Jazzdimensions.de, September 27, 2007
Nicole Jo - "Needs 2B Funky 4 Ever" Der Name sagt alles. Sofort erkenne ich den Funk einer Candy Dulfer, den sommerlichen Fusion von Spyro Gyra oder The Rippingtons, oder den Smooth Jazz von Najee oder Richard Elliott. Nicole Jo vermischt das Ganze zu einer kurzweiligen, dabei Ernst zu nehmenden, elf Stücke anhaltenden Achterbahnfahrt, die es in sich hat.
Die Saxofonistin und ihre Mitspieler Stefan Johänntgen (kb), Christian Konrad (g,b) und Elmar Federkeil (dr, perc) schaffen es, trotz allem spielerischen Anspruchs ein Gefühl der Leichtigkeit zu vermitteln, die vielen anderen Jazz-Konkurrenzprodukten abgeht.
Es pumpt, wabbert, der Funk spritzt aus allen Ecken und Enden. Dabei sind es gerade die etwas komplexeren Tracks wie "Pengg" (da macht nicht nur der Name Spaß), der sich wie ein Siebziger Jahre-Dave Grusin-Soundtrack anhört, die fesseln. Oder der funky Bass von "Wood Beater" (der Name ist Programm), der mich an 20 Jahre zurückliegende Mezzoforte-Tage erinnert. Das vom Keyboarder Johänntgen produzierte Album glänzt auf ganzer Linie, auch wenn ein paar mehr Infos im Booklet nett gewesen wären.
"Nicole Jo Needs 2B Funky 4Ever" ist das Album, dass Candy Dulfer machen wollte, aber nie durfte (bei allem Respekt für Frau Dulfer). Ein frischer und sommerlicher Mix aus Funk, Fusion, Smooth Jazz und Soulgefühl - Soul ohne Gesang! Ein Gewinner.
Kurzbeschreibung
"4ever" - Musik fürs Mikrochip-Zeitalter: Nicole Jo needs 2B funky transportieren die warmen, seelenvollen Sounds der Jazz-Tradition mitten hinein in die digitale Gegenwart. Zwischen sphärischen Geräuschen, programmierten Computer-Beats und verfremdeten Klängen pulsiert ein Herzschlag aus Soul und Blues. Die expressive Fabulierlust eines Cannonball Adderly, der tanzbare Funk Maceo Parkers, das ekstatisch schreiende Spiel David Sanborns - all das konfrontiert die junge Band mit der elektronischen Tonkulisse des 21. Jahrhunderts. Und so entsteht eine Musik, die zeitlose Träume, Sehnsüchte und Emotionnen in modernem Sound-Design beschwört. ( Mannheimer Morgen - Georg Spindler )