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Moviemans Kommentar zur DVD: Ein etwas wechselhaftes Bild und wenig spektakulärer, aber dem Film angemessener Ton sind auf dieser DVD zu finden. Die Menge an Extras rechtfertigt nicht unbedingt eine zweite DVD, ist die Laufzeit von Making of und weiterem Bonus doch nun wahrlich nicht allzu lang.
Bild: Auf den ersten Blick sieht das Bild aus, als sei es von hohem Niveau. Und es ist sicherlich auch nicht das Schlechteste, aber makellos ist es nun einmal auch nicht. Die Farben sind kräftig und entwickeln einen ganz eigenen Stil, spielt der Regisseur doch hier mit der Präsentation seines Films. Dabei setzen sie ein gänzlich eigenes Flair frei, das dem surrealen Touch des Films Vorschub leistet. Die Schärfewerte sind nur angenehm. Zwar gibt es immer mal wieder Sequenzen, die schärfer wirken, aber dann ist ein deutlicher Abfall wieder feststellbar. Rauschen ist fast nicht vorhanden, was auf den Einsatz eines Rauschfilters schließen lässt. Demgemäß fallen auch immer mal wieder leichte stehende Rauschmuster auf. Der Kontrast sorgt für schöne Schwarzlevel, könnte aber auch ruhig etwas ausgeprägter sein, verlieren sich doch immer wieder Einzelheiten (00:42:41), was aber wohl z.T. auch dem Rauschfilter zu verdanken ist.
Ton: Die Synchronisation klingt etwas kräftiger, hat aber auch mit minimalen Verzerrungen zu kämpfen. Der 5.1-Mix ist ziemlich gut, allerdings muss man hier natürlich bedenken, dass "2046" nun wahrlich kein Film ist, der von seiner Geräuschkulisse lebt. Vielmehr ist er ein Film, der die Dialoge in den Vordergrund rückt. Diese sind in beiden Sprachen sehr gut zu verstehen. Mehr zur surrealen Wirkung des Films trägt der Originalton bei, da die Figuren ihre eigene Sprache sprechen (Kantonesisch, Japanisch, Mandarin), aber einander bestens verstehen. Die volle Wirkung entfaltet sich zwar im Grunde nur, wenn man zumindest eine der Sprachen spricht, aber hat man genügend asiatische Filme im O-Ton gehört, kann man schon den Unterscheid zwischen den Sprachen wahrnehmen.
Extras: Neben verschiedenen Trailern gibt es ein knapp 12-minütiges Interview mit Zhang Ziyi, bei dem sie sich über die Arbeit mit Wong Kar Wai und ihre im Film getragene Kleidung unterhält. Neben einer nichtsagenden B-Roll ist das Making of das Kernstück der Extras. In einer guten halben Stunde kommen hier Mitwirkende des Films zu Wort und zeigen auf, wie es ist, mit einem Regisseur wie Wong Kar Wai zu arbeiten. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Was war nicht alles spekuliert worden: Einen in der Zukunft, eben im Jahr 2046 angesiedelten Science-Fiction-Film habe Wong ('Happy Together') machen wollen, einen Episodenfilm, dessen Geschichten auf unterschiedlichen Opern basieren, wofür der Regisseur eine ganze Stadt habe errichten lassen. Obwohl sich das Resultat nun einfach als direkte Fortsetzung von 'In the Mood for Love' entpuppt, trägt es doch alle Merkmale einer schweren Geburt stolz zur Schau: ein Projekt, das sich in einem umständlichen Prozess erst einmal selbst finden musste. Die eingangs vermuteten Elemente schwingen lediglich mit, lassen sich als in die Textur des Films verwoben entdecken. Aber sie spielen untergeordnete, bestenfalls leitmotivische Rollen in dem sich mit höchster Sorgfalt entfaltenden Szenario. All das klingt komplizierter und verkopfter, als es ist. Tatsächlich ist dieser in typischer Wong-Manier in zum Sterben schönen Handlungsfragmenten erzählte Film sein vielleicht direktester und am einfachsten zu entschlüsselnder, wenn die eigentliche Geschichte, unfassbar romantisch und voller Sehnsucht, nunmehr unmittelbar an die Ereignisse von 'In the Mood for Love' anschließt.
Im Mittelpunkt steht abermals Tony Leung als Schriftsteller Chow. Der zuletzt noch unglücklich Verliebte ist ein Frauenheld geworden, der sich die Körper seiner Geliebten nach Belieben nimmt, aber doch völlig ungerührt bleibt, als habe er noch eine Rechnung mit allen Frauen der Welt offen. Tatsächlich wird der Zuschauer in der ersten von mehreren Handlungs-Vignetten, die allesamt am 24. Dezember und über eine Zeitspanne von 1966 bis 1969 hinweg ihren Lauf nehmen, darauf aufmerksam gemacht, dass Chow nie darüber hinweg gekommen ist, die schöne Su (Maggie Cheung, hier in einem Kurz-Cameo dabei) verloren zu haben. So sind alle seine Affären zum Scheitern verurteilt, die er im Hotelzimmer 2046 haben wird: mit einer geheimnisvollen Schönen (Gong Li); mit einer Prostituierten (Zhang Ziyi), die ihn liebt, deren Gefühle er aber nicht erwidert; mit der Tochter des Hotelbesitzers (Faye Wong), die allerdings einen Freund in Japan hat. So wird hier alles verschoben und verschachert, kann alles käuflich erworben werden, wechselt alles den Besitzer - nur eben eines nicht. Je weiter Wong sein Puzzlespiel der verlorenen Liebe und ewigen Einsamkeit aus seinen Einzelteilen zusammensetzt, desto mehr nimmt '2046' Form an, desto mehr beginnt das kryptische Intro des Films Sinn zu machen, in dem die Hauptfigur von ihrem futuristischen Roman '2046' berichtet: In ihm fliehen zwei Liebende in die Zukunft, aber nützen trotz diverser Enttäuschungen die Chance nicht, mit einem Zug wieder in die Vergangenheit zurückzukehren: Vergangenes lässt sich eben nicht zu neuem Leben erwecken.
Wie bei Wong Kar-wai gewohnt, sind Bildkompositionen, Kostüme und Dekors von unerreichter Erlesenheit. Doch so perfekt, brillant und gleichzeitig hinreißend artifiziell wie hier war noch keiner seiner Filme. Bei aller Stilversessenheit sind es allerdings die Schauspieler, die den stärksten Eindruck hinterlassen: Tony Leung mit seinem Clark-Gable-Bärtchen und Zhang Ziyi ('Tiger & Dragon', 'House of Flying Daggers') mit einer Darstellung, mit der sie sich vom ätherischsten Wesen des asiatischen Kinos mit einem Schlag zu seinem größten Star wandelt, allein sind das Lösen des Tickets wert. Bleibt zu hoffen, dass Wongs finaler Schnitt des Films (unmittelbar nach der Vorführung in Cannes nahm er die Arbeit daran wieder auf) aus dem Rohjuwel jenen weithin glänzenden Diamanten macht, den man jetzt schon zu erahnen glaubt. ts.