Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
genial! ... und überaus grausam!, 26. November 2009
Die Gesandten des Gottkönigs Xerxes verlangen Unterwerfung von den Spartanern. Beugt König Leonidas sein Knie vor ihnen und Xerxes, dann kann Sparta überleben, verweigert er diese Geste, wird das gewaltige Heer der Perser Sparta und wenig später ganz Griechenland vernichten.
Die Antwort von Leonidas ist ebenso knapp wie unmissverständlich. Er stößt die Gesandten in einen Abgrund und verweigert den geforderten Kniefall. Ein Spartaner ergibt sich niemals, für ihn gilt nur das Gesetz der Götter.
Leonidas bittet die von Gott eingesetzten Priester um die Erlaubnis, in den Krieg gegen die Perser zu ziehen. Er legt ihnen seinen Plan vor, der die Thermophylen, einen Engpass unweit der Küste, zum Schauplatz der Schlacht machen will. Doch die korrupten und feigen Priester verweigern ihre Zustimmung, ja verbieten sogar dem König, in den Krieg zu ziehen.
Leonidas, für den der Untergang Spartas und Griechenlands unabwendbar scheint, rüstet seine persönliche Leibgarde aus und zieht zu den Thermophylen. Er will mit dreihundert Männern den Persern wenn nicht Einhalt, dann wenigstens zeigen, dass ein Spartaner bis zum letzten Atemzug seine Freiheit verteidigen wird.
Miller gründet seine Geschichte auf einem historisch nicht verbürgten Bericht Herodots, der die Schlacht bei den Thermophylen auf 480 vor Christus datiert. Die fünfteilige Serie "300" erschien erstmals 1998 bei "Dark Horse" und wenig später auf Deutsch beim Verlag "Schreiber & Leser". Im Juni 2006 nahm sich der Comicverlag "Cross Cult" dieses Werkes an und verlegte es in einer Prachtausgabe, die in punkto Druck- und Papierqualität sowie Format perfekt ist.
Von der ersten Seite an beeindruckt dieser Comic-Band mit einer fantastischen Farbgebung. Jedes der großormatigen, vom Zeichengenie Miller gestalteten Skizzen wurde von Millers Ehefrau Lynn Varley kongenial koloriert. Der Betrachter versinkt in einer Geschichte, die weder spannend noch geheimnisvoll und schon gar nicht heldenhaft oder positiv motiviert ist. Denn bereits nach wenigen Seiten ist klar, dass nur der Tod auf alle Krieger wartet.
Sinn und Zweck dieser Geschichte ist dem zu Folge auch ein anderer. Hier wird nicht ein Heldenepos vorgetragen, sondern ein erbarmungsloser Krieg thematisiert. Es kann keine Sieger geben, nur Verlierer. Auch Xerxes, so das Kalkül des Leonidas, wird am Ende untergehen. Für den Einen ist seine Hybris sich für Gott zu halten und die Menschen nicht mehr wahrzunehmen das Todesurteil, für den Anderen sein Stolz.
Das Gleichnis Millers - und hier offenbart er seine wahre Meisterschaft - dokumentiert, dass Krieg immer sinnlos ist, immer unsägliches Leid gebiert. Den Sieg tragen jene davon, die ihre Lehren aus dem Krieg ziehen und danach handeln, nicht diejenigen, die in den Kampf ziehen.
Einziger Makel dieser fantastischen Comicadaptation einer vielleicht historischen, vielleicht aber auch von Herodot erfundenen, Schlacht, ist der gelegentlich unfreiwillig komische, oft absurd heroisch klingende Text. Zum Einen ist dies der deutschen Übersetzung geschuldet, die viel weniger abgeklärt und zynisch ist als die englische Originalfassung, zum Anderen ist es die Eigenart Millers, seine Helden - koste es was es wolle - zu einsamen Wölfen, zu unverstandenen Egomanen zu stilisieren. Gelingt ihm das in der Figur des Leonidas perfekt, fallen alle anderen Charaktere in diesem Abenteuer zwangsläufig dagegen ab.
