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49 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Backstage bleibt im Dunklen, 19. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: 50 Jahre Backstage: Erinnerungen eines Konzertveranstalters (Gebundene Ausgabe)
Ich habe meine Jugend in Frankfurt verbracht und fast alle legendären Konzerte, die Rau veranstaltet hatte, miterlebt. Lippmann und Rau und die Lieberbergs genossen in unseren Kreisen ebenso Kultstatus, wie die von ihnen promoteten Stars. Und es kursierten unendlich viele Gerüchte über die Exentrik und die Exzesse der Musiker. Als ich durch eine euphorische Radiorezension von Raus Buch erfuhr, habe ich mir es sofort gekauft. Versprach mir viele erhellende Einblicke, wie es denn wirklich zugegangen war, damals hinter den Kulissen. Nostalgie beim Lesen wollte ich fühlen und skandalträchtige Storys hatte ich gar nicht erwartet. Aber was für eine Enttäuschung. Was Backstage wirklich passierte erfährt man nicht. Stattdessen verliert sich Rau in einer unglaublichen Vielzahl von Superlativen. Tina Turner: "Eine wunderbare Frau", Greg Lake: "Tief beeindruckend", Eric Burdon: "Eine wunderbare Bluesstime", Bruce Springsteen:" "Der beeindruckenste Open Air Sänger", Jimy Hendrix: "Wie ein Bruder", Spätestens nach zwanzig Seiten nervt das nur noch. Auch wenn es für Rau eine Auszeichnung bedeutet, aber das ihm Mick Jagger heute noch regelmäßig zu seinem Geburtag gratuliert interessiert mich herzlich wenig. Stattdessen hätte ich gerne gelesen, wie ein Impressario Backstage diese wilden Banden von durchgeknallten, unter Alkohol und Drogen stehenden Stars dazu gebracht hat, ihren Job halbwegs vernünftig über die Bühne zu kriegen. Wie er mit der Exentrik einer Madonna oder Prince umging. Doch über diese negativen Seite des Musikbusiness verliert Rau kaum ein Wort. Eric Clapton hat vor wenigen Wochen in einem Stern-Interview erzählt, dass er in der Zeit, von der Rau hier erzählt, derart zugeknallt war, dass er nicht mehr wusste, wo er überhaupt war und was er da sollte. Bei Rau ist in diesem Zusammenhang lediglich von "gesundheitlichen Problemen" die Rede. Kein Wort über Keith Richards Drogenabzesse oder Janis Joplins Sauforgien. Lediglich bei Jim Morrison räumt Rau ein, dass der Sänger der Doors die "Anstrengungen des Tages mit ein wenig zuviel Alkohol kompensiert" habe, weshalb das Konzert kein großer Erfolg wurde. Allenfalls erfährt der Leser noch, dass die Faces ein "ziemlich wilde Truppe waren, die einige Probleme bereitete". Welche das waren, bleibt sein Geheimnis. Bei allem Verständnis dafür, dass eine in der Öffentlichkeit stehende Persönlcihkeit wie Rau bei der Bilanz seines Lebens auch dem einen oder anderen Menschen, der ihn auf seinem Lebensweg begeleite hat, danken möchte. Aber selbst hier verliert sich Rau in soviel Veehrungen und Bewunderung das sich der Eindruck audrängt, die gesamte Musikbranche bestehe nur aus lauter Gutmenschen. Fazit: Diese Buch ist wirklich rausgeschmissenes Geld. Wer mehr über das Leben der Rockstars hinter den Kulissen erfahren möchte, sollte besser zu den mittlerweile zahlreihen Biographien der Musiker selbst greifen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Superspannendes aus dem Musikbiz, 3. August 2006
Rezension bezieht sich auf: 50 Jahre Backstage: Erinnerungen eines Konzertveranstalters (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist einzigartig und spannend, da es einen wunderbaren Einblick in die Geschichte des (Live-)Musikbusiness bietet. Jeden Musikliebhaber wird es fröhlich und auch etwas nostalgisch stimmen, Hintergründe zu den legendären von Rau veranstalteten Konzerten und zu seinem bedeutenden Wirken zu erfahren. Wer Enthüllungsstorys aus dem Backstage erwartet, dürfte allerdings enttäuscht werden: Es geht hier um die faszinierende Person Fritz Rau, und nicht vordergründig um spektakuläre Details über die von ihm betreuten Stars. Für alle Musikfans und Musiker ein absolutes Muss!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Absolut lesenswert, 28. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: 50 Jahre Backstage: Erinnerungen eines Konzertveranstalters (Gebundene Ausgabe)
Ich wundere mich etwas über die Rezessionen meiner beiden Vorgänger. Ich bin von Rau´s Buch begeistert. Ich habe bereits das erste Buch, "Buchhalter der Träume", gelesen. Das aktuelle Werk ist besser und auch von Rau selbst verfasst. Man bekommt einen guten Überblick über das Schaffen dieses Mannes, gemeinsam mit seinen Partnern. Von den Anfängen (American Rock and Blues Festival) bis in die heutige Zeit. Die ersten großen Openair-Veranstaltungen (Nürnberg mit Dylan), die großen Stars in Deutschland und Europa. Was in gewissen Zeitepochen nicht immer einfach war (Zappa in Berlin). Man erfährt die Hintergründe der damals nicht unumstrittenen Fusion mit "Mama-Konzerts". Man fürchtete damals ein preisbestimmendes Kartell. Rau versucht, alle Stars, mit denen er gearbeitet hat, zu erwähnen und erzählt interessante Geschichten. Mal ausführlicher, mal weniger ausführlich. Von Exzessen, die es sicher gegeben hat, erfährt man nichts. Aber auch das spricht für Rau, der sich immer und in jeder Situation vor "seine Künstler" gestellt hat und sie sicher nicht jetzt in einem Buch bloßstellt. Das hat ihm den Ruf in der Branche einbebracht, den er für alles gebraucht hat. Vertrauen! Ohne das, wäre alles nicht möglich gewesen. Unbedingt lesenswert!
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