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Die Singleauskopplung von "Te Amo Corazon" hatte bereits im Vorfeld für Furore gesorgt, nicht zuletzt durch die bemerkenswerte Arbeit von Regisseurin Selma Hayek bei der visuellen Umsetzung des Musikvideos. Weit erstaunlicher aber als die Fähigkeit von Prince, mit seinen Songs den jeweiligen musikalischen Nerv der Zeit zu treffen, ist die Wandlungsfähigkeit seiner Alben, die sich nach intensivem Hören offenbart. Ein Phänomen, das sich bis zu Lovesexy zurückverfolgen lässt. Nach zwei Wochen suchthaften Hörens fragt man sich schließlich erstaunt: "Ist das noch dieselbe Scheibe, die ich gekauft habe? Damals schon prima, jetzt noch besser!" Das passende Song-Sortiment für die gesamte Palette persönlicher Stimmungen und Lebenslagen zu liefern, das schafft Prince wie kaum jemand sonst. Auch 3121 kommt wie ein Chamäleon daher. Zunächst nimmt sich die Musik in den eigenen vier Wänden recht harmlos aus. Doch wie merkwürdig; schon beim zweiten Hören ertappt man sich beim Griff zum Lautstärkeregler und den ersten unkontrollierbaren Zuckungen, denn bereits der Opener "3121" besitzt echte Ohrwurmqualitäten. Erstaunlich auch, dass sich Verheißungen musikalischer Entdeckungsreisen an Orten erfüllen können, die einem so vertraut erscheinen, wie 3121. Eigentlich ist hier alles beim Alten: die Slow-Motion Verführungsnummer fehlt ebenso wenig ("Satisifed"), wie puristisch-knisternde Funk-Grooves, darunter "Love", "Black Sweat" und "The Word". Wären da nicht die Taschenspielerkünste, mit denen Prince die Karten mischt. Hier und dort jubelt er dem Hörer Erstaunliches unter. Er wandelt ein düsteres, soundtrackhaftes Orchesterarrangement in einen bittersüßen, herrlich leichten Song, wie "The Dance". Besondere Beachtung verdienen auch "Beautiful Loved and Blessed", eine Ballade im Duett mit Sängerin Támar, sowie der rockige Ausflug "Fury" und "Get On The Boat" mit funkigen Bläsereinlagen von Marceo Parker, Candy Dulfer, Greg Boyer und Ray Montiero. Die einzigen, die 3121 zu Recht fürchten müssen sind die Nachbarn, denn die Drums und Bass-Linien sind schlichtweg atemberaubend. -- Andreas Schultz
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
alt bekannt - und doch neu,
Rezension bezieht sich auf: 3121 (Audio CD)
Beim meiner ersten Begegnung mit den Songs des neuen Albums dachte ich, "yo klingt ganz nett und is do wie immer". Nach mehrmaligen Hören hat sich diese Scheibe zu meinem absoluten Liebling entwickelt. Die Sounds sind moderner und es gibt auch Neues zu entdecken. Das Gesamtalbum passt in keine Schublade, selbst einzelne Songs bedienen sich - wie häufig bei Prince - unterschiedlicher Stilmittel.Kurz was zu den Songs: 3121 (ziemlich schräge Harmonien am Anfang, aber der Refrain bohrt sich rein, funky); Lolita mit 80er Keyboardsound + Reminiszensen an the Time im hinteren Teil (könnte ein Hit für die breite Masse werden); te amo ... (nettes seichtes Latino-Teil); Black Sweat (sehr minmalistisch und Discotauglich); Incense and Candles (wunderschönes gefühlvolles Duett mit Tamar); Love (Prince goes industrial, but straight funky); Satisfied (schmusiger Blus im Gospelstil); Fury (schönes Rockteil); The World (eine interessante Komposition, die sich erst allmählich erschließt); Beautiful ... (noch ein Duett mit Tamar, das nach Hinten funky wird); The Dance (schönes komplexes Stück zwischen Easy-Listening und Kamsutra); Get on the Boat (wie seit Jahren, und fast immer als letzter Track, ein klassischer Maceo-Parker-Groove). Das Album hat nicht die Tiefe von Rainbow Children und auch weniger Live-Atmosphäre (weil mehr am Computer produziert), hat aber keine Ausfälle, wie noch auf Musicology. So sollte ein gutes Album sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Psalmen einer Religion der Coolness,
Von alba63 "BernieEss" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: 3121 (Audio CD)
Mal ein Kuriosum voraus: Kann man Mitglied bei den Zeugen Jehowas und gleichzeitig ein cooler Hund sein?Klingt absurd, aber Prince kann sogar das. Die Ankündigung einer neuen Prince- Platte im Jahr 2006 hört sich an wie eine Weihnachts- Grußkarte: "unser Geschäft gibts auch noch, schauen sie mal wieder vorbei". "Cinnamon girl" klang letztes Jahr etwas zu sehr nach "Around the world" - gepflegtes Selbstzitat und solides Handwerk. Nichts Aufregendes, zumindest nicht im Universum eines Mr. Nelson. Als ich jedoch die ersten Takte des ersten (Titel)Tracks von 3121 hörte, dachte ich sofort, dass ich hier etwas ähnlich Aufregendes hörte wie 1984, als ich mir bei "when doves cry" die Augen rieb und mich fragte, was dieser "Prince" da machte. Mal eben 22 Jahre später passierte dann Ähnliches: Ich war verblüfft: unverkennbar Prince, aber er klingt wieder neu, frisch und unerträglich gut. Allein der Opener (3121) ist ein Meisterwerk des neuen Millenniums: Durch Stimmfetzen und abstrakte, verschachtelte digitale Sounds schält sich ein gebändigter, pumpender, Groove, über den dann die Stimme des Meisters in aberwitzigen Metamorphosen traumwandlerisch, wie in sich versunken, in kontrollierter Selbstberauschung die Psalmen seiner Religion der Coolness heruntermurmelt. Und das einer derart lässigen, zwingenden Autorität, dass einem angesichts von so viel musikalischer Intelligenz und Klasse ganz schwindlig werden kann. Hier singt und spielt einer, der nichts mehr beweisen muss. Prince zeigt mal wieder lässig, was eine musikalische Harke ist, was ihn von all den zahlreichen Posern der schwarzen Musik unterscheidet, und wieviel Stil und Klasse er nach fast 30 Jahren immer wieder haben kann. Der Herr Jehova des Prince muss ein cooler Gott sein. Arme Konkurrenz! B. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
NEVER BEEN AWAY… WELCOME BACK,
Von LOVE "I am LOVE" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: 3121 (Audio CD)
EINFACH SUPER.immerschon falsch verstanden, deswegen ueber allem schwebend und der zeit voraus. aeltere alben, zu ihrer zeit zu experimentell, entwickelten erst im nachhinein ihren charme, ihren groove, ihren geist. im einzelnen: 12 lieder, sehr temporeich, verstaerkt die rueckkehr zu sythesizern mit begleitung traditioneller instrumente, wenige balladen. sollte UNIVERSAL wirklich (noch) mehr an der vermarktung des albums interessiert sein, so werden definitiv noch mindestens drei lieder ausgekoppelt. unter anderem FURY, wohl (eines der/) das beste lied auf 3121. KAUFEN! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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