Ich bin selbst Astrologin und habe deshalb zu einigen Themen, die Frau Langsdorf in ihrem Buch anspricht, auch meine fachliche Meinung. Daneben betrachte ich aus verschiedenen anderen Perspektiven das, was um uns herum geschieht, sehr kritisch und besorgt. Insbesondere sorgt mich der Umstand, dass - das wird in diesem Buch irgendwo ganz nebenbei erwähnt - die Weltbevölkerung zum großen Teil immer noch weit davon entfernt ist, zu erkennen und zu spüren, was passiert und wohin wir driften. Und genau das "werfe ich Frau Langsdorf hier ebenfalls vor":
Frau Langsdorf touchiert mal so eben die Mayas, sagt etwas zum Maya Kalender und zu deren besonderer Zahl 13, schweift in andere Epochen ab, die sehr viel früher liegen und kommt schließlich wieder zurück in unsere aktuelle Zeit.
Sie zitiert sog. Experten, die ihre Meinung zu bestimmten Themen geben und interpretiert aus ihrer fachlichen astrologischen Sicht das, wofür die Planetenkonstellationen früher, jetzt und am 21.12.2012 stehen. Am Schluss gibt sie jedem Tierkreiszeichen einen Tip, wie es die "schlimme Zeit", die sie vorher ebenfalls nur angerissen hat, überstehen kann. Im Grunde sind dies Platitüden, wie man sie in jedem Wochenhoroskop einer Zeitschrift lesen kann. Hilfreich sind sie nicht, insbesondere weil sie sich in erster Linie auf die positiven "Sonnen"-Seiten des jeweiligen Tierkreiszeichens beschränkt, so wie im gesamten Buch. Und wie wir wissen, ist die Sonne mit ihrem Platz im jeweiligen Tierkreiszeichen nicht wirklich ausschlaggebend.
Hier sind Beispiele: Frau Langsdorf sieht unser Heil in dem Umstand, dass Neptun nun in den Fischen weilt, und dass Fische Geborene mit ihrem sowieso schon äußerst mitfühlenden Wesen dadurch unterstützt werden in ihrem Bestreben, anderen zu helfen. Diese Ansicht teilt sie mit vielen Astrologen. Allerdings wird immer wieder vergessen, dass Fische Geborene Abgrenzungsprobleme haben und daher oft nicht wissen, ob das, was sie fühlen bzw. denken, sie selbst oder andere betrifft. Sie werden dadurch oft übergriffig oder wirken kalt und desinteressiert, denn das, was sie nicht tangiert, tangiert andere in ihrem Verständnis ebenfalls nicht. Deshalb kümmern sie sich auch nicht. Solche Menschen können anderen nicht helfen. Daher sehe ich hier eher eine Riesengefahr, weil Übergriffe oder ein Abtauchen in Phantasie und Illustion hier vorprogrammiert sind. Hilfe können wir hier nicht erwarten.
Wie sieht es dann mit den Pluto Konstellationen allgemein aus, die sie immer wieder anführt? Alles spricht für Repressalien durch Staat und Autoritäten. Denn nun kommt die Zeit, in der diejenigen, die seit Jahren in Politik und Unternehmensführungen aufgrund politischer Mauscheleien und nicht aufgrund von Leistung und Kompetenz ihr Dasein fristen und vor sich hinwüten, mit all ihrem Einfluss versuchen werden, ihre Machtposition zu halten. Wir gehen zurück von der Globalisierung zur Zentralisierung. Nur so können diese Leute ihren Einfluss wahren. Dafür spricht z.B. der Umstand, dass bestimmte Netzwerke wie facebook subventioniert und unterstützt werden. Da hat man dann die Daten, die man für die Kontrolle braucht, ganz zentral, nutz- und manipulierbar. Die Geschichten, dass via facebook ganze Leben zerstört worden sind, sind nicht ja neu ...
Frau Langsdorf dreht den Spieß hier ganz schnell um in einer Art scheinbaren Verzweiflungstat, so dass Ihr Ansinnen, Hoffnung zu generieren, nach "hinten losgeht".
Gegenreaktionen zu den vorgenannten Auswirkungen der Pluto Konstellationen werden Bürgerrevolten sein, die jedoch schwer planbar und mit Gewalt gespickt sind. Das hat sie ebenfalls kurz angesprochen, aber den Gewaltaspekt ziemlich unter den Teppich gekehrt.
Die Pluto Konstellationen verweisen ebenfalls auf die zunehmende Vereinsamung der Menschen, die wir bereits seit Jahren feststellen können, wenn wir wollen. Denn einsame Menschen werden nicht wahrgenommen. Dieser Umstand wird sich verstärken, begünstigt durch die scheinbaren sozialen Netzwerke wie facebook und twitter u.ä., von denen die Autorin so überzeugt ist.
Und dass Regulus vom Löwen in die Jungfrau geht, spricht doch in der aktuellen Situation eher dafür, dass die Auswirkungen der menschenverachtenden und rein kostenorientierten Gesundheitspolitik sehr deutlich zu spüren sein werden: Nämlich dass die Menschen wieder früher sterben werden.
