Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 11,13

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 5,65 eintauschen?
2666: Roman
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

2666: Roman [Gebundene Ausgabe]

Roberto Bolaño , Christian Hansen
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (49 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 29,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 10 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Freitag, 24. Februar: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 26,95  
Gebundene Ausgabe, 7. September 2009 EUR 29,90  
Broschiert EUR 14,99  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt 2666: Roman gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 5,65 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Hinweise und Aktionen


Wird oft zusammen gekauft

2666: Roman + Lumpenroman + Die wilden Detektive: Roman
Preis für alle drei: EUR 57,70

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
  • Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung. Details

  • Lumpenroman EUR 14,90

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Die wilden Detektive: Roman EUR 12,90

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1096 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 10 (7. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446233962
  • ISBN-13: 978-3446233966
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (49 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 126.953 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Roberto Bolaño
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Roberto Bolaño auf Amazon

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein großes, überschäumendes Werk, das die Wunden und den Gestank so wenig scheut und eben deshalb geradezu unbändig der Lebenslust huldigt." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 05.09.09 "So grenzenlos einem des Autors Fantasie vorkommt, so klar, transparent und genau bleibt seine Sprache. Bolano nimmt seine Leser mit auf eine Höllenfahrt. Auf was für eine!" Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger, 05.09.09 "Bolanos monumentaler Nachlassroman bestätigt den außerordentlichen Rang des 2003 verstorbenen chilenischen Schriftstellers. (...) Wie Cervantes und Sterne, Melville und Proust, Musil und Pynchon sucht Bolano noch einmal die Totalität der Welt im Roman zu fassen. Es ist der Wahn einer aus den Fugen geratenen globalisierten Welt, gegen den Bolano die Literatur als Ordnungskraft, als Gegenentwurf und Verwandlungszauber ins Feld führt." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 12.09.09 "Bolanos Vermächtnis ist ungeheuerlich. In der Nachfolge von Kafka, Borges und Cortázar begreift er Literatur als etwas Unausgegorenes. In '2666' zeigt er uns, was er damit meint. Er wagt sich hinab in die Grabkammern der Gegenwart und erzählt davon. Aufregender kann ein Roman nicht sein." Maike Albath, Frankfurter Rundschau, 15.09.09 "Ein gewaltiger Weltentwurf und darin kein falscher Ton: '2666' – der letzte, überwältigende Roman des Roberto Bolano." Eva-Christina Meier, Die Tageszeitung, 12.09.09 "Haarsträubende, wunderschöne, den Leser magisch in Bann ziehende Geschichten aus einer Welt hinter der Welt." Wolfgang Höbel, KulturSpiegel, 26.09.09

"Er gilt als der bedeutendste Schrifsteller spanischer Sprache." Tobias Lehmkuhl, Süddeutsche Zeitung, 13.02.09 "Für '2666' muss man eine neue Bezeichnung in die Literaturgeschichte einführen: bolanoesk." Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.09 "Bolanos Werk ist von enormer Lesbarkeit und geschrieben in einer Sprache, zu der man sofort Vertrauen fasst … Sprache, Wortwahl und Rhythmus, eben jener typische, ganz und gar unverwechselbare Bolano-Sound aus Eloquenz und Zögern, Understatement und geistiger Wachheit … Auf uns Leser wartet das Glück einer einzigartigen Entdecker-Reise, über Hunderte und Aberhunderte Seiten einer von Christian Hansen berückend aus dem Spanischen übersetzten Prosa, die tatsächlich ihresgleichen sucht." Marko Martin, Die Welt, 05.09.09 "Das monumentale Werk von mehr als 1000 Seiten hat Bolano über Nacht zu einem Leitstern am Firmament der Weltliteratur gemacht." Thomas Klupp, Welt am Sonntag, 06.09.09 "Ein Meisterwerk. Das aufregendste Buch eines lateinamerikanischen Schriftstellers seit Gabriel García Márquez' 'Hundert Jahre Einsamkeit'." Wolfgang Höbel, Der Spiegel, 07.09.09 "1119 Seiten, auf denen sich Bolanos Weltruhm gründet." Die Zeit, 07.09.09 "Roberto Bolano ist die große weltliterarische Entdeckung der vergangenen zehn Jahre … Mit '2666' ist etwas wirklich Neues in die Welt gekommen: ein Meilenstein der literarischen Evolution." Ijoma Mangold, Die Zeit, 10.09.09 "2666 ist ein ungeheuerlicher Wal von einem Roman, er bläst seine Fontänen hoch in den Äther. Sehr zu empfehlen!" Sibylle Lewitscharoff, Die Welt, 19.12.09

