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42 (Broschiert)

von Thomas Lehr (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 2., Aufl. (2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746623421
  • ISBN-13: 978-3746623429
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 128.103 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nicht weit von Genf liegen die Anlagen des Kernforschungszentrums CERN. Als an einem sonnigen Augusttag eine Besuchergruppe wieder ans Tageslicht tritt, ist Europa in einen Dornröschenschlaf gefallen. Die Besucher bewegen sich wie in einer "Fotografie der Welt". Steht die Zeit still? In diesem furiosen Roman schießt alles wie in einem Teilchenbeschleuniger zusammen: eine beklemmende Idee, modernste Zeittheorien, existentielle Deutungen und eine berauschende Sprache.


Über den Autor

Thomas Lehr, 1957 geb., lebt in Berlin. Für jedes seiner Bücher erhielt er mehrere Literaturpreise, darunter den Wolfgang-Koeppen-Preis der Hansestadt Greifswald, den Kunstpreis Rheinland-Pfalz, den Rheingau Literatur-Preis.

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66 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unbedingt Probelesen, 6. November 2005
Von themanwiththemanyfaces - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: 42 (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: "42" hat mir gefallen.
Und: Ich kann jeden verstehen, der von diesem Buch enttäuscht ist.

Ganz einfach, weil 42 ziemlich speziell ist. Die Idee der Story hätte von Andreas Eschbach sein können - die Umsetzung jedoch so gar nicht. Thomas Lehr ist ein Meister der Sprache und nimmt sich die Freiheit, sehr eigenwillig verschachtelt zu erzählen, und zwar sowohl was die Aufteilung der Geschichte angeht, als auch auf den Satzbau bezogen. Nicht selten füllt ein einzelner Satz eine drittel Seite. Das ist, zugegeben, anstrengend und macht es manchmal schwer, dem Geschehen zu folgen. Ich habe mich dann nach dem Motto "Man muss nicht alles verstehen, um das wichtigste zu verstehen" (Marian Gold) ganz elegant durch den Plot gearbeitet. Und es hat irgendwie auch seinen besonderen Reiz, zumal der Autor seinen Stil konsequent durchhält. Das muss man ganz einfach mögen, ansonsten wird man das Buch schnell zur Seite legen. Für diese Mühe wird man sehr reichlich mit einer fast poetischen Schreibe belohnt, die man sonst vielleicht von einem frühen Philippe Dijan ("Erogene Zone"/"Betty Blue") gewohnt ist – und die einem in ihrer Brillianz teils wirklich die Sprache verschlagen.
Als herben Kontrast dazu werden einem doch einige sehr deftige Szenen geboten. Und obwohl nirgendwo geschrieben steht, dass der Protagonist zwangsläufig liebenswerter Character sein muss, fragt man sich doch, ob weniger nicht vielleicht sehr viel mehr gewesen wären. Ich persönlich hätte kein Problem damit gehabt, wenn die Schilderungen der sexuellen Missbräuche etwas homöopathischer gesät wären.

Fazit: Wer sich an exzellenter Sprache und einem eigenwilligen Erzählstil voller Ecken und Kanten erfreuen und in Bezug auf derbere Inhalte einen Stiefel vertragen kann, wird absolut gefallen an diesem Buch finden.
Wer hingegen gern eine stringent erzählte, spannende Story sucht, die einfach nur gut unterhält, wird dieses Buch vermutlich nicht mögen und greift vielleicht lieber zu dem absolut lesenswerten "Jesus Video" von Eschbach, wenn er es nicht schon kennt.

