Wer von 28 Days later fasziniert war und nun auf der Suche nach etwas mehr Informationen ist, vielleicht auch etwas Merchandising, ist hier genau richtig. 28 Days und 28 Weeks later sind ja an sich sehr unterschiedliche Filme, das eine fast schon eine kultige Low Budget-Produktion von Trainspotting-Regisseur Danny Boyle, das andere mit Boyle nur noch als Produzenten ein fast schon typischer Hollywood-Film, mit viel Blut, Schüssen und Explosionen. Dennoch bilden beide Filme als Gesamtwerk, mit dem 2009 geplanten 28 Months later ein faszinierendes Gesamtwerk.
Das fängt schon damit an, dass es keine tumben Zombies sind, die durch das menschenleere Großbritannien torkeln, sondern mit dem Rage-Virus infizierte Menschen, deren Krankheitsbild sich eher als massive Rage unter Drogeneinfluss und Ebola-Fieber beschreiben lässt, "Die Zeit danach" verrät sehr viel mehr über die Krankheitsbilder der Infizierten und wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass dieser Virus geschaffen wurde.
Es begann mit den Forschern Warren und Clive, die sich der Suche nach einem Mittel zur Unterdrückung von Wut und Aggressionen gewidmet haben. Ein solches Mittel wäre gerade für Clive, der wegen häuslicher Gewalt von seiner Ex-Frau angezeigt wurde, Heilung, während Warren bei den Methoden vollkommen skrupellos ist und erst nach einem Humanexperiment mit tödlichen Ausgang bereit ist, wie von Clive gefordert Schimpansen als Testobjekte zu verwenden. Da Injektionen nicht wirksam genug scheinen, beschließt man einen Virus als Träger zu modifizieren und entscheidet sich für eine Ebola-Variante. Doch das Experiment geht schief, der Virus mutiert und anstatt die biochemischen Prozesse, die Wut und Aggression verursachen, zu blockieren, fördert er sie auf katastrophale Weise...
Von Phase 1 Entwicklung, Phase 2 Ausbruch, Phase 3 Dezimierung bis zu Phase 4 Quarantäne erzählt "Die Zeit danach" zunächst die Vorgeschichte von Tag 0, während Phase 2 1-14 Tage später stattfindet und das Schicksal einer Familie beschreibt, die kurz nach dem Ausbruch des Virus nichtsahnend Mutters Geburtstag mit einem Picknick im Park feiern wollte. Doch gerade der jüngste Sohn entdeckt einen entlaufenen Affen und wird infiziert, während der Rage-Virus beginnt sich über ganz London auszubreiten. Phase 3 hingegen ist 29-32 Tage nach dem Ausbruch angesiedelt und erzählt die Geschichte des vermeintlich letzten Menschen in London, Hugh Baker, der sich bewaffnet und seinem ganz persönlichen Kreuzzug gegen die Infizierten verschrieben hat, doch Baker entdeckt dass noch jemand bis zu diesem Zeitpunkt überlebt hat und ist gar nicht an "Konkurrenz" interessiert. Das Finale Phase 4 führt alle Handlungsstränge zusammen, in eine Quarantänestation, 38-42 Tage nach dem Ausbruch.
Für Fans des Films ein absolutes Muss, auch wenn neben den Comics, die als 28 Days The Aftermath auf Englisch etwas billiger zu bekommen sind. Die Comics von Phase 1 und 3 sind in animierter Form auch auf der DVD von 28 Weeks later als Features enthalten, wovon das Phase 3-Originalskript von Steve Niles im vorliegenden Band enthalten ist. Dazu kommt eine wenige Seiten umfassende Doku "Years later", die Fotos aus dem Film den realen Drehorten gegenüberstellt. Eine nette Fleißaufgabe, die allerdings wenig bringt, weil die Filmfotos wenig mehr als Daumennagelgröße haben und selbst die Bilder der Originaldrehorte nur unbedeutend größer sind.
Fazit:
Wie schon mit dem Comic zur Fox-Erfolgsserie 24, hat Cross Cult mit dem Comic zum Fox Atomic-Film 28 Days later: Die Zeit danach erneut ein interessantes Werk auch für deutsche Leser verfügbar gemacht, das mit dem festen Einband, trotz geringer Größe leicht zu transportieren bleibt und nicht so leicht zu beschädigen ist. Für Fans des Films sicher ein Muss.