Kurzbeschreibung

Literatur von einem anderen Planeten: Roberto Bolanos posthum erschienener Jahrhundertroman "2666" über die unaufgeklärte Mordserie an Frauen in Mexiko ist eine atemberaubende Reise ins finstere Herz der modernen Welt. Wir begeben uns auf die Suche nach dem Schriftsteller und ehemaligen Wehrmachtssoldaten Benno von Archimboldi, der in Santa Teresa, einer Wüstenstadt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, verschwunden ist. Ebendort wurden Hunderte von Frauen Opfer von Vergewaltigung und Mord. Wer sind die Mörder, und was hat Archimboldi mit ihnen zu tun? Das literarische Vermächtnis des aus Chile stammenden und 2003 in Barcelona verstorbenen Bolano ist Gangster- und Bildungsroman, Science-Fiction und Reportage.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

 

Kundenrezensionen

49 Rezensionen
5 Sterne:
 (18)
4 Sterne:
 (6)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (7)
1 Sterne:
 (10)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
3.3 von 5 Sternen (49 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

79 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schön erzählte Geschichten, 26. September 2009
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zwei Wochen habe ich mich nun durchgekämpft durch den voluminösen Nachlass von Roberto Bolano. Oh, es war ein durchaus vergnüglicher Kampf, "2666" ist ein sehr unterhaltsamer Roman, oder vielmehr ein Sammelsurium von interessanten und spannenden Geschichten, die vielfältig und einfallsreich miteinander verwoben sind.

Das zentrale Motiv des Buchs ist die (leider sehr reale) Mordserie an Frauen im nordmexikanischen Ciudad Juárez (im Roman Santa Teresa genannt). Diese bilden quasi den modernen Gegenpol zum Grauen des Zweiten Weltkriegs, und zwischen diesen beiden Polen spielt der Roman. Zentrale Figur dabei ist der obskure deutsche Gegenwartsautor Benno von Archimboldi.
Der erste Teil handelt von vier europäischen Germanisten (eine Dame und drei Herren), die sich auf das Werk dieses Autors spezialisiert haben, im übrigen auch eine recht undefinierte Ménage à Quatre betreiben. Ihre Jagd nach dem geheimnisvollen Autor endet in Santa Teresa.
Der zweite, recht kurze Teil, schildert das Leben eines fünften Professors, eines Chilenen, der lange in Spanien gelebt hat und schließlich als Professor in Santa Teresa endet.
Fate, Protagonist des viertel Teils, hingegen ist Journalist einer Zeitung für Afroamerikaner, der für den verstorbenen Sportredakteur einspringen soll und von einem Boxkampf aus Santa Teresa berichten soll. Er stößt dabei auf die geheimnisvolle Mordwelle an Frauen in der nordmexikanischen Stadt.
Der vierte Teil kommt ohne einen durchgängigen Protagonisten aus, Bolano schildert hier in erdrückenden 300 Seiten die Mordserie in Santa Teresa, verbunden allerdings mit zahlreichen Geschichten und Portraits rund um die Stadt und ihre Bewohner.
Im letzten Teil schließlich wird das Geheimnis um die Person Benno von Archimboldis aufgelöst, wir erfahren, in welchem Verhältnis er zu den Morden in Santa Teresa steht (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, um nicht zuviel Handlung vorwegzunehmen).

