Nach den ersten beiden Alben scheint für die Band die Richtung nicht so ganz klar zu sein. Weder das rockig-soulige Flair der ersten Scheibe Transit Authority noch das soulig-rockige der II, jeweils mit satten, erdigen, logischen Bläsereinwürfen sind in der III auch nur annähernd in der gewohnten Musikalität umgesetzt. Die musikalischste Nummer ist - man staune - ein Song im Westcoast-Format, a la Crosby Stills & Nash, mit gefälligem Satzgesang und netten Gitarrenarrangements. Aus den phantastischen Bläserfills sind in der III dagegen gebläsehafte Phantastereien geworden: hochintellektuelles, hochschwieriges Zeug, das ziemlich herzlos klingt und dem Zwang entsprungen scheint, auf die ersten Alben in punkto Blasmusik mit Gewalt noch eins draufzusatteln. Nö, Leute, die III lassen wir besser aus. Chicago kriegt die Kurve wieder ab dem V. Album, wo Rock, Soul und Jazz wieder zu einer sehr hörenswerten Einheit finden, die für Jazzfreaks in den ersten Stücken der VII zur Perfektion gelangen.