EDIT: Ich habe Band 1 und 2 dieser Reihe nicht gelesen (es ging aus Cover Einband und Klappentext des Buches leider schlicht nicht hervor, dass es sich um Teil 3 einer Trilogie handelt). Daher ist jener Abschnitt dieser Rezension, der sich auf die Handlung bezieht, sicherlich nur bedingt aussagekräftig.
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Als Fan von Endzeit-/Katastrophen-/Horror-Romanen fühlte ich mich beim Kauf dieses Buches auf der sicheren Seite, zumal ich schon viele sehr gute Bücher von tollen Autoren aus dem Hause HEYNE-Verlag gelesen habe. Doch leider entpuppte sich die erhoffte kurzweilige Urlaubslektüre als Fehlkauf des Jahres. Nach knapp 300 Seiten ist das Buch dann endgültig in der Ecke gelandet.
Eine klare Handlung ist praktisch nicht vorhanden. Die Hauptdarsteller sind allesamt exorbitant ausgestattet mit Superkräften und bewegen sich die meiste Zeit im sogenannten Nexus, wo sich, wenn ich es richtig verstanden habe, der Geist vom Körper loslöst. Ausgangspunkt der Katastrophe ist der LHC (Teilchenbeschleuniger) in Genf, wo sich 2012 ein Strangelet bildet (Wikipedia konnte mir in wenigen Sätzen besser erklären, worum es sich dabei genau handelt, als der Autor in sehr vielen Sätzen). Dieses Strangelet existiert jedoch in einer höheren Dimension, für Menschen daher nicht zu erkennen (durchaus aber vom Nexus aus). Die Handlung beginnt dann im Jahre 2047, wo die Auswirkungen des Strangelets in Form von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, etc. sichtbar werden. Der Held des Buches (der in einem früheren Leben einmal Maya-Prophet war) hat die Aufgabe, die Erde vor dem drohenden Untergang zu bewahren, indem er durch ein Wurmloch (das auch durch den LHC erzeugt wurde) zurückzureisen vor die eigentliche Katastrophe von 2012 und so diese dann zu verhindern.
Soweit könnte ich mich fast noch mit der Story anfreunden, doch wird sie dann erst richtig absurd mit Raumschiffen, die unter alten Pyramiden und Ruinen liegen (Von Däniken lässt grüßen), total verknoteten Handlungssträngen verschiedener Zeitreisen Millionen Jahre in die Zukunft und in die Vergangenheit und zu guter letzt Paralleluniversen, Parallelwelten und Sprünge zwischen verschiedensten Dimensionen.
Ich habe die Handlung schlicht nicht verstanden, trotz mehrmaligen Lesens verschiedener Passagen. Und wann immer ich dachte, das Bild wird ein wenig klarer, flicht der Autor einen weiteren Handlungsstrang hinein, der alles wieder in noch tieferes Chaos stürzt.
Leider ist der Schreibstil des Autors ebenso unerträglich wie die Story. Er langweilt seitenlang mit wissenschaftlich fragwürdigen Passagen über Quanten- und Astrophysik. Wer nicht über tiefe Kenntnisse dieser Bereiche verfügt, wird nach wenigen Seiten bereits das Handtuch werfen.
Die Charakterzeichnung ist eine Katastrophe. Sämtliche Charaktere sind völlig blass, stereotyp und zweidimensional. Man fühlt nicht mit ihnen mit, ihr Schicksal bleibt einem völlig gleich. Der Schrecken einer menschenverschlingenden Flutwelle wirkt jedoch nicht, wenn die Menschen, die sie verschlingt, farblose Schatten sind. Diese offensichtlichen Mängel versucht der Autor auszugleichen mit physikalisch exakten Beschreibungen des Unglücks. So lässt er keine Gelegenheit aus, darzulegen, von welcher Seite beim Vulkanausbruch welche Kraft wirkt und mit welcher Stärker, wie hoch die Aschewolke fliegt, mit welcher Geschwindigkeit und welcher Druck dabei herrscht. Ich bin als Leser absolut in der Lage, mit eine Aschewolke und einen Vulkanausbruch vorzustellen. Das wissenschaftliche Beiwerk wirkt wie ein Fremdkörper, bläht den Roman auf und zieht ihn in die Länge (sowie das Leiden des Lesers).
Der Roman hat ein Gutes - er hat mich auf den Maya-Kalender aufmerksam gemacht, über den ich mich jetzt ein wenig näher informiere (allerdings völlig abseits von apokalyptischen Szenarien und Fiktion) - dafür gibt es einen Stern. Mehr hat das Buch leider nicht verdient.