Bolanos Werk ersclägt den Leser erstmal mit seiner Fülle und seinem schon rein physischen Umfang. Es ist sicher kein Buch für eine Nacht (und im übrigen im Alltag für den U-Bahn-Leser auch etwas unhandlich, da groß und schwer).
Das Buch hat mich vor allem mit seiner klaren und unprätentiösen Sprache überrascht, gepaart mit einer unbändigen Fabulierlust. Bolano will Geschichten erzählen, und er tut dies in einer flüssigen, stilsicheren Sprache. Er versucht nicht, Sprachkunst zu erzeugen, er verliert sich auch nicht in seitenlangen Beschreibungen eines Kaffeeflecks. Tempo des Buchs und seine Handlung sind gut ausgewogen, der Stil ist ruhig und freundlich. Einfach erzählte Geschichten, ironisch, unterhaltsam, auch traurig und bitter, aber vor allem Geschichten und keine Manifeste.
Dabei verwirrt die Beschreibung des Verlags etwas. Ich weiß nicht, was sich die Damen und Herren bei Hanser bei der Abfassung des Klappentextes gedacht haben. Von diesem ausgehend könnte man glauben, es ginge um den Nazi-Stützpunkt auf dem Mond und die dunklen Geheimnisse der Area 51.
Nein, der Verlagstext rückt den Roman denkbar in ein falsches Licht und ist auch nicht fehlerfrei. So ist Benno von Archimboldi eben kein Nazi, und der Roman ist manches, aber definitiv keine Science Fiction (das einzige derartige Motiv ist eine Lebensbeschreibung eines russischen Science Fiction-Autors, der den stalinistischen Säuberungen zum Opfer fällt).
Ein kleines bißchen Stirnrunzeln hatte ich auch bei der Übersetzung des Romans. Ich spreche leider kein Spanisch, kenne nur die vorliegende deutsche Übersetzung, kann also an einzelnen Stellen auch nicht beurteilen, ob eine "komische" Formulierung nicht doch sehr bewußt gewollt ist. Aber an ein paar Stellen habe ich schon gestutzt, z.B. als vom "baltischen Meer" die Rede war, das man doch gemeinhin hierzulande als Ostsee referenziert. Da kriegt das Lektorat bei mir ganz leichte Abzüge in der B-Note.
Aber das sind Randnotizen, und diese sollen den Eindruck des Buchs nicht schmälern.

"2666" ist ein Buch für Leute mit langem Atem, die sich an vielen großen und kleinen Geschichten freuen, die sich auf einen manchmal aberwitzigen und skurrilen Humor einlassen und dennoch auch mit dem tragischen Rahmengeschehen umgehen können.
Ob's der große Jahrhundertroman ist, das mögen andere entscheiden, das ist mir ziemlich egal. Zumindest ist es ein sehr, sehr vergnügliches Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein monumentaler Torso über das düstere Herz der Welt, 5. Dezember 2009
Von 
ludwigwitzani (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie fasst man ein 1100 Seiten Werk kurz zusammen?
Am besten gar nicht, aber wenn man es trotzdem versuchen möchte, muss klar sein, dass die epische Fülle dieses Buches auch nicht ansatzweise deutlich werden kann. önnen.
Da der Inhalt dieses Riesenwerkes aber in sehr vielen Rezensionen falsch oder missverständlich wiedergegeben wurde, will ich es trotzdem versuchen.
Worum also geht es in dem vorliegenden Megaroman?
Das erste Buch (VON DEN KRITIKERN - S. 11-202 ) beginnt so esoterisch, wie man es sich nur vorstellen kann. Vier Literaturwissenschaftler, drei Männer und eine junge Frau, allesamt Experten für das Werk des deutschen Schriftstellers Benno von Archimboldo lernen sich auf philologischen Kongressen kennen und lieben. Die gemeinsame Suche der vier Literaturwissenschaftler nach dem verschwundenen Archimboli führt sie nach einigen Irrungen und Wirrungen in die nordmexikanische Stadt Santa Theresa, wo sie ihn nicht finden, aber gleichsam en passant von den rätselhaften Frauenmorden hören.
Im Mittelpunkt des zweiten Buches (AMALFITANO - S. 203-284 ) steht Professor Amalfitano, ein chilenischer Wissenschaftler, der mit seiner Tochter Rosa in Santa Theresa lebt. Er ist geplagt von Stimmen Vorahnungen und dem Gefühl eines herannahenden Verhängnisses, während in dem Ort, in dem er lebt, immer mehr ermordete Frauen aufgefunden werden.
Das dritte Buch (FATE - S. 285-428 ) führt den Leser auf den Spuren des afroamerikanischen Reporters Oscar Fate von New York erneut nach Santa Theresa mitten hinein in das widerwärtigste Machimso-Milieu und damit noch etwas näher an das sich immer beunruhigender ausweitende Phänomen der Massenmorde an jungen Frauen heran.
Das vierte Buch (VON DEN VERBRECHEN - S. 429-770) ist zweifellos der düstere Kern des gesamten Werkes. Über Hunderte von Seiten werden die Frauenmorde von Santa Theresa befremdlich detailliert dargestellt - jeder Fall für sich ist schockierend in seiner Anschaulichkeit und doch bald auch ermüdend in der Wiederholung, womit der Autor genau jenen medialen Gewöhnungseffekt simuliert, der das Grauen, zu einem Bestandteil des täglichen Lebens macht. Die kursorischen, teils unsystematischen, teils schlampigen Ermittlungen führen schließlich zur Verhaftung des Deutschamerikaners Kurt Haas, dem die korrupten Untersuchungsbehörden den Mord anzuhängen suchen.
Das fünfte und letzte Buch (ARCHIMBOLDI - S. 770-1085) erzählt die Geschichte des 1920 in Norddeutschland geborenen Hans Reiter, der am zweiten Weltkrieg teilnimmt und nach 1945 unter dem Pseudonym Benno von Archimboldo Romane veröffentlicht, die ihn, wenngleich nach einer längeren Anlaufzeit, weltberühmt machen. Seinen Neffe Klaus Haas verschlägt es nach zahlreichen privaten Bruchlandungen nach Amerika, wo er als Hauptverdächtiger für die Massenmorde an Frauen im Gefängnis von Santa Theresa landet. Über seine Schwester Lotte erfährt der jahrzehntelang im Verborgenen lebende und auch schon über achtzigjährige Archimboldi, dass sein Neffe in Mexiko ins Gefängnis sitzt und macht sich per Flieger auf nach Los Angeles. Das wars.

