Method Man selbst ist zweifelsohne ein herausragender Rapper mit einer sehr hörbaren verrauchten Stimme, der als Featuregast schon oft durch gute Leistungen auffallen konnte und in den Wu-Tang-Alben stets überzeugte und selten schwächelte. Bei seinen Solos sind bis auf "Tical" solch positiven Worte leider Fehl am Platz. Sein zweites Werk war viel zu langatmig und einseitig, "Blackout" ziemlich gewöhnlich und langweilig, "Tical O" ein Totalsausfall. Dementsprechend war ich überrascht, dass hier es mal wieder einigermaßen funtkioniert.
Zwar ist dieses Album letztlich auch "nur" gewöhnlich, wenigstens macht Method Man hier aber nichts großartiges falsch, die Produktionen sind von unterschiedlichen Leuten gemacht, etwa von RZA und den Wu-Affiliates Beretta 9 und Mathematics, natürlich darf Erick Sermon nicht fehlen, aber auch Havoc und Scott Storch beteiligten sich. Aus diesem Brei ist einiges ordentliches rausgekommen, die ersten Tracks können auf jeden Fall gefallen, vor allem "Dirty Mef", mit ODB-Versen versehen, sticht heraus. Es gibt mit "Say" und "Got To Have It" auch ein paar etwas schnulzige Songs, die aber hätten schlimmer sein können ("Say", die erste Single, ist sogar recht gut geworden). Method Man schafft es darüber hinaus, das gesamte Album lang ein konstant mittelhohes Niveau zu halten, ohne aber raptechnisch allzu auffällig zu werden.
Nach seinen Vorgängern kann man zufrieden sein, endlich mal wieder ein Album von einem starken MC zu hören, das sich hören lassen kann; mehr darf und sollte man aber definitiv erwarten können in Zukunft; Meth sollte sich vielleicht überlegen (gerade wenn man die von RZA produzierten Tracks hört), beim nächsten Album, das ja den Namen "Crystal Meth" tragen soll, zu den Wurzeln zurück zu kehren und es komplett RZA zu überlassen was die Beats angeht, denn bisher konnte nur er ihn wirklich in Szene setzen (wer sich "Presidential" anhört, weiss was ich meine).