In den Bergen von Colorado treffen sich Industriegiganten, Medienmogule, Wirtschaftsmagnaten und die Wall Street-Elite zu einem Runden Tisch, als die von Ryan Chapelle geführte Sondereinheit zur Analyse von Finanzströmen auf einen bedenklichen und plötzlich sehr starken Handel mit Aktien der dort vertretenen Firmen entdeckt. Zeitgleich verschwindet kurz vor Beginn des Treffens ein lokaler Kult, der sich als Zeloten bezeichnet, samt zweiter ATF-Agenten die das Lager der Kultisten überwachen sollten. Um für den Falle des Falles einen Teil des Ruhms für sich in Anspruch nehmen zu können, schickt Chapelle Jack Bauer als seinen Mann nach Colorado, um bei den Ermittlungen mitzuwirken, nachdem das Verschwinden der Zeloten im Vorfeld des Runden Tischs höchste Priorität erhalten hat. Doch könnten die Kultisten selbst Opfer eines Anschlags geworden sein, nachdem Jack in deren Lager Blut findet und auf einen Eremiten stößt, der ihm und Jacks Babysitter der CTU Denver von merkwürdigen Vorfällen in der entsprechenden Nacht berichtet. Der Zeuge überlebt jedoch nicht lange, als sich Jack plötzlich in einem Feuergefecht mit Unbekannten wiederfindet, um anschließend durch ein Missverständnis mit der State Police aneinander zu geraten. Es wird ein verdammter langer Tag bis Jack herausfindet, wer hinter den Ereignissen des Tages steckt...
Nach dem 7. Declassified-Band "Storm Force" kehrt David Jacobs Jr. mit "Head Shot" als Autor zurück und setzt die Reihe einmal mehr fort, nachdem John Whitmans "Trinity" beinahe wie das letzte Buch der Reihe wirkte und von Jacks erster Mission für die CTU berichtete. Die Fortsetzung ließ ein Jahr auf sich warten. Diesmal sind es allerdings keine Islamisten oder südamerikanische Kartelle die den USA einen der schwärzesten Tage in ihrer Geschichte verpassen wollen, sondern heimische Terroristen. Ein wohl "sozialistischer" quasi-religiöser Kult steht im Verdacht den Mächtigsten der Weltwirtschaft gerade in einer wirtschaftlichen Krise nach dem Leben zu trachten (Head Shot spielt nicht lange nach 9/11 und damit noch innerhalb des damaligen Schocks auf die US-Wirtschaft).
Für Jacobs fast schon typisch ist Jack auch diesmal wieder außerhalb von Kalifornien unterwegs und hat außer mit Ryan Chapelle keinen Kontakt zur Crew der CTU L.A. Damit hat sich Jacobs Probleme wie Fragen betreffend des inhaltlichen Zusammenhangs (Wer ist wann bei der CTU was? Hat man da nicht auf jemanden vergessen?) vom Hals geschafft, was allerdings nicht heißt dass er die Lücke mit eigenen Charakteren füllt. Head Shot verzichtet ganz untypisch für 24 auf weitere Handlungsstränge und diverse Elemente, die für das gewisse Jack Bauer-Feeling sorgen. Schade, denn auch spannungstechnisch gelingt es Jacobs nicht Jack in Szene zu setzen, der Plot ist verhältnismäßig unkreativ, worüber nun auch keine Sekundärhandlungen mehr wegtäuschen können. Eine Bedrohung der US-Wirtschaft, ein Treffen der großen Industriekapitäne im Bilderberger-Stil, eine Sekte von "Globalisierungsgegnern" und eine Macht im Dunkeln, Jacobs hätte mehr aus Head Shot machen können, als schlussendlich dabei rausgekommen ist.
Fazit:
Ein Handlungsstrang, keine CTU Los Angeles, keine starken Nebencharaktere, kein wendungsreicher Plot - alles zusammen eine einzige große Enttäuschung.