"300" eignet sich für unkonventionelle Leser. Hier wird keine Abenteuergeschichte geboten, auch ein Heldenepos ist es nicht, was Miller da kreiert hat. Sein Gleichnis hat Tiefgang und beschäftigt sich mit der Natur des Krieges. Dies gelingt ihm auf eine außergewöhnliche, einmalig "schöne" Art und Weise. Wer sehen will, wie das Zeichengenie Miller und die kreative, aufwühlende Kolorierung seiner Frau Lynn Varley daraus eine Geschichte machen, die so noch nie erzählt wurde, sollte den leider sehr hohen Preis bezahlen. Er wird mit absoluter Sicherheit tief beeindruckt und gleichzeitig entsetzt sein.
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50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Beeindruckend, 19. Dezember 2006
Visuell ungemein beeindruckend. Brilliante Bleistift- und Tuscharbeit, vereint mit einer der besten Kolorierungen, die ich je gesehen habe. Der Dialog ist spartanisch (pun intended...), trifft den Grundton der Erzählung sehr gut. Sogar die Übersetzung ins Deutsche ist stimmig und lenkt nicht ab, wie dies bei Comics leider häufig der Fall ist.
Ich verstehe Leute nicht, die sich beschweren, wenn sie ein Stück Literatur kaufen, dass es "historisch nicht akkurat" ist. Es ist eben der Unterschied zwischen Literatur und Fachbuch, dass man sich Freiheiten herausnehmen kann und sogar MUSS, um die Ebene des einfachen Nacherzählens historischer Ereignisse zu transzendieren. Dies tut Miller gekonnt - die Darstellung Leonidas' und Xerxes' finde ich herausragend, auch wenn sie nicht historisch sind. Durch sie wird die Atmosphäre sehr dicht.
Dem Buch inhärenten Faschismus und Machismo vorzuwerfen halte ich auch für verfehlt. Genauso gut könnte man über bspw. "Der Herr der Ringe" sagen, dass er faschistoides Gedankengut beinhalte. Es wird eben eine Geschichte über Selbstaufopferung, Kriegertum und Verantwortungsbewusstsein in einer pervers maskulinen und rigiden Gesellschaft erzählt. In keiner Form hatte ich das Gefühl, dass hier eine Botschaft vermittelt wird, die solches Verhalten und Denken propagiert oder befürwortet.
Die Qualität des Drucks, der Bindung, des Papiers und des Einbands sind bei dieser Ausgabe hervorragend, das ungewohnte Format unterstützt die Erzahlweise sehr gut.
4 Sterne, weil 5 Sterne nur Dinge von mir bekommen, die absolut herausragen - "The Dark Knight Returns" vom gleichen Autor bekommt 5 Sterne, weil er damit eine Revolution im Comicgenre mit auslöste. Dieses Buch ist m.E. aber trotzdem sehr gut, vom Zeichnerischen her wohl die beste Arbeit Millers, und sorgt für einen (leider nur einen) sehr unterhaltsamen Abend.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Graphic Novel mit historischem Hintergrund, 1. September 2007
Frank Miller ist wohl wahrlich kein politisch motivierter Zeichner, ideologisch sein Werk "300" in Frage zu stellen scheint wohl weit verfehlt. Insbesondere ist dieses hier angebotene Produkt die gebundene Ausgabe, denn "300" erschien im Mai 1998 (USA) als 5-teilige Mini-Ausgabe. 1998 - weit vor Bush, nun gezogene Parallelen zum Irak-Krieg und interpretierte Durchhalteparolen der im Irak stationierten amerikanischen Soldaten sind daher nicht im Sinne von Miller.
Wer Lust am bildgewaltigem Comic - Graphic Novels - hat und Miller in hochform erleben möchte (wurde für "300" damals mit einigen Preisen ausgezeichnet), der sollte sich "300" zulegen. Wer erwartet, den Film nochmals als Comic zu lesen, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Denn zuerst war der Comic, dann der Film! Historiker, die sich "300" zulegen, sollten auch mal ein Auge zudrücken. Der Comic von Miller basiert zwar auf die Schlacht bei den Thermopylen, eine 100%ige geschichtliche Aufarbeitung des Themas war Millers Absicht aber nicht. Miller war vielmehr seit Kindheit nachhaltig vom antiken Griechenland beeindruckt, nachdem er "300 Spartans" (1962) im Kino sah. Im übrigen ist Miller bekannt für seine opulenten Zeichnungen, für die Tiefe der Story eher nicht...Will man "300" in vollen Zügen, sollte man dieses beachten.
Pros: - Bildgewaltig, Colorierung vom Feinsten, düstere Plots, historischer Hintergrund
Cons: - Story "nur an der Oberfläche"
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