Jahr für Jahr stoßen unzählige Newcomer unter den verschiedensten Voraussetzungen ins Musikbusiness. Die einen müssen sich ihren Major Label Deal über Jahr hinweg mit Independent Releases und harter Arbeit erkämpfen, die anderen haben das Glück durch Songs/Mixtapes etc. entdeckt zu werden. Wie im letzten Fall erging es auch dem aus Detroit, Michigan stammenden Mike Posner. Schnell wurde im Jahre 2009 ein Deal mit J Records/Sony Music Entertainment unter Dach und Fach gebracht und die Aufnahmen für sein Debut Album "31 Minutes to takeoff" konnten beginnen. Herausgekommen ist dabei ein Album mit 13 Songs die von Mike Posner selbst, aber auch Leuten wie Cisco Adler, Benny Blanco, The Smeezingtons, Gigamesh oder Greg Kurtin produziert wurden. Wie oft üblich, vor allem bei Newcomern, hat die US Pressung gegenüber der EU Version mal wieder einen zeitlichen Vorteil, denn diese ist bereits seit dem 10. August erhältlich.
Mike Posner hat auf seinem Debut Album durchaus einiges zu bieten, was auch immer ein fester Garant für Abwechslung ist. Bereits das zeitlose aufwühlende Intro geht schnell einher und macht Hunger auf mehr. "Bow Chicka Wow Wow" legt sein Hauptaugenmerk auf chillige Akzente, welche in Form von einem klasse smoothen und langsamen Beat sowie einer kreativen Melodiebegleitung (Wasserblubbern) in die Tat umgesetzt werden, dabei kann sich auch die im Refrain immer wieder einsetzende dezente E-Gitarre sehen lassen. Viel Dance und Elektro wird uns mit "Please don't go" auf dem Präsentierteller serviert, da bleibt sicherlich kein Tanzbein mehr ruhig stehen. Gleichermaßen kann auch die eingängige 1. Single "Cooler than me" mithalten, die sicher vielen schon ein Begriff ist. Mit einer Briese Funk kommt "Deja Vu" angeritten, wobei hier die Soul Urgesteine Boyz II Men gefeatured sind aber leider nur recht kurz ihre Klasse aufblitzen lassen. Ausgestattet mit einem kraftvollen Drum Beat in Verbindung mit dem Einsatz von Blasinstrumenten bekommt "Do U wanna" einen glanzvollen Jazz/Blues Touch und lässt den Song altmodisch wirken. Ein Song für die Dancefloors begegnet uns nun mit "Cheated" genau richtig. Worum es sich hier wohl textlich dreht, kann getrost aus dem Titel ohne großes Denken erkannt werden und dies bekommt dann auch in Form eines wummenden Beats die passende Untermalung. "Gone in september" dreht sich mal wieder um eine Dame bzw. die Liebe. Auch wenn das Lied textlich gesehen sehr ernst und angespannt ist, wirkt das relaxte Instrumental auf irgendeine Art und Weiße dennoch recht fröhlich. "Save your goodbye" beginnt nur mit einer Klavierbelgeitung geheimnisvoll und erinnert am ehesten an eine Ballade, allerdings rollt dann im weiteren Verlauf ein House lastiger Beat heran, der allerdings gekonnt im Hintergrund bleibt, bevor sich dann im Refrain das Instrumental entfalltet und ein mitreisendes Klangschauspiel veranstaltet, dass hammermäßig mit Mike's Vorzeigestimme verschmilzt. Auch "Synthesizer" schlägt angenehm ruhige Töne an, die mit viel Herz und Leidenschaft von Mike Posner auf die Spitze getrieben werden. In derselben Stimmung knüpft auch "Delta 1406" an die letzten beiden Tracks an, geht aber durch seinen kräftigeren Beat eher in Richtung Hip Hop und erhält eine hervorragende Ergänzung durch traumhafte verzweigende Melodien. Zum Abschluss tobt sich der 22 jährige gesanglich gesehn nochmal richtig aus, denn mit "Falling" liegt eine weiterer Balladentrack vor, der vom ersten bis zum letzten Ton einfach Begeisterung beim Hörer hervorruft.
Mike Posner ist mit "31 Minutes to takeoff" ein tolles Album gelungen, in das es sich auf jeden Fall lohnt hineinzuhören. Als gäbe es nichts leichteres vermischt der Gute Genres wie Pop, Electro, Rap, RnB und Alternatives Material zu einem sehenswerten Gesamtpaket. Zudem weiß der Newcomer seine beeindruckende Stimme immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort einzusetzen, da fällt es nicht gerade einfach ihn mit irgendeinem aktuellen Künstler zu vergleichen. Bitte liebend gerne mehr von diesem Mann in naher und ferner Zukunft.
PeAcE