Der Kanadier Richard Hannay (Robert Donat) macht Urlaub in London, lernt im Varieté eine junge Frau kennen, die kurz darauf ermordet wird. Sie teilt Hannah vor ihrem Tod etwas mit, das er besser nicht wissen sollte, denn jetzt sind die Mörder, die einer Spionagegruppe angehören, hinter ihm her. Er flüchtet in die schottischen Highlands, wird fast erschossen, geht danach zur Polizei, um vor dem Spionagering zu warnen, wird aber verhaftet und kann kurz danach fliehen. Auf der Flucht lernt er eine Frau kennen, die ihn unterstützt, und so wendet sich alles zum Guten und wird aufgeklärt, wobei der anfangs im Varieté auftretende Mr. Memory eine Rolle spielt.
Hitchcocks "Die 39 Stufen" ist eine vergnügliche Agentenkomödie mit vielen Ideen. Im Interview mit Francois Truffaut sagt Hitchcock, dass er jede Szene drehbuchtechnisch wie eine Kurzgeschichte behandeln wollte. So besteht der Film aus lauter Kurzfilmen (Episoden), die einem Haupthandlungsstrang untergeordnet sind. Hitchcock bezeichnet das als einen Fortschritt zu seinen früheren Arbeiten. Ich kann das nicht unbedingt teilen. Auf mich macht der Film genau deshalb einen uneinheitlichen, etwas zerstreuten Eindruck. Einige Sequenzen sind natürlich sehr gut, auch die Szene, in der Hannay mit Mantel und Zigarette im Mund einen Fisch brät. Hier zeigt sich ein makaberer Sinn für Humor, wenngleich ich nicht weiß, ob das so geplant war.
"Die 39 Stufen" (1934) lässt sich gut mit dem späteren Film "North by Northwest" (1959) vergleichen. Beide Geschichten thematisieren einen männlichen Protagonisten, der sich auf der Flucht vor einem Spionagering befindet. Obwohl auch "North by Northwest" aus Sequenzen besteht, hat man dort den Eindruck, dass die Handlung fester zusammnegehalten wird. Das liegt zum einen an einem besseren Drehbuch, aber auch an der Zusammenarbeit von Hitchcock und Cary Grant, bei der die Chemie zwischen Regisseur und Hauptakteur blind erfolgte. Robert Donat liefert in "Die 39 Stufen" eine vorzügliche schauspielerische Leistung, ist aber auf sich alleine gestellt.
Der DVD kann man nicht viel abgewinnen. Es gibt englischen und deutschen Ton. Sonst nichts.