Das Revell Basic Airbrush Set bietet den Modelbauer und dem Airbrush Intressierten einen günstigen Einstieg in die Technik. Man sollte sich aber im Klaren sein, das dies kein Hochleistungsset ist, sondern wirklich nur etwas für den Beginn.
Das Set kommt in einem Koffer daher, der einen wertigen Eindruck macht und alle Komponenten sicher aufnimmt.
Der Kompressor ist klein und nimmt kaum Platz ein, die Lautstärke ist kaum erwähnenswert.
Ein längeres Betreiben ist allerdings zu vermeiden, da sich sowohl die Leitungen als auch der Kompressor erhitzen. Ab und an kommt es in dem Schlauch zur Kondenswasser Bildung, die das Sprühbild deutlich beeinflusst, wenn man das jedoch rechtzeitig bemerkt, kann man das Wasser recht einfach 'abblasen'. Eine bessere Pistole als die aus dem Set wird den Kompressor schnell überfordern, wenn man allerdings einen recht kleinen Düsendurchmesser wählt, kann man damit noch arbeiten, wobei das Ergebnis höchstens zufriedenstellend wird und die eigenen Ansprüche dann sicher bald einen besseren Kompressor erforderlich machen.
Die Spritzpistole ist von der Verarbeitung in Ordnung, aber keinesfalls überragend. Mit ihr lassen sich gut Flächen lackieren, Details sind jedoch aufgrund der Düsengröße erheblich schwieriger. Durch die Begrenzung auf single action Funktion, wird der Einsteiger auch nicht überfordert. Hier muss nur die Farbmenge reguliert werden, während sich der Luftstrom in drei Stufen nur am Kompressor einstellen lässt.
Ein wenig Übung sollte man dem Farbauftragen zu kommen lassen, damit man das erste Modell nicht gleich durch eine zu dicke Schicht Farbe ruiniert. Immer lieber mehrere dünne Schichten als eine zu satte. Während des Arbeitens mit der Pistole sollte man auch auf die Nadelkappe achten und diese von Zeit zu Zeit reinigen, da sich dort gerne getrocknete Farbreste absetzen. Wenn diese sich lösen gibt es unschöne und zumeist ungewollte Sprenkel auf den besprühten Oberflächen
Zu dem Set gehören zwei 'Aqua-Color'-Farben, bei mir waren dies Ferrari-rot und schwarz matt. Wahrscheinlich sind immer die gleichen Farben im Set, aber das kann ich nicht mit Sicherheit bestätigen. Zum verdünnen ist auch der entsprechende 'Aqua-Color-Mix' vorhanden, zwei Pipetten sowie zwei Mischgläser. Zum Reinigen findet sich der 'Aqua-Color-Clean'.
Die Reinigung stellt sich als recht aufwendig da und ich würde schätzen, dass man dafür 20- 30 Minuten benötigt. Bei jedem Farbwechsel ist eine Grundreinigung von Nöten, da sich sonst der Farbrest in der Pistole mit der neuen Farbe vermischt. Die Reinigung nach der Anleitung ist hier jedoch etwas kontraproduktiv.
Anders als dort vermerkt würde ich die Reinigung auf folgende Weise angehen:
(TIPP:)
Zuerst mit einem leicht feuchten Tuch und/oder einem Wattestäbchen die Farbreste aus dem Farbbecher entfernen. Anschließend klares Wasser einfüllen, die Nadelkappe sanft in ein Tuch drücken und den Hebel nach hinten ziehen. Nun sollten Blasen in dem Farbbecher aufsteigen, dadurch wird der Kanal 'rückwärts' gereinigt. Das Wasser erneuern und den Vorgang wiederholen, bis keine Farbe mehr aufsteigt. Diesen Vorgang kann man durchaus auch mit Reiniger durchführen und dann die Pistole gut aussprühen. Nun Nadelkappe, Düsenkappe und Steckdüse entfernen und reinigen, Wattestäbchen, Tuch und Reiniger verwenden. Jetzt erst die Nadel entfernen, dazu Griffstück (in der Anleitung hinterer Pistolenkörper) abschrauben, die Nadelfixierschraube lösen und die Nadel nach vorne (im Gegensatz zur Anleitung!) aus der Pistole ziehen und mit einem feuchten Tuch und gegebenenfalls mit Reiniger säubern. Auf diese Weise zieht man nicht noch mehr Farbe in den Kanal der Nadel, denn der lässt sich nur sehr beschwerlich reinigen, sollte aber auch hin und wieder mit Aufmerksamkeit bedacht werden.
Sind alle Teile gereinigt, erfolgt der Zusammenbau. Dazu mit Nadelkappe, Düsenkappe und Steckdüse beginnen und erst dann die Nadel einführen und mit der Schraube fixieren.
Fazit:
Das Preis/Leistungsverhältnis würde ich als gut bezeichnen, schließlich macht das Set auch keinen Hehl daraus wofür es gedacht ist. Wer sich ernsthaft in Airbrush Kunst versuchen will, sollte zu einem besseren Set greifen und vielleicht auch eher nicht von Revell. Die Haltbarkeit muss sich erst noch zeigen, aber ich erwarte nicht, das der Kompressor ewig hält.
Zum 'Anschnupern' eignet es sich aber dennoch und für den Modellbauer, der seinen Bausätzen ein besseres Finish verpassen will ist es ein guter Tipp.
Aufgrund der etwas schlechten Anleitung (vor allem bei der Reinigung) und weil ich finde, das Revell etwas mehr an Reinigungszubehör hätte beisteuern können, vergebe ich 4 Sterne.