Ich habe das Buch von Christiane Völling noch nicht gelesen - bin aber gerade dabei, es zu bestellen. Im Übrigen bin ich mit dem Thema bestens vertraut. An dieser Stelle möchte ich lediglich zu einer "Begriffsvertauschung" in der Rezension von Monika Niehaus Stellung nehmen, die zwar sehr häufig vorkommt, nichts desto trotz sehr ärgerlich und auch verletzend ist für Menschen, die als intersexuell oder als Menschen mit einer "Störung der Geschlechtsentwicklung" von Diagnostikern einsortiert werden. Und zwar geht es um die Kategorie :"Transsexualität". Transsexualität und Intersexualität sind zwei qualitativ ganz klar verschiedene Phänomene. Jeder, der sich mit den Unterschieden näher befassen will und dazu bereit und in der Lage ist, findet problemlos die entspechenden Informationen. Zu dem laxen und über die Gefühle der Betroffenen hinweg gehenden Umgang mit diesen Begriffen trägt meines Erachtens eine große, allgemein verbreitete Angst vor dem Thema bei und damit verbunden der Wunsch, sich damit nicht näher befassen zu müssen. Auch ist es leider gängige Praxis, dass einige Menschen mit einer Transsexualität ihre Biografie umschreiben und sich als intersexuell darstellen. Das ist - obwohl auch ärgerlich - verständlich, da transexuelle Menschen in unserer sozialen Umwelt noch stärker einer Ächtung und Ausgrenzung ausgesetzt sind, als dies bei intersexuellen Menschen der Fall ist.