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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Grandios-prätentiös, 26. Juni 2007
Von A. Fromme "afromme" (Hövelhof) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Eine zwiespältige Angelegenheit, dieses Buch. Das Setting ist gut, und auch die Gedanken, die sich der Autor bzw. seine Figuren zu der Situation machen, der sie ausgesetzt sind, sowie die daraus folgenden Handlungen sind durchaus fein erdacht und beschrieben.
Leider ist das ganze verpackt in eine unglaublich prätentiöse Sprache, die auf dem Buchdeckel euphemistisch als "poetische Sprache, die ihresgleichen sucht" umschrieben wird. Einige der Wendungen, Allegorien, Metaphern usw. funktionieren und man freut sich still darüber, was der Autor da hingezaubert hat. Das Problem ist: die meisten funktionieren leider nicht und überladen so den betroffenen Text derart, dass er trotz der ja eigentlich interessanten Handlung darunter völlig zusammenbricht.
Für mich leider ein Musterbeispiel für den Einsatz von derartigen Stilmitteln als Selbstzweck. Ärgerlich ist aber nicht nur, dass das Buch solche Sperenzien eigentlich nicht nötig hätte, sondern auch, dass die Integrität des Ich-Erzählers darunter leidet. Der ist eigentlich Journalist, seit fünf Jahren mit der Null-Zeit-Situation konfrontiert und nach eigener Aussage der meisten Effekte der Nullzeit (in der Luft hängende Vögel z.B.) inzwischen überdrüssig. Was ihn aber nicht davon abhält, diese in ausschweifenden poetischen Bildern, verzwirbelten Allegorien und Metaphern zu beschreiben, die ich selbst jemandem, der die Effekte frisch und zum ersten Mal erlebt und beobachtet, kaum ernsthaft abnehmen könnte.

Insofern - wer diess Buch lesen will, sollte Ausdauer und Immunität oder Begeisterung gegenüber ausufernder und verkntoteter Bildsprache mitbringen.
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43 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Reine Kunst, 31. August 2005
Von Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: 42 (Gebundene Ausgabe)
Eine relativ amorphe Besuchergruppe verläßt den DELPHI-Versuchskomplex des CERN-Forschungszentrums bei Genf - Journalisten, Wissenschaftler, Interessierte. Als sie auf den Vorplatz des Gebäudes treten, müssen sie feststellen, daß sich die Welt um sie herum in einer Stasis befindet. Alles bis auf die 70 Menschen ist um exakt 12:47:42 Uhr in seiner Bewegung erstarrt; Flugzeuge und Vögel hängen in der Luft, Menschen verharren in Bewegungen, das Gras richtet sich, vom Wind gebeugt, nicht mehr auf. Die Zeit steht still. Nur diese „Chronofizierten", offenbar umgeben von Blasen, die sich bei dichtem Beeinandersein auch ausweiten lassen, sind dem Phänomen „Zeit" weiterhin ausgesetzt. Was sie berühren, wird für einen Sekundenbruchteil von der Zeit infiziert - Menschen seufzen kurz, Monitore erlöschen, weil kein Strom mehr fließt, alles einmalig, danach nicht mehr. Wasser reagiert noch, in unmittelbarer Umgebung. Die Chronofizierten können atmen.

Der Berliner Journalist Adrian erzählt von den fünf Jahren, die sich die CERN-Besucher in diesem seltsamen, beängstigenden, natürlich auch interessanten, hauptsächlich aber enervierenden Zustand befinden. Die Gruppe trennt sich, man marschiert durch Europa, sucht Plätze auf, die man kennt, oder solche, die man auf ihren - immer erwartungsgemäßen - Zustand überprüfen möchte, legt tausende von Kilometern zurück, treibt Späße, genießt, ändert, mordet auch. Man wohnt in teuren Hotels, ißt die - noch warmen - Speisen, die vor den immerwährend mittagessenden „Fuzzis" stehen, jenen vielen anderen Menschen, die sich außerhalb der Zeit befinden. „Zombies" nennen sich die CERN-Besucher schließlich selbst. Man vergeht sich, an den hübschen Frauen, die man in Hotelzimmern vorfindet, oder an anderen, auf andere Art, je nach Gusto. Schließlich bricht auch Gewalt aus, der Vielfalt der Ängste entspringend, der ergebnislosen Suche nach einer Lösung, wenigstens einer Erklärung.

Die Idee dieses Buches ist faszinierend, seine Wissenschafts- und Sozialkritik sind es, noch faszinierender jedoch ist die Umsetzung, vor allem sprachlich. Obwohl sie zunächst auf sperrige Art intellektuell erscheint, vereinnahmt Lehrs drängende, facettenreiche, zuweilen halbseitige Sätze bauende Sprache sehr schnell. Dieses Buch ist reine Kunst, im Sinne des Wortes - hochintelligent, durchtrieben, wissensreich, spannend, explosiv. Jeder Versuch, ihm in einer Rezension gerecht zu werden, muß scheitern angesichts der enormen Fähigkeiten, die hier brillant zu einem Roman der Extraklasse fokussiert wurden. „42" ist für den Deutschen Bücherpreis 2005 nominiert, und ich suche noch nach einem Wettbüro, in dem ich all mein Hab und Gut auf dieses Werk setzen kann.

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