Soweit die Vogelperspektive auf das vorliegende Werk. Nimmt man das Buch aber dann wirklich auch zur Hand, erwartet den Leser eine phänomenale Üppigkeit an Personen und Schauplätzen, die beinahe Schmöker-Qualität besitzt, Je weiter man liest, je deutlicher entfalten sich die Konturen eines literarischen Universums, dessen Chronologie nahezu das gesamte Zwanzigste Jahrhundert und dessen Geographie den gesamten Planeten umfasst. Doch keine Angst - so unfassbar geräumig der poetische Weltentwurf daherkommt, so leicht liest sich der Leser in die verschiedenen Provinzen dieses Textkosmos ein. Bolanos Sprache ist von einer brillanten Anschaulichkeit und Tiefe zugleich - Personen, Begriffe, Handlungsketten, Theorien defilieren am geistigen Auge des Lesers vorüber, ohne dass einen Augenblick lang Verwirrung oder Langeweile entstünde. Der Roman ist kurzweilig auf eine fast verdächtige Art, ohne banal zu sein, er ist grauenhaft und schockierend ohne auf Effekte zu setzen, und er von einer unglaublichen Gelehrsamkeit, ohne zu verwirren. Vor allem aber ist er große Literatur, in der Szenen und Bilder beschrieben und gefunden werden, wie man sie noch nie gelesen hat.

Was aber ist sein Thema? Soweit sich das auf der Grundlage des vorliegenden Torsos beurteilen lässt, ist die Handlungsführung zwischen zwei Polen aufgespannt - zwischen dem Leben Benno von Archimoldos (und seiner Adepten) im ersten und letzten Buch und den Frauenmorden von Santa Theresa ( in Wirklichkeit: Ciudad Mexiko an der mexikanisch-amerikanischen Grenze), d. h. es handelt sich um eine Spannweite, wie man sie sich kaum extremer vorstellen kann: Literatur und Wirklichkeit, Mütter und Mörder, Edelrestaurant und Müllhalde, spätbürgerliches Bildungsgehabe und entmenschter Machimso, provinzielle Spießigkeit und dekadente Libertinage, Männer und Frauen, Schwarz und Weiß, Nord und Süd, Reichtum und Armut, Nazis und Juden - das und viel mehr führt den Leser in das düstere Herz der Welt und verbindet sich zu einem literarischen Strudel, der genau in dem Augenblick abbricht, wo die weit verstreuten Fäden sich durch den Aufbruch Archimboldos nach Mexiko zu verbinden scheinen.

