.