Ich kenne das Album Security aus den 8oer-Jahren. Damals war ich sehr geprägt von dem, was man heute die "Gabriel Years" bei Genesis nennt. Damit verknüpft ist der bis heute nicht vollständig verschmerzte Abgang Peter Gabriels von Genesis. Damals war jedes neue Album von Peter Gabriel mit der Hoffnung verbunden, es würde musikalisch wieder so klingen wie "Foxtrot" oder "Selling England..." oder "The Lamb Lies Down on Broadway". Aber weder Genesis noch Peter Gabriel haben solche für ihre frühere Zeit typischen Alben je wieder herausgebracht. Beide haben sich auf ihre Art weiterentwickelt, was ich mittlerweile längst nicht nur akzeptieren sondern auch geniessen kann. Das Album Security klang zum ursprünglichen Erscheinungszeitpunkt für mich sehr fremdartig, insbesondere durch die intensiven rhythmisierten Passagen, welche beim Abspielen von der Vinyl-Platte irgendwie auch einseitig klangen. Ich muss zugeben, dass ich ausgerechnet die frühesten Solo-Alben Gabriels erst seit seinen neueren Alben wirklich begreifen und schätzen gelernt habe, weil man durch sie (die Neuen) Gabriels musikalischen Intentionen und seinen ganz persönlichen unverwechselbaren musikalischen Stil in seinen frühe Solo-Werken besser ausmachen kann. Mir gefällt, oder besser gesagt: mich beindruckt sehr die Tiefe und Intensität seiner Musik, welche im Album Security zum ersten Mal in einer Art Vollform zu hören ist. Die Musik ist archaisch, unklassich, geradezu von einer archetypisch zu nennenden Prägnanz, welcher der Hang zum Fremden und Unbekannten in der menschlichen Seele nicht abgeht und so durch ihre Unheimlichkeit auch beängstigende Gefühle wecken kann. Allerdings ist Peter Gabriel viel zu geistreich und auch musikalisch immer sehr stilsicher, und man fühlt sich nie von einer musikalischen Empfindung einfach nur plump überrollt. Es ist immer wieder sehr frappant wie klug, detailreich und zuweilen auch mit Witz und Ironie verspielt seine Musik ist. Fazit: Ein Album von sehr hoher musikalischer Dichte, Vielfalt und Qualität, das meines Erachtens auch heute immer noch Wert ist, angehört zu werden. Denn ich glaube, diese Musik kann uns immer noch sehr viel sagen. Vielleicht sogar noch mehr als damals.