Auch kann ich es nicht ertragen, wenn man das Glück und Heil der Erde einseitig und ausschließlich in Frauen bzw. weiblichem Verhalten sieht. Genau das scheint hier der Fall zu sein. Die Autorin verweist immer wieder auf die destruktiven männlichen Verhaltensweisen, die uns diese ganze Misere eingebrockt haben - wohlweislich begünstigt durch Regulus im Löwen. Es gibt zwar einen kurzen Hinweis darauf, dass man überlegen sollte, wer die Männer denn erzogen hat. Sie vergisst allerdings, dass Frauen dazu tendieren, ihre Verantwortung im Zusammenhang mit Kampf und "nicht-lieb-sein" gerne auf Männer abwälzen, weil es wichtiger für sie ist, bei Männern als "lieb" anzukommen. Auch ist ein Überleben ohne "männliches" Agieren gar nicht möglich. Denn wer ging früher auf die Jagd und eroberte neue Lebensräume? Es waren Männer und nicht die Frauen, obwohl sie es ebenfalls könnten. D.h., Regulus in der Jungfrau wird nicht automatisch weibliches Verhalten - was soll diese Klassifizierung überhaupt - begünstigen. Das kann nur passieren, wenn Frauen endlich ihre Verantwortung für ihr eigenes Leben und Fortkommen wahrnehmen.
Und übrigens: Wer hatte denn schon mal Streit mit einem oder einer Jungfrau Geborenen? Wenn Sie das kennen, wissen Sie, dass typische Vertreter dieses Tierkreiszeichens tagelang beleidigt sein können ohne Bereitschaft zur Versöhnung. Das finde ich erschreckend, wenn solche Tendenzen zusätzlich aufkommen. Mit Regulus mit Löwen ist die Bereitschaft zur Versöhnung sehr viel schneller gegeben.
Frau Langsdorf setzt auch alles auf Technik und medizinischen Fortschritt, so wie die Gesellschaft das versteht, damit wir eine Überlebenschance haben. Gleichzeitig findet sie Tierversuche schlecht. Leider Gottes lässt aber unser Gesellschaftssystem mit diesem und auch ihrem Verständnis von technischem und medizinischen Fortschritt es nicht zu, dass Tiere nicht grausam gequält werden. Das wird, nur weil sie es sagt, in Zukunft leider auch nicht anders sein. Denn anscheinend ist Fortschritt, so wie wir ihn kennen, unbedingt notwendig. Würde das nicht in Wirklichkeit bedeuten, eine neue Definition von Fortschritt zu erfinden?
Ich möchte hier nicht schwarzseherisch vorgehen. Aber wir müssen den Tatsachen und den Konsequenzen unserer Handlungen - direkter oder indirekter Natur - endlich in die Augen schauen. Erst dann können wir dagegen steuern. Es funktioniert genauso, wie wenn man in einem Fluss in einen Strudel gerät: Man kommt nicht dagegen an, wenn man versucht wegzuschwimmen. So verbraucht man nur seine Kräfte und ertrinkt am Ende ganz sicher. Die Lösung ist hier (lernt man übrigens bei jedem Rettungsschwimmerschein), dass man sich ganz bis auf den Grund ziehen lässt, um sich von dort kraftvoll aus dem Strudel heraus abzustoßen.
Und genau das tut Frau Langsdorf hier nicht. Bevor sie die wirklich schlimmen Zukunftsszenarien überhaupt zu Ende denkt, kommt sie schon mit Lösungsvorschlägen und -alternativen daher, die man erst einmal überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn man sich mit der Thematik nicht schon befasst hat.
Genau das macht das Buch zu einer Art Verzweiflungsakt. Man hat den Eindruck, dass sie solch eine Zukunftsangst hat, dass sie sich mit den Problemen, die aus unserer Lebensweise resultieren, und die die künftigen Planetenkonstellationen spiegeln, gar nicht getraut auseinander zu setzen, weil sie dann keine Lösung mehr wüsste. Sie spricht von Lösungen zu Problemen, die noch gar nicht richtig artikuliert worden sind. Die zitierten Experten bestätigen ihre Haltung - ob tatsächlich oder entsprechend vorselektiert, keiner weiß es. - Kein Wunder, dass die eine oder andere Renzension von Weltuntergangsszenarien spricht, über die Frau Langsdorf ausschließlich schreibt, obwohl sie sie gar nicht wirklich ausformuliert.
Tja und dann haben wir etwas, was mir immer wieder aufstößt. Es passieren irgendwelche Dinge, und sog. Experten argumentieren ihr Expertenwissen dann genau auf die Geschehnisse hin, so dass alles passt, und die Beweise für die Richtigkeit ihres Expertenwissens vorliegen. Genau das geschieht hier pausenlos: Erdbeben werden statistich, Planeten technisch, naturwissenschaftlich und anthropologisch verargumentiert. Hinterher sind wir alle schlauer.
Wäre der Schreibstil nicht so gefällig, würde ich nur zwei Sterne geben. Ich hatte mir von diesem Buch mehr Hintergrundwissen erhofft, was ich so nicht erhalten haben. Mag sein, dass ich mich selbst schon zu intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, um von so einem oberflächlichen und eher reißerisch aufgemachten Buch noch gefesselt oder gar überzeugt zu werden.