Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter, so eine alte Maya-Prophezeiung. Jetzt läuft ein Film vom EMMERICH an, der pittoresk den Weltuntergang in Szene setzt. 2012 ist ein Roman von ALTEN, der schon 2001 in den USA erschienen ist, aber im Zuge der Verfilmung der nahenden Katastrophe nun frisch herausgebracht wurde. 2012-Bücher boomen im Esoterikmarkt Der Untertitel Schatten der Verdammnis" verspricht nichts Gutes im doppelten Sinne. So ist der Roman stilistisch und literarisch eine Katastrophe. Die Storyführung ist holprig, die Dialoge stümperhaft. ALTEN hat aber sehr viel Fleiß aufgewendet zu recherchieren, auch wenn ihm Fehler unterlaufen Zum Beispiel kann der Vater des Helden 1985 nicht in Kambodscha einreisen weil dort angeblich die die Roten Khmer" regieren. Diese sind aber schon 1979 vertrieben worden.
Der Mystikthriller hebt die amerikanische Schwarz-Weiß-Malerei sozusagen auf ein kosmisches Niveau. Seit Jahrmillionen bekämpfen sich böse Außerirdische und gute Außerirdische. Der Kampf wird auch auf die Erde übertragen. Die berühmten Pyramiden von Chichen Itza und Gizeh sind nicht nur älter wie angenommen, sondern außerirdischen Ursprungs. Von DÄNIKEN lässt grüßen, worauf der Autor überflüssiger und peinlicherweise auch noch hinweist. Ein Archäologenfamilie kommt auf die Spur des Geheimnisses, worauf der Sohn in die Psychiatrie gebracht wird und dort unter grässlichen Bedingungen einbehalten wird, bis er von einer verständigen Psychologin, natürlich, sehr hübsch, sehr nett und sehr jung befreit wird. So einseitig die Guten beschrieben werden, so platt wirken auch die Bösen, die hässlich, dick und verschlagen sind und sexuelle Angriffe immer mit Hey, Süße" beginnen. In der Mitte des Buches gewinnt die Geschichte an Rasanz, so dass sie sich zu einem Pageturner entwickelt. Aufgelöst wird es jedoch in einem ziemlichen Esoterikquark. Viel recherchiert, aber wenig literarische Fähigkeiten.