Der von mir leider verpasste Sci-Fi Doku-Thriller im TV-Format "2030 - Aufstand der Alten" hat nun mit "2030 - Aufstand der Jungen" einen Nachfolger gefunden, welcher aber nur noch in Spielfilmlänge gedreht wurde. Stand im ersten Teil noch Lena Bach (Bettina Zimmermann) als ermittelnde Journalistin im Focus der Geschichte ist sie im zweiten Teil nur als Stichwortgeberin und Kollegin von Sophie (Lavinia Wilson) am Start. Das wirkt zwar etwas befremdlich, ist aber nicht allzu schlimm. Sophie ist auf der Suche nach ihrem Jungenfreund Tim, der angeschossen und angeblich verstorben ist. Sophie glaubt aber an ein Komplott und findet jede Menge Hinweise, dass Tim nicht tot ist. Tim (Barnaby Metschurat aus "KDD") und Sophie sind 30 Jahre alt und so genannte Milleniumskinder über die das TV seit ihrer Geburt eine lockere Dokuserie macht. Aus Überwachungskameras, Rückblenden und Ausschnitten aus dieser Dokuserie bekommt der Zuschauer und Lena durch Sophie Informationen über die Geschichte, was gut gemacht wurde und mit einigen modernen Elementen zu einem in der nahen Zukunft spielenden Film passt. Unser Jahr 2030 wird düster dargestellt, da die Jungen durch unsere Misswirtschaft in der Vergangenheit oft kein Geld haben, schlecht versichert sind und durch den zunehmenden Wegfall der Mittelschicht keine Rücklagen durch die Familie haben. Das gibt Unruhen im Land und lässt die Behörden hart durchgreifen. Es ist eine sehr düstere und in meinen Augen recht realistische Zukunft, welche mehr gruselt als alle abstrusen Horrorfilme, da hier echte Probleme vergrößert dargestellt werden. Der Dokumentationsstil und die gezeigten heruntergekommenen und trostlosen Großstadtbereiche stehen im krassen Gegensatz zu gutsituierten Menschen wie Sophie, welche in "Hochhäusern aus Glas" hoch über der Stadt angenehm leben. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer und der Zuschauer fiebert mit der Geschichte mit, auch wenn am Ende die Auflösung leider unspektakulär aber auch irgendwie nahe an der Realität wirkt.
Den einzigen Fehler der Macher muss ich hier aber erwähnen: Es fehlen jegliche Bonus Materien die bei einem so ambitionierten Projekt sicherlich dazu gehören. Interviews mit Besetzung und Machern wären hier Pflicht gewesen.
Fazit: Mit mehr solch ambitionierten, spannenden und nachdenklichen Filmen könnte das ZDF inklusive einer neuen Programmstruktur den Ruf als Rentnersender mit der Zeit verlieren!