Roberto Bolano, der vor der Fertigstellung des Romans, im Jahre 2004 in Barcelona an einer Leberzirrhose im Alter von gerade mal gut Fünfzig Jahren verstarb, hat diese Synthese nicht mehr leisten könne. Er hat ein unvollendetes Werk hinterlassen, von dem sich ein jeder am Ende des Buches fragen mag, welchen gestalterischen Weg der Autor bei der Vollendung des Werkes wohl eingeschlagen hätte. Auch wenn solche Mutmaßungen müßig sind, bin nach der Lektüre des Werke von zweierlei überzeugt. Zunächst glaube ich, dass Bolano nach diesem gigantischen Grundriss noch einmal mindestens eintausend Seiten benötigt hätte, um all die Fäden und Fährten zusammen zu führen. Aber selbst für den Fall, dass dies versucht worden wäre, hätte ich meine Zweifel, ob es auch gelungen wäre. Wie der überdimensionierte Dom von Siena oder Theodor Mommsens "Römische Geschichte", die mit Cäsars Tod abbricht, wie Musils "Mann ohne Eigenschaften" oder Mahlers Zehnte Sinfonie hat es oft seinen Grund, dass große Werke am Ende unvollendet bleiben. Sie können nicht vollendet werden, ihre alle Grenzen sprengender Entwurf erlaubt keine entgültige Gestalt. Ihre Unabgeschlossenheit spiegelt in der ganz großen Form die Fragmentarität der Welt, die allem zugrunde liegt. Ein Beispiel dafür ist für mich das vorliegende Werk. Der Tod des großen Autors muss auch mit diesen Augen gesehen werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wahres Meisterwerk, 18. März 2011
Rezension bezieht sich auf: 2666: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Roberto Bolaños "2666" ist eins der ambitioniertesten Werke, die ich je gelesen habe. Bolaño spaltet sein Buch in fünf unterschiedliche Abschnitte, die meistens verschiedene Charaktere, Handlungsstränge und teilweise unterschiedliche Stile besitzen.

Im ersten Teil wird der obskure Schriftsteller Benno von Archimboldi zur Obsession für ein paar Literaturkritiker. Über den Zeitraum von Jahren, nach zahllosen Artikeln, Tagungen und Konferenzen befindet sich von Archimboldi im öffentlichen Interesse; er ist sogar ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Dennoch existieren bislang keine biografischen Einzelheiten über den Schriftsteller, keine Hinweise über seinen Verbleib, keine Fotos. Was bekannt ist, ist, dass er um 1920 geboren wurde, und dass er ein ungewöhlich großer Mensch zu sein scheint. Der erste Teil von "2666" fokussiert sich auf vier Übersetzer und Akademiker, die seit seinen Anfängen die leidenschaftlichsten Bewunderer Archimboldis sind. Sie machen den Autor in Santa Teresa, einer nordmexikanischen Stadt, ausfindig, wo sich jedoch seine Spur verläuft.

Der zweite Teil bezieht sich auf Amalfitano; ein spanischer Professor, der nun mit seiner Tochter Rosa in Santa Teresa lebt. Amalfitano wird gegen Ende des ersten Teils als Kontaktperson zwischen der Literatengruppe aus Teil eins und der örtlichen Universität eingeführt. Bolaño benutzt diesen Teil hauptsächlich, um die Stadt Santa Teresa deutlicher herauszuarbeiten.

