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"Das Jahr in Bildern" widmet acht Seiten den Blumenkindern und ihrem ersten Musikfestival im kalifornischen Monterey. Neben nahöstlichem Sechstagekrieg und dem gewaltsamen Tod von Che Guevara und Benno Ohnesorg werden u. a. auch die Premiere des Musicals Hair und die Uraufführung des Films "Die Reifeprüfung" anhand (vornehmlich schwarz-weißer) Fotos in Erinnerung gerufen.....
Unter der Rubrik "Das Fundstück" gibt es ein Interview dass Greg Shaw für die damalige Augustausgabe des "Mojo Navigator" mit der Gruppe "The Doors" führte. Während der Gitarrist Robby Krieger zum Wortführer avanciert, gibt der sonst so schillernde Frontmann und Poet Jim Morrison ein eher farbloses Bild ab.
Im vierten und letzten Teil des 80-seitigen Büchleins werden die "20 Songs des Jahres" der beigefügten AudioCD unter ihrem der Abbildung ihres jeweiligen Plattencovers vorgestellt.
Zu Beginn präsentiert die in Los Angeles vom "Paganini des Westcoastrock", David Lindley, gegründete Formation Kaleidoskop die akustische Umsetzung ihres Bandnamens. Während Buffalo Springfield mit ihrem Folkrockhymnus "For What It's Worth" der damaligen amerikanischen Gesellschaft die Sinnfrage stellen, begeben sich Jefferson Airplane mit "White Rabbit" auf die Reise ins Wunderland des Psychedelischen Acid Rock. "I'm Allergic To Flowers" von Jefferson Hankerchief ist demgegenüber nicht nur eine Namensparodie sondern eine witzig kritische Persiflage der gesamten Flower-Power, die bereits den Weg der Kommerzialisierung eingeschlagen hat. Gewissermaßen als Gegenpol zu den unterschiedlichsten Stilrichtungen des Westcoastrock gründete Lou Reed in New York die Gruppe "The Velvet Underground", die unter Andy Warhols "Banana-Cover" eine musikalische Adaption von Leopold Sacher-Masochs Roman "Venus in Furs" vornehmen. Otis Reddings "Respect" wandelt sich durch Aretha Franklins Version von Ausdruck eines partnerschaftlichen Beziehungsfrustes zur afroamerikanischen Freiheitshymne. Während Jackie Wilsons "Your Love Keeps Lifting Me Higher And Higher" noch 27 Jahre später den Soundtrack des Massai-Basketball-Films "The Air Up There" bestimmen wird, hatte die aus Südafrika exlierte Miriam Makeba ihren Ethno-Evergreen "Pata Pata" bereits zehn Jahre zuvor (1957) erstmals veröffentlicht. Phyllis Dillons "Don't Stay Away" ist ein Beispiel für die Stilrichtung des Rocksteady, dem Vorläufer der späteren Raggaemusik Bob Marleys und anderer Rastafari. Curtis Mayfield und "The Impressions" performen mit "We're A Winner" eine klassische Soulnummer mit Falsettgesang und Bläsersätzen und James Brown beweist in "Bring It Up (Hipster Avenue)" als "Minister Of The Super New Heavy Funk" einmal mehr, dass er der stimmgewaltigste Soulschreihals ist. Aus der britischen Musikszene gibt es je einen poetischen Beitrag von Donovan, dem Märchenerzähler ("Wear Your Love Like Heaven") und dem Mystiker des Pop, Tim Buckley dessen gesangliche Fähigkeiten in "Morning Glory" zur Geltung kommen. Stets nach der neuesten Mode herausgeputzt offenbaren "The Small Faces", in "Here Comes The Nice" die Philosophie der "Modsgeneration", zu der auch John's Children (Konzertvorgruppe von The Who) mit dem 20 jährigen Marc Feld alias Bolan (später T. Rex) und ihr Track "Desdemona".zu rechnen sind. "Mokka-Milch-Eisbar" ein frühes Werk von Thomas Natschinski (später Mitglied der Gruppe Karat) wäre als zeitgemäßer Schlager durchaus tauglich für die ZDF-Hitparade gewesen, deren Erstsendung noch ein gutes Jahr auf sich warten ließ . Fred Neils "Everybodys talkin'" sollte in Nilssons Version dann 1969 durch den Film Midnight Cowboy noch zum Welthit werden.
"1967 - Ein Jahr und seine 20 Songs" ist eine gelungene Zusammenstellung; gleichermaßen informativ und unterhaltsam. Buch und AudioCD laden zu einer emotionsreichen Zeitreise ein und lassen weitere Jahresbände mit Spannung erwarten. 5 Amazonsterne.
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