"Sie mögen Änderungen nicht? Vielleicht mögen Sie Änderungen auf ihrer Gehaltsliste?!"
Der Sender, der heißt wie die Stadt sendet wieder. Lange mussten sich die Fans gedulden, bis endlich Nachschub angekündigt wurde. Gleichzeitig wurde verkündet, dass es einige entscheidende Änderungen hinsichtlich des Vertriebs geben würde. Folge 31, die momentan unter dem Titel "verbotene Folge" geführt wird und noch irgendwann bei Folgenreich erscheinen soll, erscheint somit später als diese Folge mit der Nummer 32.
Auf die Hörspiele selbst hat(te) der Wechsel des Vertriebs keine Auswirkungen - wundert insofern nicht, als dass das Produzententeam das alte ist und die Folge möglicherweise auch gar schon vor der Entscheidung fertiggestellt wurde.
In Point Whitmark findet zurzeit ein geheimer, nicht genehmigter Filmdreh statt, in den auch Dereks Mutter involviert ist. Derek, der anfangs ebenfalls von nichts weiß, wird misstrauisch, als seine Mutter immer neue Geschichten auftischt, die einer genaueren Überprüfung kaum standhalten können. Und so beschatten die Jungs Dereks Mutter und stolpern mitten in die Filmaufnahmen hinein. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: die Hauptdarstellerin ist das Opfer zahlreicher Anschläge.
Während viele Abenteuer rund um die drei Jungs vom Radio in der nahen Vergangenheit durch recht mysteriös angehauchte Szenarien geprägt waren, geht es diesmal deutlich bodenständiger zu. Und ich muss sagen - so sehr ich den Mystery-Stil auch mag - dass dies doch eine recht angenehme Abwechslung darstellt. Auch wenn die Geschichte recht geradlinig aufgezogen ist und die meiste Zeit über direkt am Set spielt, heißt das nicht, dass alles gleichtönig vor sich hinläuft. Im Gegenteil: man bewahrt sich den bekannten etwas verwobenen Stil, bei dem vieles geheimnisvoller wirkt, als es das am Ende tatsächlich ist.
Angereichert ist die Erzählung mit verschiedenen geheimnisvollen oder schrägen Charakteren. Der Doktor (C.-D. Clausnitzer) ist sicherlich die Person, der man nachts nicht sonderlich gerne begegnen möchte.
Aber auch der Produzent McLaughlin (Horst Lampe) ist nicht gerade ein Ausbund der guten Laune. Und ob man wirklich einen Abend mit der alternden Diva Norma D'Arcy (Sonja Deutsch) verbringen will, ist ebenso fraglich.
Ich gestehe: ich liebe den feinen Humor, der sich in so vielen Momenten innerhalb der Dialoge wiederfinden lässt. Das ist gewiss eine Besonderheit, die es wert macht, das Hörspiel auch mehr als nur einmal zu hören.
Das Set wirkt vor allem dann, wenn mehrere Leute vor Ort sind recht lebendig inszeniert. Aber auch sonst ist die akustische Untermalung stets ein Volltreffer.
Musikalisch setzt man auf viele der alten und bekannten Musikstücke, die das Point Whitmark Feeling einfach geprägt haben.
Fazit: Point Whitmark hat mal wieder eine neue Heimat gefunden - eine Sache aber bleibt: die Qualität der Inszenierung. Und hier zeigt Volker Sassenberg, wie sich Jugenddetektiv-Hörspiele anhören können. Und das auch, wenn man inhaltlich nicht unbedingt das Rad neu erfindet.