Teil drei macht uns mit einem schwarzen, amerikanischen Journalisten bekannt: Oscar Fate, der für ein undurchsichtiges, afro-amerikanisches Magazin arbeitet. Seine Kompetenz liegt eigentlich in politischen Themen, aber als ein Kollege, der den Sportteil betreute, unerwartet stirbt, wird Oscar Fate nach Santa Teresa geschickt, um über einen Boxkampf zwischen einem jungen, aufsteigenden Afro-Amerikaner gegen einen Einheimischen aus Santa Teresa zu berichten. Während Fate in Santa Teresa auf den Beginn des Boxkampfes wartet, hört er allerlei Gerüchte über die Frauenmorde in der Gegend. Desweiteren trifft er sich mit Amalfitanos Tochter Rosa. Überzeugt davon einer großen Geschichte auf der Spur zu sein, versucht Oscar Fate seinen Redakteur zu überreden in Santa Teresa bleiben zu dürfen, um über die Morde zu berichten. Aber er wird zurück beordert.

Abschnitt vier dreht sich hauptsächlich um die Frauenmorde in Santa Teresa, die meistens ziemlich grausam sind. Geschrieben ist dieser Teil in der Terminologie von Polizeiberichten, oder in der Beschreibung der Polizeiarbeit. Der Verdacht fällt auch auf einen jungen deutschen Ladenbesitzer namens Klaus. Dieser wird verdächtigt ein Serienkiller zu sein, so dass man ihn einsperrt, bis ihn sein Gerichtsverfahren erwartet. Teil des vierten Abschnitts sind auch Klaus' Gefängniserfahrungen. Klaus beteuert seine Unschuld, die Morde gehen gleichzeitig weiter, und er schafft es Leute um sich zu scharren, um sich vor der Gewalt im Gefängnis zu schützen. Ob Klaus nun der gesuchte Mörder ist, oder nicht - zumindest ist es offensichtlich, dass er der Sündenbock für meist unsichtbare Machtinhaber ist.

Der abschließende fünte Teil klärt über die fehlenden biografischen Details Benno von Archimboldis auf. Wie sich herausstellt ist sein wirklicher Name Hans Reiter. Er ist ein Veteran des Zweiten Weltkrieges. Detailliert beschrieben wird sein Leben von Geburt an. Reiter war ein irgendwie seltsames Kind; sein Vater ein verkrüppelter Soldat des Ersten Weltkrieges, seine Mutter auf einem Auge blind. Benno hatte eine wesentliche jüngere Schwester: Lotte. Nach Kriegsende ließ er sich nieder und ging sonderbaren Arbeiten nach, bevor er schließlich anfing zu schreiben und einen Verleger fand, der begeistert von seiner schriftstellerischen Arbeit war. Von Archimboldis Freundin stirbt und er lässt sich treiben - hierhin und dorthin; er hält sich wiederum mit merkwürdigen Jobs und weiteren schriftstellerischen Arbeiten über Wasser. Im Wesentlichen hält er keinen Kontakt zu seiner Familie und geht auch keine näheren Beziehungen mit anderen ein. Bennos Schwester heiratet und bekommt einen Sohn: Klaus, der in späten Teenagerjahren hin und wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Klaus emigriert in die USA, wo er für mehrere Jahre von der Bildfläche verschwindet. Lotte und ihr Mann versuchen die Spur ihres Sohnes in den USA aufzunehmen, aber die Nachforschungen führen ins Leere. Eines Tages, Jahre später, erhält Lotte den Anruf eines Rechtsanwalts aus Mexiko, der den Klaus aus Teil vier rechtlich vertritt - ihren vermissten Klaus, der in einem mexikansichen Gefängnis sitzt. Während der nächsten Jahre besucht Lotte Klaus gelegentlich, bis sie schließlich ihren älteren Bruder Hans kontaktiert, damit dieser ihrem Sohn helfend zur Seite steht.

Meine Worte werden "2666" sicher nicht gerecht, die Erfahrung des Lesens dieses Werks sollte auch jeder für sich erleben. Absolut unglaublich, überwältigend und brillant!

Das Buch ist ein komplexes Gewebe anscheinend nicht im Zusammenhang stehender Erzählungen - auf den ersten Blick. Ebene auf Ebene Geschichten innerhalb von Geschichten. Als würde man mit einer scheinbar endlosen Matroschka spielen, wo die nächste Figur noch faszinierender ist, als die vorherige.

"2666" ist ein wahres Meisterwerk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen











Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten

Legen Sie Ihre eigene Lieblingsliste an

Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:







Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de