Aus der Reihe "50 Klassiker", die der Gerstenberg Verlag seit einigen Jahren herausgibt, habe ich bereits einige Bände in meinem Büchergestell. Denn das Konzept gefällt mir, weil es eine gute Bildauswahl mit klugen sowie informativen Texten verbindet. Zum Eigentor kann jedoch führen, wenn vollmundig behauptet wird, man stelle jeweils die berühmtesten, besten, neusten, größten XY vor. Und vielleicht müsste man in diesem Fall schon auf dem Cover darauf hinweisen, dass man den Leser sowohl mit echten als auch fiktiven Liebespaaren bekannt macht. Wer kein eifriger Kinogänger ist, wird einige der vorgestellten Liebespaare erst erkennen, wenn er die Bilder sieht. Ein informativerer Untertitel würde eher lauten: "50 Liebespaare. Von Adam und Eva bis Winnie und Nelson Mandela." Oder: "50 Liebespaare aus dem realen und fiktionalen Leben."
Wie immer bei dieser Reihe wird dem Leser ausgezeichnetes Bildmaterial geboten, was angesichts des Aufwandes für Recherchen und Rechteeinholung nicht selbstverständlich ist. Und als ich die ausgezeichneten Texte zu den 50 vorgestellten Paare gelesen hatte, kam ich zur Ansicht, Barbara Sichtermann habe bei der Auswahl der Paar nicht nur auf deren Bekanntheit geachtet, sondern auch darauf, dass sie über möglichst viele Formen des Zusammenlebens berichtet kann. Kombiniert mit der Infoseite am Schluss jeder Vorstellung erhält der Leser so eine Art Gesamtschau lebbarer Paarbeziehungen. Denn wie gewohnt ist diese Infoseite immer nach dem gleichen Schema aufgebaut. Leben und Werk als Hauptteil, dann eine Wertung in wenigen Sätzen, Empfehlungen für Lesens-, Sehens- und Hörenswertes und Bewertungssterne in den Kategorien Liebe, Dauer, Ergänzung, Erotik sowie gesellschaftliche Anerkennung zu ihrer Zeit. Das ist zwar subjektiv, aber sehr unterhaltsam.
Mein Fazit: Eher eine Berichterstattung über verschiedene Formen des Zusammenlebens als die ultimative Sammlung der berühmtesten Liebespaare. Aber da die 50 Beispiele doch einen großen Bekanntheitsgrad haben, kann der Leser die unterhaltsamen Texte der Autorin mit seinen eigenen Vorstellungen vergleichen.