30 Jahre ist es nun her, das sich Michael Schenker nach SCORPIONS und UFO mit einer eigenen Gruppe selbständig gemacht hat. Vor 30 Jahren erschien auch sein erstes Solo Album MSG. Grund genug für Michael Schenker um dies live zu feiern! Am 13. Januar 2010 gab er sein Jubiläums Konzert in Tokyo / Japan. Mit dabei 2 Musiker von seinem ersten Soloalbum: Schlagzeuger Simon Phillips (u.a. TOTO; The WHO; MICK JAGGER)und Sänger Gary Barden. Des weiteren der long Time Gitarrist / Keyboarder Wayne Findley und Bassist Neil Murray (u.a. WHITESNAKE; GARY MOORE; BLACK SABBATH; COMPANY OF SNAKES)
Um es vorweg zu nehmen, an alte Livescheiben wie der erst kürzlich erschienene Rockpalastmitschnitt, One Night At Budokan oder The Michael Schenker Story Live kann es nicht mehr ganz heran reichen.Das liegt in erster Linie an Sänger Gary Barden. Dieser hat große Probleme hohe Töne zu singen bzw Töne richtig zu treffen. Bei "Feels Like A Good Thing"; Cry For The Nations" und "Let The Sleeping Dog Lie" schlägt er sich noch wacker, spätestens ab "Armed And Ready" merkt man doch arg seine gesanglichen Schwierigkeiten.Schade! Schenker spielt klasse Solos - vielleicht nicht mehr ganz so tight wie vor 30 Jahren, aber immer noch auf sehr hohen Niveau und es macht Spaß ihm zu zu hören.Die Solos auf den Songs "Cry For The Nations" und "Rock Bottom" spielt Michael sogar so verdammt gut, das ich Gänsehaut bekomme. Der Rest der Band ist spieltechnisch absolut amtlich und es kommt richtig Spielfreude auf. Im Vergleich zu seinem letzten Studiooutput "In The Midst Of Beauty" (das Acoustic Project "Lady Gypsy" lassen wir hier mal beiseite)ist die Produktion wirklich gut, der Sound kommt knackig herüber und die Songauswahl ist hervorragend:
"Ready To Rock", Attack Of The Mad Axeman", On And On",... - der Großteil der Songs entstammt von seinen ersten beiden Soloalben (8 Songs vom Debütalbum,4 Songs von MSG, 3 Stücke von "In The Midst Of Beauty" der Rest von den anderen Alben mit Gary Barden als Sänger (Built To Destroy, Lady Gypsy) und den 2 UFO Klassikern Doctor Doctor und Rock Bottom.
Ganz toll ist übrigens auch die schöne Livestimmung in Tokyo - das Publikum geht gut mit und läßt es sich nicht lumpen, bei dem ein oder anderen Refain lauthals mit zu singen.
Fazit: Für absolute Schenkerfans natürlich ein Pflichtkauf, den Nicht Die Hard Fans seien aber eher Livealben wie The Michael Schenker Story, One Night At Budokan, Rockpalast oder Rock Will Never Die, empfohlen.
Abschließend möchte ich noch Michael Schenker empfehlen, sich einen anderen Sänger zu holen. So sehr ich Gary Barden für seine Gesangslinien und den Gespür für starke Melodien auf vielen Schenkerklassikern schätze - gesanglich ist er doch leider so in die Jahre gekommen, das er besser aufhören sollte.