Kurzbeschreibung
Zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung und Tauwasserausfall ist auf Innenoberflächen eine Temperatur von mindestens 12,6 C erforderlich. Während dies im Bereich ebener Bauteile leicht kontrolliert werden kann und für zweidimensionale Bauteilanschlüsse einige Wärmebrückenatlanten vorliegen, sind aktuell kaum Informationen zum thermischen Verhalten dreidimensionaler Bauteilanschlüsse vorhanden. Anhand umfangreicher numerischer Untersuchungen auf Basis der Methode der Finiten Elemente werden in diesem Buch für 48 Anschlussdetails Oberflächentemperaturen sowie lineare und punktuelle zusätzliche Verluste übersichtlich für eine Vielzahl von Parameterkombinationen tabellarisch dargestellt. Anschlussdetails für verschiedene Außenwandkonstruktionen (außengedämmt mit WDVS, monolithisch, zweischalig) werden genauso behandelt wie Anschlüsse an Flach- und Steildächer sowie Anschlüsse im erdberührten Bereich. Des Weiteren wird der Einfluss punktueller Durchdringungen von Stahl- und Stahlbetonstützen dokumentiert. Wo dies sinnvoll erschien, wurden Variationen wie wärmedämmtechnisch verbesserte Kimmlagen oder unterschiedlich angeordnete Dämmschichten in die Untersuchungen miteinbezogen. Die Ergebnisse lassen sich sowohl hinsichtlich der Vermeidung hygrischer Probleme wie Schimmelbilzbildung als auch zur detaillierten Beurteilung der zusätzlichen Energieverluste im Bereich der dargestellten Anschlussdetails verwenden. Die übersichtliche Darstellung der Ergebnisse ermöglicht darüber hinaus eine schnelle überschlägige Beurteilung von Baukonstruktionen, so dass eigene Berechnungen zur Vermeidung von Ausführungsfehlern unterbleiben oder zumindest erheblich zielgerichteter durchgeführt werden können. Dieses Buch richtet sich daher in erster Linie an Architekten, Ingenieure, Energieberater sowie Sachverständige, in deren Tätigkeitsfeld die Beurteilung und Vermeidung von Wärmebrücken fällt.
Über den Autor
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang M. Willems leitet die Arbeitsgruppe Baukonstruktionen und Bauphysik an der Ruhr-Universität Bochum.Dr.-Ing. Kai Schild, Studium des Bauingenieurwesens sowie Promotion (2002) an der Ruhr-Universität Bochum, seit 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl und Institut für Baukonstruktionen, Ingenieurholzbau und Bauphysik der Ruhr-Universität Bochum, Freier Mitarbeiter (Prüfung von Baustatik sowie Wärme-, Schall- und Brandschutz, Gutachten im Bereich Baukonstruktionen, Ingenieurholzbau und Bauphysik) der Ingenieurgesellschaft ITGR in Bochum.