In den 70ern mischten Rush die Welt des Hardrocks mit experimentellen und nie da gewesenen Strukturen auf. "2112" ist ein Meisterwerk, eine Explosion kreativen Schaffens! Und damit schafften sie es auch endgültig zu Weltruhm. Ihr 20-Minuten- Epos steht auch heute noch sinnbildlich für die Band und wird von Fans auf der ganzen Welt auf Konzerten frenetisch gefeiert: Ohne einen kleinen Teil aus dem Megawerk zu spielen kommen sie einfach nicht von der Bühne! Der Titeltrack besteht aus sieben Teilen und ist eine geniale Aneinanderreihung von ruhigen und harten Passagen, die sich jeweils an der erzählten Geschichte orientieren: eine Science Fiction- Atmosphäre; jemand findet sich plötzlich im Jahre 2112 wieder und versucht vollkommen überwältigt und dennoch fasziniert, mit dem, was er sieht, umzugehen. Interessant ist, daß Rush dabei sogar starke Refrains einbauen konnten (die Stärke eines Einzelsongs und gleichzeitig oft die Schwäche von langen Nummern) - "The Temples of Syrinx" ist ein Klassiker!
Ohne "2112" hätte es Dream Theaters "A Change Of Seasons" NIEMALS geben können, wer sich der "Ahnenforschung" des ProgMetal hingibt, sieht auf einmal in den New Yorkern dankbare Abkupferer - dieses ist Rushs prägendstes und nachhaltigstes Album. Wem dabei (trotz genialer Remastering- Arbeiten!!) die Aufnahme von 1976 zu altmodisch klingt, der sollte sich auch die letzte Livescheibe "Different Stages Live" von 1998 zulegen, worauf die Kanadier das Stück in Komplettlänge und grandios wie immer abliefern.
Nach dem beeindruckenden Titeltrack gibt es noch fünf "überschaubarere" Songs: "Something for Nothing", "Lessons" und "The Twilight Zone" sind verrückte Nummern voller Power und Witz, "A Passage to Bangkok" ein Live- Klassiker und mit dem gefühlvollen "Tears" ist eine der ganz wenigen echten Balladen der Bandgeschichte vertreten.