Aus der Amazon.de-Redaktion
Es gibt nur wenige Bands in Deutschland die den Spagat zwischen grüblerischer Melancholie und euphorischer Glücksseeligkeit so gut und überzeugend meistern wie 2raumwohnung. Seit 2000 versorgen uns Inga Humpe und Tommy Eckart nun schon in schöner Regelmäßigkeit mit charmanten Popsongs, ohne dass die geringsten Abnutzungserscheinungen zu erkennen wären. Im Gegenteil, 2raumwohnung werden von Album zu Album immer noch ein wenig besser.
Auf 36 Grad zeigen sie erneut, das auch Popmusik aus Deutschland leicht und beschwingt klingen kann. Bereits beim Opener, dem bereits als Single veröffentlichten Besser gehts nicht, zieht das Duo alle Register und begeistert einmal mehr mit einer hypnotischen Gesangshookline, die man tagelang nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Und das ist erst der Auftakt zu einem wahren Reigen an erstklassigen Hits, vom lässig swingenden "Mir kann nichts passieren" über den Titelsong "36 Grad" bis hin zur Midtempo-Ballade "Der Sommer der jetzt nicht war", einer der schönsten Kompositionen des Albums, mit Textzeilen von ausgesuchter Raffinesse. 2raumwohnung gelingt es auf 36 Grad das hohe Niveau immer weiter zu steigern. Stücke wie das sanft dahingleitende "Ich bin der Regen" oder die elektrisierende Dancefloor-Hymne "Nimm sie" eigenen sich bestens zur Untermauerung dieser These. Selbst den Techno-Sound der 90er Jahre lassen sie bei "ja" wieder aufleben. Bei ein paar Stücken ("Besser geht's nicht", "36 Grad") arbeitete das Duo übrigens erfolgreich mit Peter Platte und Ulf Leo Sommer von Rosenstolz zusammen, mit denen 2raumwohnung schon lange ein enge Freundschaft pflegen. Auch wenn niemand weiß, wie sich der Sommer 2007 wirklich entwickeln wird, Inga Humpe und Tommy Eckart haben mit 36 Grad jedenfalls schon jetzt den perfekten Soundtrack dafür parat. In Zeiten des nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandels ein mehr als geschickter Schachzug. --Norbert Schiegl
Der Jahrhundertsommer 2006 hat seine Spuren hinterlassen. Song um Song auf dem neuen Album von Inga Humpe und Tommi Eckart werden die Erinnerungen geweckt, und man sieht beide förmlich vor sich, wie sie in der Hitze des August an den Versen und Sounds feilen. "36 Grad" beschwört die Leichtigkeit des Seins unter blauem Himmel und das Glück des perfekten Augenblicks. "Das Leben ist nur einen Moment" heißt es im Eröffnungsstück "Besser geht's nicht" - und gibt damit die Tonlage vor. Die Gitarren sind akustisch, klingen warm und treibend. Die Melodien setzen sich bereits beim ersten Hören fest und schmecken nach kühlen Sommerdrinks: süß, bunt und doch kräftig. Auf den ersten Blick ist das Album voll mit Easy-Listening-Pop an der Grenze zum Chanson und Gute-Laune-Schlagern; nach und nach eröffnen sich die Vielschichtigkeit der Produktion und die Bandbreite der sparsam eingesetzten musikalischen Mittel, all die Referenzen vom Discofunk bis zu indischen Sitarklängen. Und am Ende wissen wir: Diese Songs werden länger halten als nur einen Sommer. (ascho)
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